Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat einen historischen Höchststand an Strafverfahren im Zusammenhang mit islamischem Terrorismus bekanntgegeben.
Der Sonntagszeitung sagte Bundesanwalt Stefan Blättler (parteilos), die Situation sei auch in der Schweiz angespannt und durch die Instabilität im Nahen Osten sehr unübersichtlich. Seine Behörde bearbeite derzeit 120 Strafverfahren. Dies entspreche einer Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren.
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Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalpolizei seien momentan mit diesen Verfahren derart ausgelastet, dass andere Ermittlungen zu kurz kämen: «Ich habe einzelne Dossiers in der Schublade, die wir nicht sofort bearbeiten können – schlicht weil das Personal fehlt», ergänzte Blättler. Dabei gehe es um Fälle von mutmasslicher organisierter Kriminalität und Cyberkriminalität.
Die Schweiz müsse aufpassen, dass hierzulande keine Verhältnisse wie in belgischen oder schwedischen Vororten entstünden. Dort seien die Spuren von Bandenkriminalität deutlich sichtbar geworden – «mit Schiessereien, Dutzenden Toten und Schutzgelderpressung».
Im Hinblick auf die jüngsten Attentate von Magdeburg und New Orleans sagte Blättler, er rechne auch in der Schweiz mit einer Zunahme terroristischer Aktivitäten. Die Vorfälle unterstrichen «aufs Neue, dass wir wachsam sein müssen», so der Bundesanwalt. Der Bund habe die innere Sicherheit lange Zeit vernachlässigt.