Russlands Botschafter in Berlin, Sergei Netschajew, weist die jüngsten deutschen Vorwürfe gegen Moskau zurück und warnt vor einer weiteren Eskalation im deutsch-russischen Verhältnis. «Wir wollen kein Krieg mit Deutschland», sagte Netschajew im Podcast «ungeskriptet» von Ben Berndt. Teile des gut einstündigen Gesprächs veröffentlichte die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung vorab.
In diesen verrückten Zeiten durfte ich mit Sergej J. Netschajew, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland über Krieg und Frieden sprechen.
— Ben Berndt (@benungeskriptet) September 4, 2026
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Der Botschafter reagierte damit auf die Spannungen nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle im August. Aussenminister Johann Wadephul (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) machten Russland am Dienstag offiziell für den versuchten Anschlag verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe.
Berlin kündigte daraufhin weitere diplomatische Schritte an. Das letzte russische Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden. Zudem kündigte Deutschland das bilaterale Rahmen- und Liegenschaftsabkommen von 2011, das unter anderem den rechtlichen Status des Russischen Hauses in Berlin und der Goethe-Institute in Russland regelt. Moskau reagierte seinerseits mit der angekündigten Schliessung der drei verbliebenen Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk.
Netschajew bezeichnete die deutschen Massnahmen als aussergewöhnlich weitreichend. «Die Massnahmen, die […] angeblich anlässlich dieses Vorfalls [eingeführt sind] – die sind drastisch und enorm streng. […] Was wir, ich würde sagen, nach dem Weltkrieg noch nie gehabt haben», sagte er.
Zugleich warb der Botschafter für eine Wiederannäherung. «Wir brauchen Freundschaft mit Russland, gute Beziehungen mit Russland, Vertrauen mit Russland. Das brachte dem deutschen Volke immer positive Ergebnisse und positive Entwicklungen. Schlechte Beziehungen brachten unseren beiden Völkern Katastrophen und Tragödien. Schluss damit.»