Kapitel
- Einleitung und Begrüssung
- Änderungen der Ausgabe
- Interview mit Dimitri Peskov
- Fussball-WM und politische Themen
- Transgender-Frage im Marzilibad
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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zum letzten Mal vor der Moskauer Skyline mit dem hoch aufragenden Aussenministerium, das hier schon oft erwähnten... Dinosaurier-Diplomaten des ewigen Aussenministers Sergej Lavrov zur schweizerischen und zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich trotz allem am Dienstag, dem 7. Juli 2026. Zwei wichtige Änderungen. Erstens, diese Ausgabe ist voraufgezeichnet aufgrund meines Rückflugs in die Schweiz. und zweitens habe ich mir erlaubt, die schweizerische und die internationale Ausgabe zusammenzulegen, einfach aus Zeitgründen. Ich habe bis jetzt Interviews geführt, habe nur ganz kurz Zeit, mich in meinem Hotel an Sie zu wenden, damit Sie morgen regulär dieses Daily in Ihrem elektronischen Briefkasten haben. Bitte um Verständnis, das ist also kein genereller Kurswechsel, sondern das ist einfach eine der Situation geschuldete Anpassung. Das Interview liegt... ein paar Stunden hinter mir mit Dimitri Peskov, dem offiziellen Pressesprecher des Kreml, einem der engsten Mitarbeiter von Präsident Putin seit 2008. Seit 2012 Sprecher des Präsidenten, 2008 war Putin Ministerpräsident in einer Rochade mit dem dann zumaligen Präsidenten Medvedev, der heute vor allem als Twitterer und Meinungsbeeinflusser eine nicht immer sehr rühmliche Rolle spielt. Dimitri Peskov ist eine hochinteressante Erscheinung, meine Damen und Herren. Ein geschulter Diplomat, Schwerpunkt afrikanische und asiatische Studien, weitgereist aus einer Diplomatenfamilie. Er gilt als sehr westlich orientiert. Ich habe ihn darauf angesprochen, wie er das einschätzt. Er hat gesagt, Russland sei mehr als nur Europa. hat das vielleicht fast als eine gewisse Zurückstufung empfunden. Ich habe ihm gesagt, ich hätte das als Kompliment gemeint. Und Peskov, dieses Interview, schauen Sie sich das an, bilden Sie sich eine Meinung. Es ist ja unglaublich, dass solche Interviews gar nicht mehr in den regulären Medien vorkommen. Ich bin da nicht als Chefankläger gegangen, auch nicht als Grossinquisitor, sondern mich hat einfach Wunder genommen, wie er diese aus meiner Sicht hochbrenzlige, gefährliche, eskalationsbedrohte Lage beurteilt, wie gross die Gefahr ist, dass wir in einen dritten Weltkrieg hineinschlittern, dass die Russen massiv das Tor zur Hölle aufstossen mit einer Eskalation. Sind das alles Propagandaszenarien? Ist das jenseits der Wirklichkeit? Wo ist da die Sicht des Kreml auf die aktuelle Lage? Und Herr Peskov hat mir dazu ausführlich Auskunft gegeben. Wir haben uns fast eine Stunde lang unterhalten. geplant gewesen waren eigentlich 30 Minuten, aber es war interessant. Wir haben auch über Kultur gesprochen, wir haben uns über Schriftsteller unterhalten, beispielsweise über Ivan Ilyin und die Frage, ob man die Welt nur dann richtig erfasst, wenn man sie durch sein Herz betrachtet und wie es möglich ist, eine Aufschaukelung gegenseitigen Hasses zu durchbrechen. Also auch solche fast schon metaphysischen Themen haben da eine Rolle. gespielt, selbstverständlich aber auch jene Punkte, jene Aspekte der unmittelbaren Gegenwart, die natürlich interessieren, die Eskalationsgefahr, die Lage an der Front, noch einmal die Herkunftsgeschichte dieses Krieges und vor allem auch, und das ist sehr brisant, wird auch in den Medien thematisiert, ich habe es in der Neuen Zürcher Zeitung gesehen, dass Peskov dieser sehr sorgfältig formulierende Staatsdiener seit kurzem nun das Wort Krieg verwendet und nicht mehr einfach nur von einer militärischen Spezialoperation spricht. Ich habe ihn dann gefragt, was hat das damit auf sich. Er bettet das dann in einen grösseren Zusammenhang ein und sagt, wir haben schon vor Jahren von Krieg gesprochen, von der Kriegsgefahr, aber uns hat niemand zugehört. Und jetzt sehen wir, wie die Ukraine hier massiv aufmunitioniert wird von europäischen, aber auch von amerikanischen Partnern, Und die tragen den Krieg weit in die russische Landschaft hinein. Das ist für uns eine Belastung. Und selbstverständlich können wir das nicht auf uns sitzen lassen. Aber, und dann kommt eben auch eine Gegensteuerung, die Perspektive eines Dritten Weltkriegs in seiner vollen Wortbedeutung, die sieht Peskov nicht. Und er sagt, wir werden sicherlich den Dritten Weltkrieg nicht eröffnen. Das sind Aussagen einer gewichtigen Stimme aus dem Kreml. Intensive Debatten, schauen Sie sich das an, bilden Sie sich selber ein Urteil. Sehr, sehr wichtig meines Erachtens ist die Kraft der Konversation, dass man eben miteinander spricht, um mögliche Falschbeurteilungen zu revidieren, Irrtümer zu korrigieren. Die beiden Interviews, die ich an den Tagen zuvor geführt habe, mit Margarita Simonian, der RT-Chefredaktorin, einer ganz toughen und brillanten Journalistin mit grossem Leistungsausweis, dann mit Steven Seagal, dieser den Vereinigten Staaten von Amerika irgendwie abhandengekommenen Action-Legende, das sind Ausschnitte aus der Wirklichkeit, die meines Erachtens wert sind, bei uns zur Kenntnis genommen zu werden. Also... Ja, seien Sie gespannt auf diese... Gespräche auf diese Interviews, die wir in den kommenden Tagen vielleicht schon ab heute aufschalten werden. Was sind die grossen Themen? Hier in Moskau interessiert auch die Fussball-WM. Das ist also tatsächlich ein Gesprächsstoff. Selbst im Kreml, wir haben uns darüber unterhalten, den Ausschluss Russlands, aber auch die nun durch FIFA-Präsident Gianni Infantino. eröffnete Perspektive, eine Wiederaufnahme der Russen zu diesen Wettbewerben. Das wird als überfällig betrachtet. Man sehnt sich danach, wieder an diesen Wettbewerben teilzunehmen und man hofft auf die Überwindung der Gegensätze. Das Ausscheiden von Brasilien ist natürlich gross erörtert worden und die angeblichen oder tatsächlichen Trump-Telefonate, die da zur Abmilderung einer roten Karte Sanktion geführt haben, sollen bei einem amerikanischen Spieler, da wird jetzt sehr viel Verschwörungsenergie investiert. Bestätigt ist, dass es Gespräche gab, offenbar zwischen US-Präsident Trump und FIFA-Präsident Infantine oder bestimmten FIFA-Stellen. Aber die FIFA beteuert, dass da die mildernden Umstände oder die Herabmilderung der Sanktionen nicht auf die Intervention des amerikanischen Präsidenten. zurückgeführt werden können. Wenn Sie mich fragen, ich glaube das, denn tatsächlich könnte sich doch die FIFA so etwas nicht erlauben und auch Trump könnte sich das nicht erlauben. Aber dass es zum Charakter dieses Präsidenten passt, dass er sagt, ich finde das nicht in Ordnung, das war kein Foul, da ist etwas falsch gelaufen, dass er da Anteil nimmt, das ist eine typisch Trumpsche Geschichte. Und dieser Vollerin Balogun, wie auch immer man seinen Namen ausspricht, dessen Sperre... ist nun aufgehoben worden. Aber da haben wir schon den nächsten Sommerskandal, der von Unbeschwertheit zeugt und von der Absenz jener Szenarien, jener Eskalationsgefahren, die wir hier in Moskau besprochen haben. Und das ist für mich eine abschliessende, beruhigende Erkenntnis, die nun doch sehr mässigenden und ja auch mildernden, abkühlenden Aussagen des Kreml-Sprechers Peskov. der meinen Befürchtungen nicht gerade eine Absage erteilt hat, aber diese Sorgen doch auch stark relativierte. Was natürlich in gewissen Kreisen bei uns in der Schweiz, in der Europäischen Union natürlich als Propaganda sofort wieder vom Tisch gewischt wird, dass eben hier diesen gerade jetzt etwas entwarnenden Stimmen auf keinen Fall Glauben geschenkt werden könnte. Also wir haben ja eine echte, tatsächliche, massive Funkstörung. zwischen Ost und West, die es zu überwinden gilt, eben mit den entsprechenden Gesprächen, mit Unterhaltung, mit Dialog. Das ist entscheidend und ich glaube, es ist auch Zeichen unserer verrückten Zeit, dass ich im Moment einer der ganz wenigen Westler bin, der da zwischen den verschiedenen Lagern regelrecht herumgondelt. Ich habe übrigens noch eine Sendung gemacht hier von der grossen Statue. des Fürsten Wladimir von Kiew, Wladimir I. 960-1015, dem Begründer der russischen Kultur und vor allem auch der Christlichkeit, der Orthodoxie in Russland, in der Kiew-Russ. Das ist ja die Wiege des Russischen in Kiew. Und die Pointe besteht ja darin, dass der Begründer Russlands im Grunde ein Wikinger, ein Varäger war, ein importierter Adliger. den die islamischen Völker damals herbeiriefen, beziehungsweise seine Vorfahren, um in der allgemeinen Zerstrittenheit etwas Ordnung zu stiften. Und diese Rurikiden haben ja dann über viele Jahrhunderte die Geschicke geleitet. Ich glaube sogar, dass Ivan der Schreckliche, der Überwinter des tatarischen Jochs, der da gekommen ist, dass der der letzte Rurikidenfürst gewesen ist. Aber da bitte korrigieren Sie mich, die Russland-Experten, die Geschichtsvertrauten, wenn ich etwas sage, was nicht stimmt. Der Tagesanzeiger äussert sich kritisch zu dieser Transgender-Frage im Berner Marzilibat. Chris Brönimann, die ehemalige Transfrau, jetzt wieder zurückgekehrt zum ursprünglichen Geschlecht. äussert sich da sehr skeptisch zu diesen Thematiken. Das beschäftigt in der Schweiz mitreissende Spiele, eins nach dem anderen. Was für eine WM. Ja, Gianni Infantino, ich habe es hier schon oft gesagt, hat mit seiner Weltmeisterschaft einen ganz grossen Coup gelandet. Und entgegen all diesen Abgesängen auf Vorrat hat er es seinen Kritiken gezeigt. Und das freut mich. Das freut mich für ihn. Es freut mich für die FIFA. Und die Hoffnung, die ich jetzt noch habe, ist, dass sich Infantino und Sepp Blatter versöhnen können. Und dass auch die Amerikaner, die ja versucht haben, Sepp Blatter da vor Gericht vorzuführen auf Sübels, der ist ja dann in allen Punkten freigesprochen worden, dass das irgendwo eingerenkt werden kann. Also nachdem dann Russland wieder aufgenommen ist in den Kreis der zivilisierten Fussballnationen, bitte auch die Versöhnung mit Sepp Blatter. die FIFA. als letzte Versöhnungshoffnung in einer aus den Fugen geratenen Welt. Was haben wir noch in den Medien? Was sind da Schlagzeilen? Sie sehen, ich komme also auch in Moskau auf meine westlichen Portale. Aus der Spezialoperation in der Ukraine wird ein echter Krieg. Warum der Kreml gerade jetzt seine Wortwahl ändert, das haben Sie bei uns exklusiv aus dem Mund des Mannes, diese Wort. Wahlveränderung vorgenommen hat. Dimitri Peskov jetzt, also ich nehme an, heute im Verlauf des Dienstags werden meine Kollegen das Interview aufschalten. Da hören Sie den O-Ton aus dem innersten Zirkel der russischen Regierung. Und ich kann so viel vorwegnehmen, dass bei aller Gefährlichkeit, in der wir uns nach wie vor befinden, was die Lage angeht, doch hier vernünftige Menschen reden. Also ich will das nicht vorwegnehmen. Schauen Sie selber, bilden Sie sich Ihr Urteil, schauen Sie die Körpersprache an, schauen Sie die Gesichtssprache an, schauen Sie die Antworten, die er gibt, wie er redet. Das sind interessante Aspekte und ich glaube, in diesen Zeiten, in denen wir uns befinden, ist es eben wichtig, diesen direkten Kontakt zu haben. Und eben nicht nur mit der ukrainischen Seite, nicht nur mit diesem Teil, der ja bei uns erdrückend in der Öffentlichkeit ist, so erdrückend, dass es gar nicht erlaubt sein soll, was für ein Wahnsinn, mit den Russen sich überhaupt zu unterhalten. Das ist ja der Grund, warum man das tun muss. Aber ich will jetzt hier nicht in eine Art von weltwocheartiger Selbstbeweihräucherung ausbrechen. Politische Interventionen sind für den Fussball brandgefährlich. Das ist jetzt eben hier die entsprechende Interpretation. Der Iran-Krieg ist in den Schlagzeilen noch da. Natürlich der Ausblick auf den NATO-Gipfel in der Türkei mit Erdogan. mit den entsprechenden Gästen, mit den Vereinigten Staaten von Amerika, was wir da an Themen resultieren. Ja, die Realpolitik ist zurück. Die NATO-Liege im Koma wird da getitelt. Die NATO ist vor allem, meine Damen und Herren, wenn Sie mich fragen, ein Anachronismus. Wozu braucht es eigentlich noch eine NATO? Die NATO ist ja entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg, glaube ich 1949. noch vor dem Warschauer Pakt, also man hat die Sowjetunion geradezu provoziert, einen Warschauer Pakt dagegen zu halten. Ich glaube, die Westler haben gar nicht mitbekommen, dass Stalin die Pläne seines Vorgängers Lenin, die Weltrevolution auszurufen, klammheimlich begraben hat. Das heisst nicht, dass die Sowjetunion nicht ein brutaler Autoritär, zum Teil auch Terrorstaat war, vor allem auch gegen die eigene Bevölkerung. Aber... Dieser sowjetische Weltbeglückungs-Internationalismus, dieser Kommunismus, wie ihn Lenin noch zelebrierte, wie ihn Trotski zelebrierte, dieses ganze weltrevolutionäre Pathos, ich glaube, das ist von Stalin, diesem Diktator, der in der russischen Wahrnehmung sehr ambivalent gesehen wird, vor allem auch in seinen Zeitumständen gesehen wird, natürlich auch immer noch geschätzt und respektiert wird dafür, dass er die Nazi-Herrschaft beendete, und das muss man einfach sehen, dass ohne den Anteil der Sowjetunion, der Russen, der Weissrussen, der Ukrainer, wäre die Senat... Die Herrschaft nicht gestoppt worden. Also dann hätten die Banden, die Brigaden und die entsprechenden Armeen Hitlers ihre Ziele erreicht. Also Stalin, das wird etwas ambivalent gesehen. Wir waren bei der NATO. Ja, die NATO, eine Organisation, die dann den Warschauer Pakt herbei oder heraufbeschwor. Und dieser Warschauer Pakt ist ja dann... untergegangen, sang- und klanglos mit der Sowjetunion verschwunden, aber die NATO gibt es immer noch und sie hat keinen klaren Auftrag. Und solange die NATO keinen klaren Auftrag hat, bleibt sie eine gefährliche Organisation, eine Organisation auch, die viele Kriege da vom Zaun bricht oder sich einmischt und so ein steter Unsicherheitsfaktor bleibt. Und diese NATO in dieser Unschärfe, in dieser Unklarheit, ist ein Sicherheitsrisiko für die Welt. Entschuldigung, es ist ein Sicherheitsrisiko. Und man sollte dieser NATO wieder einen klaren Auftrag geben. Zweite Bemerkung, die Türkei, jetzt natürlich bei gewissen europäischen Staaten am Pranger, aufgrund der jüngsten Aussagen des Aussenministers Hakan Fidan über Israel, Aussagen übrigens, die weltweit sehr, sehr viele Menschen teilen, auch in Russland, und das sind keine Antisemiten, sondern das sind einfach Leute, die ehrlich entsetzt darüber sind, mit was für einer Brutalität die israelische Regierung ihre Ziele durchsetzt. Natürlich sehen sie den Terroranschlag der Hamas, sie sehen natürlich diese Eskalationen, sie sehen die Stellvertreterkriege der Iraner, aber gleichzeitig hat man auch in Russland ein Unbehagen und man sagt, ja gut, aber diese islamischen Staaten, die sind auch immer wieder kolonialistisch behelligt worden, die Israeli haben auch viele Fehler gemacht. Die Entstehung der Hamas beispielsweise war ja auch ein makiavelistisches Game, das da eingesetzt wurde, um entsprechende Ziele zu erreichen. Aber die Fassungslosigkeit hat natürlich damit zu tun, dass es eben so viele zivile Opfer gibt. Auch die Brutalität, die Rücksichtslosigkeit, mit der die Amerikaner und die Israeli die internationale Ordnung, das sogenannte Völkerrecht über den Haufen geworfen haben, die Liquidierung der Staatsführung in Iran, das löst sehr, sehr... Ich habe mich mit einem russischen Offiziellen unterhalten über die Situation, beispielsweise über das Völkerrecht und mit was für einer Leichtfertigkeit, das da von westlicher Seite aus der Kraft gesetzt hat. Und er hat mir gesagt, wir müssen schleunigst zurück zu einer regelbasierten Ordnung, allerdings zu einer Ordnung von Regeln, die nicht ausschliesslich von den westlichen Mächten... gemacht werden, damit die Westler immer oben bleiben. Also hier prallen wirklich unterschiedliche Auffassungen aufeinander. Aber jetzt also dieser NATO-Gipfel mit der Türkei, die in manchen westlichen Ländern sehr kritisch gesehen wird, aufgrund dieser allerdings sehr weithin geteilten kritischen Rhetorik gegenüber Israel. Aber mit Trump und Erdogan sind zwei Alpha-Tiere unterwegs, die Realpolitiker sind und, das scheint mir das Wichtige zu sein, zwei Politiker. die mit allen reden, vor allem auch mit Russland reden. Und Erdogan spielt ja hier auch eine wichtige Rolle. Nachdem die Schweiz ihre Neutralität teilweise preisgegeben hat, hat sich Erdogan als Vermittler hervorgetan in Istanbul damals, 2022. Darüber rede ich übrigens auch mit Dimitri Peskov. Er ist ein Realpolitiker. Und Trump ist auch ein Realpolitiker, der das Gespräch sucht, der an Diplomatie glaubt. der sogar mit der FIFA Diplomatie betreibt, um möglicherweise auf Spielersperren einzuwirken. Aber das sind jetzt vor diesem NATO-Gipfel, mal abgesehen vom Grundproblem, dass die NATO eben keinen klaren Auftrag hat, das sind für mich Hoffnungszeichen. Und wenn tatsächlich jetzt die Vernunft auch einkehrt, wenn da die Europäer merken, dass sie im Moment die Eskalation dieses Kriegs betreiben und dass sie da aufhören müssen, dann wäre das... Ein ganz, ganz wichtiger Schritt. Allerdings ist es dazu noch ein enorm langer Weg, denn es prallen hier einfach unterschiedliche Wahrnehmungen aufeinander. Die Europäer glauben, mit jeder Eskalation dem Frieden näher zu kommen. Die Russen sagen ihnen, mit jeder Eskalation nötigt ihr uns, zwingt ihr uns zu einer Gegeneskalation. Und natürlich haben die Russen recht, wenn sie sagen, wir mit unseren Steuergeldern, wir greifen nicht europäische Städte an. Wir führen keinen Krieg gegen Europa, aber mit euren Steuergeldern, mit euren Waffen, führen die Ukrainer einen Krieg mittlerweile in Russland. Und da müsst ihr euch schon die Konsequenzen bewusst machen, die das haben kann. Manche AfD-Kritiker wähnen sich im Endkampf gegen Faschismus und relativieren Gewalt gegen missliebige Journalisten. Dieses Denken ist totalitär. Das schreibt zum Glück die Neue Zürcher Zeitung, die allerdings auch lange mitgemacht hat bei dieser Verkätzerung. und Verpestung der AfD. In Deutschland ist diese Rhetorik en vogue, vor allem auch bei den öffentlich-rechtlichen Medien. Aber meine Hoffnung ist ja, aufgrund der unwürdigen, der schauerlichen Umstände jetzt da in Erfurt, Wobei man sich immer auch die Frage stellen kann, das hat mir auch jemand geschrieben, wie sensibel ist es eigentlich dann in Erfurt zu einem Parteitag durchzuführen? Ja gut, diese Frage kann man sich stellen, aber Entschuldigung, muss jetzt jede Ortswahl vor dem Hintergrund eines NSDAP-Parteitags in den 20er und 30er Jahren durchleuchtet werden und gilt das dann eigentlich nur für eine deutsche Partei oder müssten Sie vielleicht die anderen auch mal fragen, wo Sie Ihre Parteitage? durchführen. Also hier setzt sich quasi das Geschichtsbewusstsein selber schachmatt und eben vielleicht diese grässlichen Ausschreitungen gegen Journalisten öffnen da dem einen oder anderen möglicherweise die Augen. Wir werden sehen, allzu viel Hoffnung habe ich nicht, aber man lässt sich da ja gerne eines Besseren... belehren NATO-Gipfel mit Trump und Erdogan. So haben sich die Europäer vorbereitet, um ein Eklat zu verhindern. Jawohl, man schaut jetzt auf diese Ereignisse, die Angriffe auf Dieter Nuhr, sind noch einmal Thema mit dieser Political Correctness, dieser institutionalisierten Humorlosigkeit. Sonst schon etwas sommerliche Leere. In der Schweiz die wichtigsten Schlagzeilen haben wir besprochen. und die Exkommunikation Der Pius-Bruderschaft, das halt auch noch nach in den Zeitungen, die Pius-Bruderschaft, ja, Teil halt der Vielfalt unserer Welt, aber in der katholischen Kirche gibt es halt die Regeln, da darf dem Papst nicht widersprochen werden. Wenn die Pius-Brüder bei den Reformierten wären, unter deren Säkularisierung sie noch mehr leiden würden, ja, dann könnten sie zumindest ihre Bruderschaft durchziehen. ohne exkommuniziert zu werden. Aber ich glaube nicht, dass die Pius-Brüder ernsthaft darüber nachdenken, zum reformierten Glauben überzutreten, weil sie jetzt aus der Kirche ausgestossen wurden von Papst Leo. Meine Damen und Herren, das war es in aller Kürze. Eine Mischung aus Vorschau, Rückschau und Gegenwartsschau. Bleiben Sie gespannt. Die Interviews hochinteressant für mich. Ich habe viel erlebt. Steige jetzt dann ins Auto, fliege zurück in die Schweiz, hoffe, alles klappt. dann bin ich morgen früh. wieder zu Hause und werde versuchen, meine Eindrücke hier zu verarbeiten. Ja, bei Weltwoche Daily stossen Sie eben auch in jene Galaxien vor, in die es vorzustossen angeblich verboten sein soll. Aber eben, Sie kennen mich inzwischen. Wenn man uns sagt, das dürft ihr nicht machen, ja, dann ist ja klar, was wir machen, das erhöht dann einfach nur die Chance, dass wir da voll genau auf diese verkrampften Knotenpunkte zusteuern. Ihnen einen guten Tag, merci vielmals, alles Gute, ich melde mich zurück. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch. Und ja, auch gut gelernt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Leser. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.
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