Die Neutralitätsinitiative sei unnötig, weil die Schweiz längst neutral sei: Das ist eine der zentralen Botschaften der Gegner der Vorlage, über die am 27. September abgestimmt wird.
Einer sieht das anders: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er reagiert auf eine Videobotschaft von Bundespräsident Guy Parmelin, welcher der Ukraine zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit gratuliert und dem Land die Unterstützung auf «seinem Weg zu einer Zukunft dauerhaften Friedens und Stabilität» zusichert.
SERGEY DOLZHENKO / KEYSTONE
Selenskyjs Antwort auf X: «Obwohl die Schweiz neutral ist, war sie im Geist nie neutral. Sie hat die Widerstandskraft unseres Volkes unterstützt und, was wichtig war, jede echte Gelegenheit genutzt, um zur Friedenssicherung beizutragen.» Er schätze das sehr, so der Präsident der Ukraine weiter.
Being neutral, Switzerland has never been neutral in spirit. You have supported the resilience of our people and, importantly, every genuine opportunity to help achieve peace. We deeply appreciate all of this. Thank you, President @ParmelinG, and the people of Switzerland, for… https://t.co/gEG8DI9CKp
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) August 25, 2026_e('Werbung', 'weltwoche'); ?>
Die Reaktion auf Parmelins Pflichtgratulation ist eine regelrechte Liebesbekundung. Eine, die klar zeigt, wie die Ukraine und damit wohl auch alle ihre Verbündeten die Schweiz wahrnehmen: als Land, das technisch zwar neutral sein mag, diese Neutralität im Fall der Ukraine aber nicht lebt, sondern an deren Seite steht.
Ob Selenskyj den Gegnern der Initiative damit einen Gefallen tut? Klarer zum Ausdruck bringen, dass die Neutralität blosse Theorie ist und seit Jahren unterlaufen wird, kann man gar nicht, als wenn sich eine Kriegspartei für die Unterstützung bedankt.
Man darf diesen Positionsbezug zugunsten der Ukraine, den ihr Präsident hier bestätigt, natürlich gut finden, wenn man will. Aber man sollte konsequenterweise nicht mehr von Neutralität sprechen.