Bei der zentralen Gedenkfeier zum Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 ist es im Berliner Bendlerblock zu einem Zwischenfall gekommen. Nach Angaben der Bild-Zeitung griff Tobias Korenke, Grossneffe der NS-Widerstandskämpfer Dietrich und Klaus Bonhoeffer, ein, als Vertreter der AfD einen Blumenkranz niederlegen wollten. Dabei versuchte er, den Kranz zu entfernen.
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Der Vorfall ereignete sich im Ehrenhof des Bendlerblocks, wo die Bundesregierung jedes Jahr an den militärischen und zivilen Widerstand gegen das NS-Regime erinnert. An der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderem Berlins Finanzsenator Stefan Evers und Bundesbildungsministerin Karin Prien teil. Der Zwischenfall spielte sich während der Kranzniederlegung ab und sorgte unter den Gästen für Aufsehen.
Korenke hatte sich bereits in der Vergangenheit wiederholt gegen die AfD positioniert. In einem früheren Interview mit der «Frankfurter Rundschau» erklärte er, seine Vorfahren hätten gegen «all das, wofür die AfD eintritt» gestanden. Die Partei nimmt seit mehreren Jahren an den offiziellen Gedenkveranstaltungen zum 20. Juli teil. Kritiker werfen ihr vor, das Andenken an die Widerstandskämpfer politisch zu instrumentalisieren, während die AfD ihre Teilnahme als legitimen Beitrag zur Erinnerungskultur versteht.
Der Bendlerblock gilt als einer der wichtigsten Erinnerungsorte des deutschen Widerstands. Dort wurden Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weitere Angehörige des militärischen Widerstands in der Nacht nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 erschossen. Dietrich Bonhoeffer gehörte zum Umfeld des Widerstands und wurde wenige Wochen vor Kriegsende im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet. Auch weitere Angehörige der Familie Bonhoeffer bezahlten ihren Widerstand gegen das NS-Regime mit dem Leben.