Russland und die Ukraine glauben laut einem Bericht der Financial Times kaum noch an eine Wiederaufnahme ernsthafter Friedensgespräche unter Vermittlung der USA. Die Zeitung beruft sich auf Gespräche mit Vertretern beider Seiten sowie westlichen Diplomaten. Demnach gehen sowohl Moskau als auch Kiew davon aus, dass selbst ein Ende der Spannungen im Nahen Osten kaum Bewegung in den festgefahrenen Verhandlungsprozess bringen würde.
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Die Financial Times berichtet, Kremlchef Wladimir Putin habe seinen Fokus inzwischen vollständig auf militärische Geländegewinne gelegt. Nach Einschätzung mehrerer Gesprächspartner wolle Russland zunächst den gesamten Donbass unter Kontrolle bringen und danach seine territorialen Forderungen weiter ausdehnen. Russische Militärführer hätten Putin überzeugt, dass eine vollständige Einnahme der Region bis Herbst möglich sei. Anschliessend könne Moskau zusätzliche Gebiete wie Cherson oder Saporischschja zur Bedingung für einen Waffenstillstand machen.
Die ukrainische Führung wiederum sieht sich laut Financial Times weniger unter Druck aus Washington als noch zu Jahresbeginn. Hintergrund seien erfolgreiche Drohnenangriffe tief im russischen Hinterland sowie die verlangsamte russische Offensive an der Front. Ein ukrainischer Vertreter sagte der Zeitung: «Alles, was verhandelt werden konnte, ist bereits verhandelt worden.» Gleichzeitig werfen ukrainische Offizielle der US-Regierung vor, Moskau nie ernsthaft zu Zugeständnissen gedrängt zu haben.
Der Kreml knüpft weitere Gespräche an harte Bedingungen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut Financial Times, Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse seine Truppen aus dem Donbass und weiteren von Russland beanspruchten Regionen abziehen, damit ein Waffenstillstand möglich werde. Westliche Diplomaten sehen darin keinen ernsthaften Verhandlungswillen. Ein deutscher Diplomat sagte der Zeitung: «Russlands Handlungen widersprechen klar jeder angeblichen Bereitschaft zu Verhandlungen.»
Zwar bemühen sich beide Seiten weiterhin, US-Präsident Donald Trump im Prozess zu halten. Gleichzeitig schwindet laut Financial Times das Vertrauen in dessen Vermittlungsbemühungen zunehmend.