Die Wurzeln der Weinkultur in vielen Teilen unserer Welt reichen bis weit in die Vergangenheit zurück – und tief in unser gesellschaftliches Zusammenleben hinein. In der Schweiz beispielsweise deuten Spuren aus der Eisenzeit darauf hin, dass der Rebbau im heutigen Kanton Wallis auf eine über 2500 Jahre alte, reiche Geschichte zurückblickt.
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In diese Geschichte mögen insbesondere Vertreterinnen und Vertreter der jüngeren Generationen heute nicht mehr eintauchen. Bewegungen wie «Sober curious» wenden sich aus Gesundheits- und Lifestyle-Gründen bewusst vom Alkoholkonsum ab und suchen anderswo nach Genuss, Freude und Gesellschaft.
Ihnen gegenüber stehen Winzerinnen und Winzer, die mit neuen Visionen und frischen Ideen in die Fussstapfen ihrer Vorfahren treten. Nicht wenige von ihnen lenken Betriebe, die in den letzten Jahrzehnten auf Abwege geraten sind, in neue Bahnen. Sie kombinieren uraltes Weinbau-Know-how mit moderner Technik und Erkenntnissen aus der regenerativen Landwirtschaft und haben sich das Hochhalten von naturnahen Praktiken, die Förderung der Biodiversität und das Zelebrieren von Handwerkskunst auf die Flagge geschrieben.
Und so kehrt, wer Weingüter wie das Château Galoupet in Südfrankreich besucht, heim mit paradiesischen Bildern im Kopf – und mit der Erinnerung an die intensiven Aromen der frischen Roséweine, die vor Ort mit schier unermesslichem Aufwand erzeugt werden.
Wir finden: Solche Reisen, bei denen sich landschaftliche Impressionen und entspannte Verkostungen gegenseitig befruchten, zählen zu den schöneren Momenten eines unvergesslichen Sommers. In diesem Geist sind die in dieser Spezialbeilage versammelten Artikel, Reportagen und Empfehlungen zu verstehen, deren Schauplätze an der Côte d’Azur, in der Toskana oder in der Champagne liegen.
Singender Winzer
Denn manchmal funktioniert es genau umgekehrt. Dann sorgt eine Entdeckung zu Hause dafür, dass man zur Landkarte greift und Zugverbindungen recherchiert. Das kann eine önologische Offenbarung sein, empfohlen vom Händler des Vertrauens – oder die Bekanntschaft mit einer Persönlichkeit aus der weiten Welt der Weine.
So geschehen kürzlich an einem «Wine and Dine»-Abend im Hotel «Baur au Lac»in Zürich. Dort wurden einige der vielfach ausgezeichneten Gewächse von Álvaro Palacios zu einem superaromatischen Menü von Küchenchef Maximilian Müller serviert. Als der spanische Star-Winzer dann noch ein Volkslied in den Saal schmetterte, war der Entschluss schnell gefasst: Die nächste Weinreise geht in die Rioja.