Wer in Frankfurt durch die Innenstadt geht, sieht seit wenigen Tagen ein ungewöhnliches Gebilde über sich schweben: Über der Konstablerwache hängt ein 200 Quadratmeter grosses, buntes Netz aus Hightech-Fasern. Das Kunstwerk trägt den Namen «A Sky full of Hope». Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Die Installation der US-Künstlerin Janet Echelman hängt seit dem 11. August über dem zentralen Platz und soll dort drei Jahre bleiben. Anlass ist Frankfurts Rolle als Welt-Designhauptstadt 2026, berichtet die Bild-Zeitung.
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Das Frankfurter Kulturdezernat bezeichnet die Installation als «visuelle Bereicherung für die Innenstadt». Sie soll die Konstablerwache in einen «lebendigen Raum zum Verweilen, Begegnen und Mitgestalten verwandeln». Die aus Hightech-Fasern bestehende Konstruktion erscheint tagsüber als farbiges Netz und wird nachts beleuchtet. Den grössten Teil der Kosten finanziert die Stadt aus einem 30-Millionen-Euro-Topf zur Wiederbelebung der Innenstadt.
Für Kritik sorgt neben den Kosten vor allem die Vergabe des Auftrags. Obwohl öffentliche Ausschreibungen laut Bild normalerweise ab einem Auftragswert von 216.000 Euro vorgeschrieben sind, wurde das Projekt direkt an Echelman und die Frankfurter Agentur Atelier Markgraph vergeben. Dabei gibt es eine personelle Verbindung: Roland Lambrette ist Gesellschafter der GmbH, die Projekte der Welt-Designhauptstadt 2026 in Frankfurt plant und umsetzt, und zugleich ehemaliger Geschäftsführer von Atelier Markgraph. Auf die Frage der Bild nach einem möglichen Interessenkonflikt äusserte sich das Kulturdezernat nicht.
«Überall fehlen die Mittel, dafür ist offenbar Geld da», sagte eine Marktbesucherin namens Alena Eckert der Bild. Eine weitere Besucherin verwies auf eine defekte Toilette in der darunterliegenden U-Bahn-Station. Das Kulturdezernat begründet dies mit einem «einzigartigen Kunstwerk mit spezifischen Anforderungen». Wie sich die 2,301 Millionen Euro auf Künstlerhonorar und weitere Kosten verteilen, teilte die Stadt nicht mit. Genaue Beträge dürfe man aus rechtlichen Gründen nicht nennen.