Brite, 18 Jahre jung, weiss: Wer war Henry Nowak, den die Polizei in Southampton nach einer Messerattacke auf offener Strasse sterben liess?
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Brite, 18 Jahre jung, weiss: Wer war Henry Nowak, den die Polizei in Southampton nach einer Messerattacke auf offener Strasse sterben liess?

Anhören ( 1 min )
KI-Stimme
Brite, 18 Jahre jung, weiss: Wer war Henry Nowak, den die Polizei in Southampton nach einer Messerattacke auf offener Strasse sterben liess?
Brite, 18 Jahre jung, weiss: Wer war Henry Nowak, den die Polizei in Southampton nach einer Messerattacke auf offener Strasse sterben liess?
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Was kann einem Besseres passieren, als in einem behüteten Elternhaus aufzuwachsen, mit Intelligenz ausgestattet zu sein und eine weisse Hautfarbe zu haben? Im Zeitgeist-Neusprech nennt man diesen Hintergrund «privilegiert». Versehen mit Chancen, die viele nicht haben. Irgendwie fast schon unfair.

Den Briten Henry Nowak, der mit 18 Jahren in Southampton von einem indischstämmigen Angehörigen der Sikh-Gemeinschaft ermordet wurde, hat dieses «Privileg» nicht sehr weit gebracht. Die Polizei liess ihn nach einem Messerangriff auf offener Strasse und mit Handschellen verbluten, weil sie sich zuerst um den Rassismusverdacht gegen ihn kümmern wollte.

Gareth Fuller/AP/Keystone
Protest vor der Polizeistation in Southampton für Henry Nowak
Gareth Fuller/AP/Keystone

Nowak wuchs mit britisch-polnischer Herkunft in einem kleinen Vorort nahe der Stadt Grays in der Grafschaft Essex auf als ältestes von vier Geschwistern. Kurz bevor er im Dezember 2025 ermordet wurde, hatte er ein Studium der Finanzwissenschaften an der Universität von Southampton begonnen. Als er die Zusage für den Studienplatz erhielt, habe er gestrahlt, gab seine Mutter nach der Tat bekannt. Mit Hilfe seines Vaters richtete er sein Zimmer in einer Uni-WG ein.

Er sei «prinzipientreu und vielversprechend» gewesen, sagte der Richter am Crown Court im Rahmen des Prozesses. Der begeisterte Fussballer spielte in zwei studentischen Teams. Nach seinem Tod wurde zu seinen Ehren ein Benefizspiel organisiert. Unter den 650 Aufnahmen von Henry Nowaks Smartphone finden sich Dokumente aus den letzten Minuten seines Lebens. Er nahm einen Clip für Snapchat auf. Den Auftritt seines späteren Mörders, der einen rituellen Dolch offen mit sich führte, kommentierte er mit «bad man», böser Mann. «I am a bad man», antwortete sein Gegenüber.

Wie «bad», das machte er unmittelbar danach klar. Der Angriff mit fünf Stichen, darunter dem tödlichen ins Herz, erfolgte unmittelbar danach, nachweislich ohne jede rassistische Provokation durch das Opfer. Das Gericht kam zum Schluss, dass es sich dabei um eine Schutzbehauptung handle.

Dass sich Henry Nowak in den letzten Minuten besonders privilegiert vorkam, ist nicht anzunehmen. Auch seine Familie und seine Mitstudenten werden sein gewaltsames Ableben nicht als Konsequenz eines Privilegs wahrnehmen. Im Gegenteil: Bei umgekehrter Rollenverteilung, mit dem Migranten als Opfer, wäre Hilfe wohl schnell vor Ort gewesen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 04.08.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.