Vor allem jüngere Stimmberechtigte haben die 10-Millionen-Initiative der SVP deutlich stärker unterstützt als frühere Vorlagen zur Begrenzung der Zuwanderung. Wie eine Analyse von Tamedia und 20 Minuten zeigt, stimmten 48 Prozent der unter 35-Jährigen und 51 Prozent der 35- bis 49-Jährigen der Initiative zu. Insgesamt erreichte die Vorlage am 14. Juni einen Ja-Anteil von 45 Prozent.
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Die Analyse führt den Wandel vor allem auf die Entwicklung am Wohnungsmarkt zurück. Junge Erwachsene seien von steigenden Mieten und Wohnungsknappheit besonders betroffen, da sie häufiger umziehen und erstmals Wohnraum suchten. Neben Faktoren wie wachsendem Flächenverbrauch pro Kopf sowie Bauvorschriften und Einsprachen erhöhe die Zuwanderung die Nachfrage nach Wohnungen zusätzlich. Ältere Eigentümer profitierten dagegen häufig von steigenden Immobilienwerten, während langjährige Mieter seltener von höheren Marktmieten betroffen seien.
Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht die Analyse mögliche Gründe für die veränderte Haltung. Zwar hätten Studien keine generellen negativen Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf Beschäftigung oder Löhne von Einheimischen festgestellt. Jüngere Erwerbstätige stünden jedoch häufiger in direkter Konkurrenz zu jungen, gutqualifizierten Zuwanderern, während ältere Arbeitnehmer eher von Aufstiegsmöglichkeiten profitierten.
Der Bundesrat hatte im Abstimmungskampf vor den Folgen einer Annahme der Initiative für den Arbeitsmarkt gewarnt, insbesondere im Gesundheitswesen. Das Argument eines drohenden Fachkräftemangels gehörte gemäss Umfragen zu den wichtigsten Gründen für die Ablehnung der Vorlage. Gleichzeitig deutet eine Umfrage zum EU-Vertragspaket ebenfalls auf einen Generationenunterschied hin: Während eine Mehrheit der über 50-Jährigen zustimmen würde, lehnt eine Mehrheit der Jüngeren das Paket derzeit ab.