Der Spiegel legt nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt mit einer neuen Titelgeschichte über die Partei nach. «Was planen die Verfassungsfeinde?», fragt das Nachrichtenmagazin auf seinem aktuellen Cover. Darunter steht: «So will die AfD Sachsen-Anhalt umbauen – und die Macht in ganz Deutschland erobern.» Zu sehen sind Wahlsieger Ulrich Siegmund sowie die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla, eingefärbt in kräftiges Rot.
Screenshot X/@derspiegel
Bereits vor der Landtagswahl hatte der Spiegel Siegmund auf die Titelseite gesetzt und ihn als «gefährlichsten Mann Deutschlands» bezeichnet. Die Aufmachung erinnerte an ein Fahndungsplakat. Die AfD gewann die Wahl anschliessend mit 43,8 Prozent und verfehlte die absolute Mehrheit nur knapp. Siegmund reagierte auf das damalige Cover mit Spott und signierte im Wahlkampf Hunderte Exemplare.
In der neuen Titelgeschichte entwirft das Magazin Szenarien für eine mögliche AfD-Regierung. Im Zentrum stehen die angekündigte Verschärfung der Migrationspolitik, Änderungen im Schulwesen sowie ein möglicher Umbau von Verwaltung, Justiz und Verfassungsschutz. Die AfD wolle eine «Abschiebe- und Remigrationsoffensive» und habe angekündigt, Schlüsselpositionen in der Landesverwaltung neu zu besetzen. Der Spiegel warnt dabei vor einer «schleichenden Ideologisierung der Verwaltung».
Die erneute Titelwahl sorgt auch in der CDU für Streit. Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, schrieb auf X, der Spiegel habe «so ziemlich gar nichts verstanden». Mit solchen AfD-Titelbildern werde man die Partei jedenfalls nicht kleinbekommen. Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz widersprach: «Aber man macht klar, mit wem man es zu tun hat.»
Schon das erste Siegmund-Cover hatte heftige Kritik ausgelöst. Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit verteidigte damals die Zuspitzung: «Sagen, was ist» gelte auch für die Titelseite.