Das Pentagon hat mehrere konservative Militär-Influencer in zivile Regierungsfunktionen geholt, ohne deren Aufgaben öffentlich zu machen. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf Pentagon-Unterlagen und mit der Angelegenheit vertraute Personen. Pentagon-Sprecher Joel Valdez wollte gegenüber der Zeitung weder die Funktionen noch eine mögliche Bezahlung der Betroffenen kommentieren.
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Zu den Mitarbeitern gehören demnach die pensionierten Obersten Rob Maness und Kurt Schlichter. Beide verfügen über grosse Reichweiten auf X und sind laut Pentagon-Daten dem Büro von Anthony Tata, Staatssekretär für Personal und Einsatzbereitschaft, zugeordnet. Auch der unter dem Pseudonym «Cynical Publius» bekannte Thomas Anderson arbeitete zeitweise für das Verteidigungsministerium. Die drei Männer sollen als «Special Government Employees» oder «Highly Qualified Experts» eingesetzt worden sein.
Brisant ist die Doppelrolle, weil die Influencer öffentlich Positionen von Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstützen, Kritiker der Trump-Regierung angreifen und ihre Tätigkeit für das Pentagon dabei teilweise nicht offenlegten. Maness forderte etwa, «illoyale» Karrieremitarbeiter aus dem Ministerium zu entfernen. Schlichter lobte Hegseth öffentlich. Anderson bestätigte inzwischen, bis Ende Juli als Sondermitarbeiter tätig gewesen zu sein, betonte jedoch, für seine Veröffentlichungen nie Geld von einer Regierung erhalten zu haben.
Maness, Schlichter und Anderson arbeiteten laut Bericht zudem an einer Pentagon-Arbeitsgruppe mit, die Militärhochschulen auf als «woke» oder «toxisch» eingestufte Ideologien untersuchte. Ein Bericht der Gruppe ist fertiggestellt, aber noch nicht veröffentlicht.
Bereits zuvor war bekannt geworden, dass die konservative Influencerin Jennica Pounds seit Juli als Sondermitarbeiterin des Pentagon arbeitet. Kritiker werfen dem Ministerium deshalb vor, die Grenze zwischen Regierungsarbeit, politischer Kommunikation und scheinbar unabhängigen Stimmen in sozialen Medien zu verwischen.