Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich am Montag erstmals öffentlich zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt geäussert. Einen Tag nach dem historischen Sieg der AfD trat der CDU-Chef gemeinsam mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze vor die Kameras. Das Ergebnis habe er «in dieser Form nicht erwartet», sagte Merz. «Wir sind alle zutiefst schockiert.» Die Niederlage sei die schwerste, «die die CDU seit Jahrzehnten erlebt hat».
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Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die AfD auf 39 der 83 Sitze im Landtag und verfehlt damit die absolute Mehrheit von 42 Mandaten nur knapp. Die CDU erhält 15 Sitze. Merz erklärte, mit dem Wahlsonntag habe sich «nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland». Das Ergebnis müsse Konsequenzen haben. Seine persönliche Verantwortung nehme er «ausserordentlich ernst». Aufgeben sei für ihn jedoch «keine Option».
Besorgt zeigte sich der Kanzler auch über die internationale Wirkung des AfD-Erfolgs. «Allein wenn man sieht, wer gestern gratuliert hat», sagte Merz mit Blick unter anderem auf Elon Musk und Viktor Orbán. Zugleich versicherte er dem Ausland: «Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil.» Deutschland werde seine politische Ordnung und seine Verankerung in Europa aufrechterhalten.
An seinem Reformkurs will Merz trotz der Wahlniederlage festhalten. Deutschland brauche «grundlegende Reformen», um «Versäumnisse und Fehler der letzten zwei Jahrzehnte» zu korrigieren. Allerdings müsse die Regierung ihre Politik künftig besser vermitteln und die Menschen stärker erreichen. Viele Bürger hätten Angst um ihre wirtschaftliche Zukunft und soziale Absicherung.