Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Zwei Romands setzen sich für die französischsprachige Mehrheit im Kanton Freiburg ein. Dabei kommt dort die deutschsprachige Minderheit immer mehr unter Druck

Anhören ( 2 min )
KI-Stimme
Zwei Romands setzen sich für die französischsprachige Mehrheit im Kanton Freiburg ein. Dabei kommt dort die deutschsprachige Minderheit immer mehr unter Druck
Zwei Romands setzen sich für die französischsprachige Mehrheit im Kanton Freiburg ein. Dabei kommt dort die deutschsprachige Minderheit immer mehr unter Druck
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

In den Tamedia-Blättern schlagen Antoine Geinoz und Alexandre Papaux Alarm. Der Grund: Ein neues Sprachgesetz soll Freiburger Gemeinden die Zweisprachigkeit ermöglichen. Da gehe es um eine «Verdeutschschweizerung» des Kantons, behaupten die beiden. Geinoz war früher Generalsekretär der kantonalen Gesundheitsdirektion, Papaux amtete ehemals als Kantonsrichter. Sie bilden das Präsidium des kämpferischen Interessverbands Communauté du Pays de Fribourg.

© KEYSTONE / GAETAN BALLY
Ein Wegweiser zur Universitaet Freiburg/Universite de Fribourg ist zweisprachig beschriftet, aufgenommen am 21
© KEYSTONE / GAETAN BALLY

Schon als die Stadt Freiburg ein zweisprachiges Logo einführte, schrie die Spitze dieses Verbandes Zeter und Mordio. Die ehemals hochdotierten Kantonsangestellten scheinen eines zu vergessen: Die Stadt Freiburg ist seit weit über 800 Jahren zweisprachig. Sie wurde von Herzog Berchtold IV. von Zähringen als Bollwerk gegen den Druck der Savoyer aus dem Westen gegründet. Das Freiburgerdeutsch war einst weit stärker verbreitet, als es heute ist. Eine Tatsache, die aber längst der Vergangenheit angehört.

Der Aufschrei über die angebliche Drangsalierung der Schweizer Romands als Minderheit steht gerade den Freiburgern schlecht zu Gesicht. Denn dort ist es die deutschsprachige Minderheit, die sich seit Jahrzehnten, ja Jahrhunderten in der Defensive befindet. Heute ist gerade noch ein Viertel der Kantonsbewohner deutschsprachig. Wenn jetzt ein paar Gemeinden mit einer starken deutschsprachigen Minderheit die Zweisprachigkeit einführen, ist dies beileibe kein Weltuntergang. Vielmehr steht seit 1990 in der Kantonsverfassung, dass die beiden Sprachen gleichberechtig sind. Was allerdings an den Machtverhältnissen nichts ändert, wonach die Romands im Kanton eindeutig den Takt vorgeben.

Man darf bezweifeln, dass die Eidgenossen 1481 Stadt und Land Freiburg im Üechtland in ihren Bund aufgenommen hätten, wenn es sich um rein «burgundische Welsche» gehandelt hätte. Weil es aber dort – inklusive in der Hauptstadt – sehr viele «Alemannen» gab, wurde Freiburg damals tatsächlich schweizerisch. Wie die seitherige Historie gezeigt hat, keineswegs zu ihrem Nachteil.

Bei der Volkszählung von 1950 betrug der Anteil an Deutschfreiburgern im Kanton noch 33 Prozent. Heute sind es gerade noch 26 Prozent. Auch in der Stadt Freiburg ist das deutschsprachige Element eindeutig abnehmend. Dennoch behaupten die aktivistischen Romands Geinoz und Papaux unerschütterlich, Französisch sei eine Minderheitensprache, «die immer stärker unter Druck ist und die es zu schützen gilt».

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 06.10.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.