Russlands Präsident Wladimir Putin hat britische Militäreinrichtungen in der Ukraine zu möglichen Angriffszielen erklärt und zugleich vor einer Ausweitung russischer Vergeltungsschläge gewarnt.
«Alle militärischen Einrichtungen in der Ukraine sind für uns legitime Ziele – britische ebenso wie alle anderen», sagte Putin am Mittwoch nach dem Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek. Auf die Frage, ob auch militärisch-industrielle Anlagen in Grossbritannien ins Visier geraten könnten, falls britische Waffen gegen Russland eingesetzt würden, legte sich Putin nicht fest: «Das ist ein Geheimnis. Ein militärisches Geheimnis.»
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Putin zeichnete zugleich ein für Moskau günstiges Bild der Frontlage. Russische Truppen erhöhten nach seinen Angaben das Tempo ihrer Offensive und rückten unter anderem auf Slawjansk, Kramatorsk und Druschkowka vor. Nahe dem Krasnooskolskoje-Stausee seien rund 5000 ukrainische Soldaten eingeschlossen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben zunächst nicht. Einen Waffenstillstand entlang der gegenwärtigen Frontlinie lehnte Putin ab. «Wir wollen ihn nicht einfrieren. Wir wollen den Krieg beenden und einen dauerhaften, absoluten Frieden erreichen – sowohl in der Ukraine als auch in Europa.»
Scharf reagierte der Kremlchef auf Äusserungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum zivilen Flugverkehr im russischen Luftraum. Putin sprach von einem Versuch des «Staatsterrorismus». «Mit Terroristen verhandelt man nicht», sagte er. Sollte es tatsächlich Angriffe auf Passagierflugzeuge geben, werde Moskau Mittel für eine Antwort finden.
Zudem kündigte Putin massive Angriffe auf ukrainische Energieanlagen als Reaktion auf Attacken gegen russische Infrastruktur an. Russische Schläge gegen Schiffe richteten sich laut Putin ausschliesslich gegen Transporte von Waffen und Munition in die Ukraine.
Auch Deutschland nahm Putin ins Visier. Russland könne weiterhin Gas liefern; Berlin müsse dafür lediglich «den Knopf drücken». Der deutschen Führung fehle jedoch wegen der US-Sanktionen der politische Wille dazu, sagte der Präsident.