Deutschland hat weltweit die zweithöchste Zahl aufgenommener Flüchtlinge. Das geht aus dem neuen Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor, über den die Bild berichtet. Ende 2025 lebten demnach 2,7 Millionen Flüchtlinge und Schutzsuchende in Deutschland. Nur Kolumbien lag mit 2,8 Millionen Menschen knapp davor.
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Die Zahlen umfassen Personen mit Flüchtlingsstatus nach der Genfer Konvention, Menschen mit anderem internationalem Schutzstatus sowie Migranten in flüchtlingsähnlichen Situationen. Deutschland ist damit das einzige westliche Land unter den sechs grössten Aufnahmestaaten weltweit. Nach Deutschland folgen die Türkei mit 2,4 Millionen, Uganda mit 1,9 Millionen, der Iran mit 1,7 Millionen und der Tschad mit 1,5 Millionen aufgenommenen Flüchtlingen. Zusammen beherbergen diese sechs Staaten 36 Prozent aller Flüchtlinge weltweit.
Die grösste Flüchtlingsgruppe in Deutschland bilden weiterhin Ukrainer. Ende 2025 lebten laut UNHCR rund 1,2 Millionen ukrainische Flüchtlinge im Land. Es folgen 668.600 Syrer und 288.300 Afghanen. Während die Zahl der Ukrainer und Syrer gegenüber dem Vorjahr leicht zurückging, nahm die Zahl der Afghanen weiter zu.
Der Rückgang bei den syrischen Flüchtlingen ist nach Angaben des UNHCR allerdings nur teilweise auf Ausreisen zurückzuführen. Eine wichtige Rolle spielen Einbürgerungen. Viele Syrer, die seit der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, besitzen inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit und werden deshalb in der Statistik nicht mehr als Flüchtlinge geführt. Seit 2015 sind mehr als eine Million Syrer als Asylsuchende nach Deutschland eingereist.
Im Gegensatz zu Deutschland verzeichnete die Türkei einen deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen. Laut UNHCR sank die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge dort bis Ende 2025 um 19 Prozent. Als Grund nennt der Bericht die verstärkte freiwillige Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat.