Seit über fünfzehn Jahren gehe ich praktisch in jedes Stück im Schauspielhaus Zürich. Häufig spontan, meist allein. Früher begleiteten mich Freunde oder Bekannte. Von denen will keiner mehr mit. «Warum tust du dir das an?», sagen sie. Ich mag die Atmosphäre, das Unmittelbare, die Nähe zu den Schauspielern. Doch bei der letzten Vorstellung lief ich aus dem Saal. Mitten im Stück. Ich musste mich nicht durch die Reihen kämpfen, denn der Zuschauerraum war weitgehend leer. Normalerweise würden mir die Schauspieler leidtun, die oben auf der Bühne stehen und mitanschauen müssen, wie einer aus dem Publikum aufsteht und geht. Doch diesmal hielt sich mein Mitleid in Grenzen. Das S ...