Der belarussische Oppositionsführer Sjarhei Zichanouski ist nach über vier Jahren Haft freigekommen. Wie das Onlineportal Politico berichtet, erfolgte seine Freilassung im Rahmen eines Abkommens, das von Keith Kellogg, dem US-Sondergesandten, ausgehandelt wurde.
Zichanouski war seit Mai 2020 inhaftiert, nachdem er bei den Präsidentschaftswahlen gegen Amtsinhaber Alexander Lukaschenko antreten wollte. Seine Verhaftung hatte landesweite Proteste ausgelöst. Nun wurde er zusammen mit weiteren politischen Gefangenen begnadigt – mutmasslich als Folge eines Treffens zwischen Kellogg und Lukaschenko in der vergangenen Woche.
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Die Freilassung ist auch ein symbolischer Erfolg für seine Ehefrau Swjatlana Zichanouskaja, die nach der umstrittenen Wahl 2020 ins Exil nach Litauen ging. Auf der Plattform X veröffentlichte sie ein Video mit den Worten: «Die Freilassung von Sjarhei ist ein Schritt in Richtung Freiheit für ganz Belarus. Ich bin zutiefst dankbar für die unglaubliche Unterstützung.»
Zichanouskaja bedankte sich ausdrücklich bei US-Präsident Donald Trump, dem Aussenministerium, General Kellogg sowie bei Litauen und der EU. Auch internationale Reaktionen blieben nicht aus. Grossbritanniens Premierminister Keir Starmer erklärte, die Freilassung erinnere daran, «dass demokratische Werte nicht zum Schweigen gebracht werden können».
Zu den weiteren freigelassenen Personen gehören laut russischen Medien der Journalist Igor Karnei und die Wissenschaftlerin Natalia Dulina aus Minsk. Eine Stellungnahme aus Minsk zu den Motiven der Freilassung liegt bislang nicht vor.