Der bundesweite Ausfall des Bahnfunksystems hat nach Einschätzung von Experten Schwachstellen bei der militärischen Transportfähigkeit Deutschlands offengelegt. Nach einer internen technischen Störung war der Zugverkehr in der Nacht zum Mittwoch für rund zwei Stunden weitgehend zum Erliegen gekommen. Sicherheitsexperten sehen darin ein Warnsignal mit Blick auf die Rolle Deutschlands als Nato-Drehkreuz.
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Der Verkehrswissenschaftler Christian Böttger von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sagte der Bild-Zeitung, die Bundeswehr könne sich im Ernstfall nicht auf die Bahn verlassen. Das Schienennetz sei dafür bislang nicht ausgerüstet, zudem seien die Mitarbeitenden nicht auf Bedrohungen wie Drohnenangriffe auf Stellwerke vorbereitet.
Jannik Hartmann vom Nato Defence College erklärte, ein fehlerhaftes internes Update dürfe nicht ausreichen, «um Deutschland lahmzulegen». Im Spannungs- oder Verteidigungsfall könnten auch Sabotageakte auf die Bahninfrastruktur hinzukommen. Deshalb müssten zentrale Strecken, Knotenpunkte und Schaltstellen zusätzlich abgesichert sowie Reparaturteams gezielt für Krisensituationen geschult werden.
Böttger sprach sich zudem für den Ausbau von Ausweichstrecken aus, damit der Bahnverkehr bei Ausfällen wichtiger Hauptverbindungen aufrechterhalten werden könne. Zudem plädierte er für mehr Flexibilität im Betrieb. Derzeit führe der Ausfall des Funksystems zum Stillstand des gesamten Bahnverkehrs. Hartmann betonte zugleich, ein vollständiger Schutz der gesamten Schienen- und Kabelinfrastruktur sei «illusorisch».