Bei einem Umspannwerk nahe Bergheim bei Köln ermittelt die Polizei wegen eines möglichen Anschlags auf das deutsche Stromnetz, berichtet die Bild-Zeitung. Anwohner meldeten am Dienstagabend Blitze und Explosionen an der Anlage des Übertragungsnetzbetreibers Amprion; anschliessend sperrten Einsatzkräfte das Gelände grossräumig ab und begannen mit der Spurensicherung.
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Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass möglicherweise eine Servicedrohne versehentlich eine Hochspannungsleitung getroffen hatte. Später sei jedoch eine mögliche Attacke mit einer oder mehreren Drohnen in den Fokus gerückt. Auch ein angrenzendes Maisfeld wurde abgesperrt. In der Nacht rückten Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei an, während die Polizei das Areal ihrerseits mit mindestens einer Drohne absuchte.
Das Polizeipräsidium Essen übernahm am späten Abend den Einsatz. Es gehört zu den Grosspräsidien, die für Anschlagsszenarien zuständig sind. Was genau an der Anlage geschehen ist, konnte die Polizei zunächst nicht feststellen. Die Spurensicherung wurde nach Angaben des Berichts durch die Dunkelheit erschwert.
Brisant ist der Vorfall auch wegen der Lage des Umspannwerks: Es befindet sich nur wenige Hundert Meter vom Braunkohlekraftwerk Niederaussem entfernt. Amprion ist einer von vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern und betreibt rund 11.000 Kilometer Höchstspannungsleitungen zwischen Nordsee und Alpen.
Der Vorfall ereignete sich zudem am selben Tag wie eine mutmassliche Sabotage an einem Umspannwerk in Brandenburg. Dort war nach Angaben des Berichts Pyrotechnik eingesetzt worden; die Polizei geht von einem gezielten Angriff auf das Stromnetz aus. Ob zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. In Bergheim laufen die Ermittlungen zur Ursache und zu möglichen Tätern weiter.