Das Aktionsbündnis «Widersetzen» hat seine Aktivisten vor dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt für Haustürgespräche geschult und dabei Einwohner nach ihrer vermuteten Haltung zur AfD in verschiedene Kategorien eingeteilt. Darüber berichtet der Spiegel. Als «AfD-Wähler» eingeordnete Bürger gelten demnach als «nicht unsere Zielgruppe». Die Kursleitung erklärte, jeder müsse selbst entscheiden, «wie viel Bock» er habe, mit ihnen zu sprechen.
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Die Schulung fand Anfang Juni im Predigerkeller der Evangelischen Jugend Erfurt statt. Das Bündnis bezeichnet sich selbst als «breites antifaschistisches Aktionsbündnis» und organisiert Proteste gegen den AfD-Parteitag am 4. Juli. Nach Angaben des Spiegels sollten die Teilnehmer lernen, unterschiedliche Gesprächspartner zu erkennen. Als «Mustertyp» galt ein besonders motivierter Unterstützer der Proteste, als «Typ drei» Menschen ohne Interesse am Widerstand gegen die AfD. «Typ vier» wurde als «AfD-Wähler» und als worst case bezeichnet. Für diese Gruppe lohne sich eine Einladung zu den Blockaden grundsätzlich nicht.
Im Workshop wurde zudem die Auffassung vertreten, die AfD sei eine «im Kern faschistische» Partei. Deshalb sei das Argument, ihr Parteitag müsse als Teil des demokratischen Prozesses stattfinden können, «demokratisch auch hinfällig», sagte eine Workshopleiterin laut Spiegel.
Nach Angaben des Bündnisses sollen seit Anfang Juni bis zu 60.000 Haushalte in Erfurt besucht werden. Ein Sprecher sprach von grossem Zuspruch und erklärte, bedrohliche Situationen habe es bislang nicht gegeben.
«Widersetzen» hat angekündigt, den AfD-Parteitag mit Sitzblockaden zu behindern. Ziel sei es, durch eine grosse Zahl von Teilnehmern ein Einschreiten der Polizei zu erschweren. Gemäss Medienberichten sind rund dreissig Blockadepunkte geplant. Die Polizei rechnet nach Angaben der Welt mit mehr als 50.000 Demonstranten. Zudem wird erwartet, dass sich bis zu 2500 gewaltbereite Linksextremisten an den Protesten beteiligen könnten.