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Acht Professuren und eigener Campus: Universität Münster schafft Europas erste Fakultät für islamische Theologie

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Acht Professuren und eigener Campus: Universität Münster schafft Europas erste Fakultät für islamische Theologie
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Die Universität Münster richtet zum 1. Juli die erste islamisch-theologische Fakultät Europas ein. Die Hochschule kündigte an, dass sich Studierende ab diesem Zeitpunkt einschreiben können. Der reguläre Lehrbetrieb soll laut Welt-Bericht nach Abschluss der Gremienbesetzungen im Wintersemester 2026/27 beginnen.

Mit der neuen Fakultät erhält die islamische Theologie in Münster einen eigenständigen institutionellen Rahmen. Geplant sind acht Professuren, ein neuer Religionscampus sowie eine der weltweit grössten Fachbibliotheken zum Thema Religion. Zu den Studienangeboten zählt insbesondere das Lehramt für islamischen Religionsunterricht. Die Fakultät geht aus dem bisherigen Zentrum für islamische Theologie hervor, das seit 2010 besteht und nach Angaben der Universität von ursprünglich 13 Studierenden und drei Mitarbeitern auf heute rund 450 Studierende sowie etwa 80 Beschäftigte gewachsen ist.

Rolf Vennenbernd/DPA/Keystone
Fürstbischöfliches Schloss Münster, Sitz der Universität Münster (Symbolbild)
Rolf Vennenbernd/DPA/Keystone

Gründungsdekan wird der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide, der das Zentrum seit 2012 leitet. Mit dem Fakultätsstatus erhält die Einrichtung zusätzliche akademische Rechte. Künftig kann sie unter anderem eigene Promotionsverfahren durchführen und Prüfungskommissionen selbst besetzen.

Die frühere deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl und ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan bezeichnete die Gründung als Meilenstein. In einem Gastbeitrag für domradio.de erklärte sie: «Die Fakultät wird europaweit wahrgenommen werden.» Die neue Einrichtung stärke die wissenschaftliche Theologie insgesamt und könne zum besseren Verständnis der Rolle von Religionen in modernen Gesellschaften beitragen. Zudem betonte Schavan die Bedeutung universitärer Standards und des Austauschs mit anderen Wissenschaftsdisziplinen für Glaubwürdigkeit und internationale Anerkennung.

Begleitet wird das Projekt auch von Kritik. Nach Angaben des lokalen Informationsportals «Münster Update» musste bei einem Beitrag zur Fakultätsgründung die Kommentarfunktion wegen zahlreicher beleidigender Reaktionen deaktiviert werden.

Mit der Neugründung baut Deutschland seine universitäre Ausbildung islamischer Religionslehrkräfte weiter aus und verankert die islamische Theologie dauerhaft auf Fakultätsebene.

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