Die neue schwarz-rote Koalition will die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden abschaffen. Stattdessen soll künftig eine wöchentliche Maximalarbeitszeit gelten. Arbeitnehmer könnten so an einzelnen Tagen länger arbeiten – und dafür an anderen frei haben. Das berichtet die Bild-Zeitung.
Arbeitsrechtlerin Livia Merla erklärt: «In diesem Fall hätte der Arbeitnehmer zwar längere Arbeitstage, aber könnte auch von längeren freien Blöcken profitieren.» Ein Beispiel: Vier Tage je zehn Stunden arbeiten, um ein langes Wochenende zu geniessen.
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Bisher erlaubt das Arbeitszeitgesetz maximal acht Stunden täglich, mit Ausnahmen bis zu zehn. Diese Grenze soll nun durch ein flexibleres Modell ersetzt werden. Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lobt die neue Freiheit, warnt jedoch: «Es sollte nicht Sinn der Sache sein, dass Arbeitnehmer künftig standardmässig weit über zehn Stunden pro Tag arbeiten. Studien zeigen, dass das der Leistung und der Gesundheit schadet.»
Die neue Regelung soll helfen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Experten sehen darin Chancen – und Risiken. Weber betont: «Wichtig ist, dass Arbeitgeber die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gut im Blick behalten.»
Trotz aller Flexibilitätsversprechen bleibt Skepsis: Ob die neugewonnene Freiheit tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt – oder lediglich zu höherer Belastung führt – hängt von der konkreten Umsetzung in den Betrieben ab.