Bundesbildungsministerin Karin Prien rechnet nicht mit einer baldigen Änderung der CDU-Position zur Leihmutterschaft. Im Interview mit The Pioneer verwies die CDU-Politikerin darauf, dass ihre Partei ihre Haltung erst im Februar mit einem Parteitagsbeschluss verschärft habe. Demnach lehnt die CDU sowohl kommerzielle als auch sogenannte altruistische Leihmutterschaften ab.
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Prien erklärte, sie könne sich derzeit kaum vorstellen, dass die Partei ihren Kurs ändere. Zugleich zeigte sie Verständnis für Paare, die aus medizinischen Gründen keine eigenen Kinder austragen könnten. «Das ist ein ganz furchtbares Schicksal, mit dem man sich abfinden können muss», sagte sie. Sie könne nachvollziehen, dass Betroffene angesichts der Möglichkeiten im Ausland individuelle Entscheidungen träfen.
Mit Blick auf den Rücktritt des früheren Unionsfraktionschefs Jens Spahn sagte Prien, dieser tue ihr leid. Spahn und sein Ehemann hatten kürzlich die Geburt ihres Sohnes durch eine Leihmutter in den USA bekanntgegeben. Der Vorgang führte nach massiver Kritik schliesslich zu Spahns Rücktritt als Fraktionsvorsitzender.
Prien zeigte sich zugleich offen dafür, das Embryonenschutzgesetz sowie das Adoptionsrecht zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu prüfen. Voraussetzung sei jedoch, dass sich die derzeit aufgeheizte Debatte beruhige. Eine vom Institut Insa für die «Bild»-Zeitung veröffentlichte Umfrage zeigt unterdessen ein geteiltes Meinungsbild: 39 Prozent der Befragten befürworten das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland, 41 Prozent lehnen es ab. 21 Prozent machten keine Angabe oder äusserten keine Meinung.