Die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erlebt derzeit einen massiven Migrationsansturm. Tausende Menschen, überwiegend aus Marokko, überqueren die Meeresgrenze schwimmend, oft nur mit einfachen Schwimmreifen ausgerüstet.
Die Aufnahmezentren vor Ort sind vollkommen kollabiert, Hunderte Geflüchtete und Migranten schlafen auf den Strassen. Mindestens neun Menschen kamen bei den Überquerungsversuchen bereits ums Leben.
Den Nährboden für die gegenwärtige Krise lieferte die spanische Justiz: Das Oberste Gericht entschied jüngst, dass sogenannte «Pushbacks» – die direkte Zurückweisung ohne individuelles Verfahren – bei Migranten unzulässig sind, die auf dem Seeweg oder schwimmend spanischen Boden erreichen.
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Schlepperbanden nutzten dieses Urteil umgehend aus und steuern seither die Überfahrten zielgerichtet. Hinzu kommen politische Spannungen: Beobachter vermuten, dass die marokkanische Regierung die Zügel an den Grenzen bewusst locker lässt, um politischen Druck auf Madrid auszuüben.
Da eine direkte Abschiebung nach Marokko aufgrund der neuen Rechtslage blockiert ist, greift nun auf spanischem Boden das ordentliche Einwanderungsverfahren. Während unbegleitete Minderjährige vorerst in der Exklave betreut werden müssen, werden erwachsene Migranten nach und nach auf das spanische Festland transferiert. Dort erwarten sie jedoch ebenfalls völlig überlastete Aufnahmestrukturen.