In einem Berliner Wald haben Sicherheitsbehörden ein verstecktes Waffenlager mit zwei Handfeuerwaffen und Munition entdeckt. Nach Einschätzung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) könnten die Waffen für einen Anschlag bestimmt gewesen sein. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen einen Verdächtigen, der derzeit in Rumänien inhaftiert ist. Es gehe um den Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Eine «Beteiligung fremder Mächte» sei nicht auszuschliessen, sagte Dobrindt am Freitag in Berlin.
Bernd von Jutrczenka/DPA/Keystone
Das Depot war bereits im vergangenen Jahr von Verfassungsschutz und Polizei aufgespürt worden. Statt es sofort auszuheben, machten die Ermittler die Waffen und Munition nach Angaben Dobrindts unbrauchbar beziehungsweise tauschten sie aus. Anschliessend überwachten sie das Versteck, um herauszufinden, wer die Waffen abholen würde. Doch niemand erschien. «Es gab keinen Abholer», sagte der Innenminister. Zu einem möglichen Anschlagsziel liegen nach seinen Angaben bislang keine Erkenntnisse vor.
Brisant ist der Verdacht, wer hinter dem Depot gestanden haben könnte. Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten, die Waffen seien mutmasslich für Tötungsdelikte im Auftrag russischer Geheimdienste bestimmt gewesen. Dobrindt selbst bestätigte eine russische Beteiligung jedoch nicht. Auch zum Verdächtigen machte der Minister wegen der laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben.
Dobrindt sieht den Fall als Teil einer breiteren Sicherheitsbedrohung. Spionage und Sabotage seien inzwischen Realität in Deutschland. «Hybride Bedrohungsszenarien, sie treffen uns auf unterschiedlichste Art und Weise», sagte er. Gleichzeitig wertete er das Vorgehen der Behörden als Beleg dafür, dass die Sicherheitsorgane solche Gefahren erkennen könnten.