CIA-Direktor John Ratcliffe ist überraschend nach Moskau gereist und hat sich dort am Dienstag rund vier Stunden aufgehalten. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, handelte es sich um Ratcliffes ersten öffentlich bekannten Besuch in der russischen Hauptstadt. Die CIA lehnte eine Stellungnahme zu der Reise ab.
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Unklar blieb zunächst, mit wem Ratcliffe zusammentraf und welchen Auftrag er hatte. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, ihm lägen keine Informationen über den Besuch vor. Treffen zwischen Vertretern der Regierung von US-Präsident Donald Trump und dem Kreml seien für diese Woche nicht geplant. Flugbeobachter hatten zuvor eine amerikanische Militärmaschine vom Typ C-17 registriert, die von Riga zum Moskauer Flughafen Wnukowo flog.
Die Reise fällt in eine Phase intensiver Kontakte zwischen Washington und Moskau. Die USA bemühen sich um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs und stehen zugleich wegen des Iran-Konflikts mit Russland in Gesprächen. Nach Informationen des Wall Street Journal verfügen die amerikanischen Geheimdienste zudem über Erkenntnisse zu möglichen russischen Mobilisierungsvorbereitungen in der Ukraine und zu Szenarien, mit denen Moskau die Entschlossenheit der Nato testen könnte.
Ob Ratcliffe den russischen Präsidenten Wladimir Putin traf, blieb offen. Die frühere stellvertretende US-Geheimdienstkoordinatorin Beth Sanner hält es für möglich, dass der CIA-Chef Moskau eine direkte Warnung überbrachte. Ebenso könnten der Iran und die russische Unterstützung für Teheran Gegenstand der Gespräche gewesen sein.
Ratcliffes formeller Ansprechpartner in Russland ist Sergei Naryschkin, Chef des Auslandsgeheimdienstes SWR. Beide hatten bereits im März 2025 telefoniert und vereinbart, regelmässig in Kontakt zu bleiben, um Spannungen zwischen den beiden Atommächten zu begrenzen.