Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta bleibt angespannt: Entgegen früheren Angaben der Regierung halten sich dort nach Aussagen regionaler Behörden und weiterer Quellen weiterhin Tausende irreguläre Migranten auf, rennen durch die Strassen und brüllen «Allahu Akbar» – «Allah ist gross». Spaniens Innenministerium hatte zuvor erklärt, «fast die Gesamtheit» der Migranten sei nach Marokko zurückgekehrt.
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Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas widersprach dieser Darstellung. Er erklärte, von einer Rückkehr zur Normalität könne keine Rede sein, und sprach von «Tausenden» Migranten, die sich weiterhin in der Stadt aufhielten. Diese Einschätzung wird laut Reuters sowohl vom staatlichen Fernsehsender RTVE als auch von einem Mitarbeiter des städtischen Aufnahmezentrums bestätigt. Demnach stammen die meisten Betroffenen aus West- und Ostafrika.
Die spanische Justiz untersucht inzwischen die Hintergründe des Massenansturms. Nach Angaben der Zeitung El Diario hat das Nationalgericht Vorermittlungen eingeleitet. Ermittlungsrichterin María Tardón liess prüfen, ob die Grenzübertritte koordiniert oder sogar von einer kriminellen Organisation gesteuert worden sein könnten. Die Grenzschutzbehörden sollen mögliche Hintermänner identifizieren; danach soll über die Einleitung eines Strafverfahrens entschieden werden.
Unterdessen versuchen Migranten offenbar weiterhin, von Ceuta oder Marokko aus das europäische Festland zu erreichen. Laut dem Bericht wurden in den vergangenen Tagen mehrfach Boote in der Strasse von Gibraltar abgefangen. Der Sender GBC News meldete zuletzt die Festsetzung von 17 Migranten auf dem Weg zum spanischen Festland. Gleichzeitig zeigen Videoaufnahmen erfolgreiche Anlandungen an der Küste bei Algeciras.