Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich trotz allem am Montag, dem 29. Juni. 2026. Ja, ich mache mir grosse Sorgen über die Entwicklung im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Nach meiner Beurteilung steuern wir sehr real, aber den Leuten hier absolut unbewusst auf einen grossen Krieg in Europa zu. Die Zeichen stehen auf Eskalation. Die Fronten haben sich extrem verhärtet und was mich besonders beunruhigt, ist diese selbstgewählte Informationssperre auf der westlichen, vor allem auf der europäischen Seite. Seit über vier Jahren redet man nicht mehr mit Russland. Man hat sich komplett eingebunkert in den eigenen Theorien. Widerspruch ist verboten. Wer mit Russen redet, sieht sich der Möglichkeit von Sanktionen ausgesetzt. Das müssen Sie sich mal vorstellen, meine Damen und Herren. Es ist verboten, sich überhaupt mit der anderen Seite zu beschäftigen, ernsthaft zu beschäftigen und zur Kenntnis zu nehmen, was die sagen. Es wird da gewissermassen von oben befohlen, auf keinen Fall irgendetwas überhaupt nur in Betracht zu ziehen, was die russische Seite in diesem Krieg in Europa, der eben im Begriff ist, sich zu einem grossen europäischen Krieg auszuwachsen, das dürfen wir nicht angeblich zur Kenntnis nehmen. Darüber darf man nicht reden. Und das alleine müsste doch in den Medien, bei den Journalisten, eine riesige Widerspruchswelle entfachen. Entsprechende Kritik, Hinterfragung, Debatte, Diskussion, Dissens, Meinungsverschiedenheit. Das ist ja die Grundlage der Demokratie, meine Damen und Herren. Aber das Gegenteil ist der Fall. Und das zeigt in erschreckendem Ausmass, wie sehr die Medien, meine Damen und Herren, Teil sind einer Propagandaerzählung. die hier auch mit den Gewaltmitteln des Staates bekräftigt werden soll. Und dies verschärft in meinen Augen die ganze Bedrohlichkeit der Situation. Denn je einseitiger man sich über ein Problem verständigt, und dieser Krieg ist ein Problem, ist ein riesiges Problem, desto einseitiger und eben alternativloser fallen dann die Entscheidungen aus und desto grösser ist die Gefahr, dass man sich verrennt und ohne sich dessen bewusst zu sein und ohne ernsthaft über die Konsequenzen des eigenen Handelns zu sprechen, auf einen Abgrund zusteuert. Das ist das Thema, das mich momentan am meisten beschäftigt. Darüber habe ich gesprochen. Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Ich hatte ja auch die Ehre, am Freitag und Samstag an einem Demokratiekongress in Deutschland aufzutreten, im Reichstagskomplex in Berlin. Im Rahmen einer AfD-Veranstaltung zum Thema Demokratie und Meinungsäusserungsfreiheit. Mit internationaler Beteiligung. Die Konferenz eröffnet hat als Keynote-Speaker der frühere tschechische Staats- und Ministerpräsident Václav Klaus. Für mich einer der ganz herausragenden liberalen und konservativen Leuchttürme. der europäischen jüngeren Geschichte. Eine hoch beeindruckende Figur von der ganzen Biografie her, aber eben auch vom Mut und der Bereitschaft, Gegensteuer zu geben und nicht einfach als älterer Stateman sich da sozusagen im allgemeinen Rauschen auch noch quasi widerstandslos und... bequem einzufügen. Ganz im Gegenteil, Watzlaw Klaus ist einer der grossen Mahner und enorm fundiert, ehemaliger Wirtschaftsprofessor, bedeutender Ökonom, eben auch immer mit der Bereitschaft hier dezidiert, Gegensteuer zu geben, angesichts dessen, was da draussen passiert. Und Watzlaw Klaus ist ja vor allem auch ein Kritiker. Der institutionellen Zentralisierung der Europäischen Union, die sich eben auch schwerwiegend auswirkt, jetzt mit Blick auf diesen Krieg. Also das ist für mich das ganz grosse Thema. Und was mich beschäftigt, ist natürlich die komplett einseitige und meines Erachtens eben auch falsche Deutung dieses Geschehens in den Medien. Zum Beispiel heute Morgen fällt mir auf, dass jetzt in einer Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor allem über den Iran-Krieg geschrieben wird, Über. Ja, die nächsten Gespräche zwischen den USA in Katar, und da ist auch viel Häme immer wieder zu beobachten gegenüber der amerikanischen Politik. Und alles, was da geschrieben wird, scheint irgendwie einer Art generellen Bestätigung der eigenen Überlegenheit zu dienen, also ziemlich arrogant wie da. über die Amerikaner hergezogen wird. Ja, das kann man ja alles machen und man kann sich an dem auch quasi gesund stossen. Aber der Krieg im Nahen Osten ist die falsche Priorität, verstehen Sie mich richtig. Das ist eine schlimme, eine verheerende Sache, die dort passiert. Aber nach meiner Beurteilung ist der Krieg im Nahen Osten ein Regionalkrieg mit biblischen Wurzeln und nicht. geeignet sich zum Weltkrieg auszuwachsen. Ganz anders der Ukraine-Krieg. Und dort sind gewaltige Missverständnisse vorhanden. Und vor allem auf der westlichen Seite. Und ich beobachte da, wenn ich mir etwas die Reaktionen, Beschreibungen eben in den Medien, aber auch im deutschen politischen Mainstream vor Augen führe, eine unheilvolle Kombination von Selbstüberschätzung, Und Geringschätzung, Unterschätzung des Gegners. Man ist sich meines Erachtens überhaupt nicht im Klaren darüber, mit wem man es zu tun hat und was die Motive Russlands sind. Und gleichzeitig gibt man sich zunehmend wirklichkeitsfremden Siegesfantasien hin. Zum Beispiel lesen Sie heute Morgen, also ich habe nichts gesehen. Lesen Sie nichts davon, dass russische Truppen in Konstantinovka nun offensichtlich im Begriff sind, diese Stadt zu übernehmen. Und das ist eine Stadt, die sich mitten in diesem Festungsriegel, dem ukrainischen Festungsriegel im Donbass, befindet. Das sind die am härtesten umkämpften Gebiete, weil sie eben einerseits von Drohnen abgeschirmt werden, andererseits sich auf Anhöhen befinden. Und die Russen sind jetzt da doch durchgebrochen. Das ist ja etwas, was man ihnen in den letzten Tagen und Wochen als Unmöglichkeit vorgeführt hat. Natürlich ist es schwierig zu beurteilen, wie stark die Russen wirklich sind. Die Kremlologie ist ein rätselhaftes Gewerbe und niemand darf sich da anheischig machen, die Wahrheit zu erkennen, hinter die Kulissen, hinter die dicken Mauern des Kremls zu blicken. Aber ich glaube, dass Russland... Da halte ich mich an eine Einschätzung eines finnischen Gesprächspartners, mit dem ich mich kürzlich unterhalten habe, dass Russland eben nie so schwach ist, wie es scheint, auch nicht so stark, wie es sein möchte. Und dass die Geschichte des Westens im Umgang mit Russland, denken wir an Frankreich, denken wir an Deutschland im Zweiten Weltkrieg, auch eine Geschichte der sträflichen, der fahrlässigen Unterschätzung ist. Und dieses Muster scheint sich mir hier einmal mehr abzubilden. Also ein Durchbruch an der Front Konstantinovka. Das heisst, die Behauptung der letzten Wochen kann nicht stimmen, dass die Russen da überhaupt nicht weiterkommen. Was die Situation gefährlich macht, ist, dass die EU ihre Aussenpolitik mehr oder weniger an die Ukraine abdelegiert hat. Zelenskyy entscheidet da, so sieht es aus, ziemlich freihändig darüber, wie er den Krieg eskalieren lässt. Man bildet sich ein auf westlicher Seite, diese Drohnenschläge gegen die Energieinfrastruktur, das wird sehr gross gefahren in den Medien. Das sei für Russland ein tödlicher, ein existenzieller Schlag für die Wirtschaft. Nun, ich habe den Economist wieder intensiv gelesen am Wochenende. Es ist einfach bemerkenswert, wie dieses sehr, sehr russlandkritische Blatt, Wir haben ja... In der Weltwoche oft auch Economist-Korrespondenten über Russland schreiben lassen, die ja also in keiner Art und Weise auch nur annähernd im Verdacht stehen könnten, da irgendwelche Sympathien oder gar Vorlieben zu hegen, ganz im Gegenteil. Aber da spricht jetzt für diese Publikation, da wird auch deutlich und klar festgehalten, dass die russische Wirtschaft viel besser dasteht, als das im Westen so wahrgenommen wird. Und zwar in einer ziemlich ausführlichen Berichterstattung wird das dargelegt hier, die sogenannte Resilienz der russischen Wirtschaft, wie man sie da beobachten könnte, dass da eben ein Wachstum stattfindet, dass die Umstellung natürlich mit gewissen Risiken behaftet ist, dass es auch unerfreuliche Entwicklungen gibt, aber die Vorstellung... Dass man da aus dem letzten Loch pfeift, wirtschaftlich wie auch militärisch, das wird hier ganz klar widerlegt. Also muss man sich fragen, was bedeutet diese Eskalation des Kriegs durch Präsident Zelensky? Was wird darauf folgen? Auf Eskalationen folgen Gegeneskalationen, steigt natürlich der Druck auf den Kreml. und damit natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass Russland seinerseits Eskaliert. Und die Frage ist, wie eskaliert dann Russland? Und ich habe in meinen Gesprächen mit Russen, mit Leuten aus der Politik, aus den Medien, aus der Akademie, sehr besorgniserregend gehört, dass mittlerweile 120 Fabriken, Unternehmen in ganz Europa als legitime Kriegsziele betrachtet werden. Und dass man die Nachschubwege der... Ukraine unter Feuer nehmen könnte. Und gleichzeitig beobachten wir diese Sorglosigkeit, dieses Gefühl der Unverwundbarkeit auf der Seite der EU-Unterstützer, allem voran Deutschland. Und in der deutschen Öffentlichkeit scheint mir das auch in den Medien überhaupt nicht bewusst zu sein. Dass man sich die Tatsache vor Augen zu führen bereit wäre, dass in den Augen Russlands Deutschland immer mehr ins Zielvisier gerät, nicht die Amerikaner. Ich tue als Präsident Donald Trump. Da respektiert man, dass Trump mit den Russen versucht hat, Gespräche zu führen, dass Trump sich auch verständigt hat mit Putin über eine Lösung des Kriegs, über eine Friedensordnung, die dann aber abgelehnt wurde von den EU-Staaten, allem voran Deutschland und Frankreich, auch Grossbritannien, das ja plötzlich wieder in so eine informelle europäische Führungsrolle hineinrutscht, mit einer Regierung, die jetzt ihren Premierminister auswechselt. Auch das sind natürlich Fieberblasen, wenn man so will. Das sind Alarmsignale, dass Regierungen, die selber stark politisch angeschlagen sind, sich in dieser Art und Weise kriegerisch exponieren. Man hat immer Putin vorgeworfen, dass er den Krieg benutze, um von den innenpolitischen Problemen abzulenken. Ich finde, diese Theorie ist weit berechtigter, wenn man die innenpolitische Lage einiger Regierungen, der tonangebenden Regierung in der Europäischen Union anschaut. Ein Viktor Orban ist jetzt weg, eine mächtige Stimme für den Frieden. Man ist im Begriff in Ungarn diese Orban-Zeit. In einer Operation, müssen Sie sich mal die Begrifflichkeit vor Augen halten, «Cleansing Fire», reinigendes Feuer. Man versucht also sozusagen diese Orbanzeit wegzubrennen durch einen Ministerpräsidenten, der Gesetze erlässt. um bestimmte Personen im Staat loszuwerden, unter anderem den Staatspräsidenten. Nicht, weil er ihm konkret Vorwürfe machen könnte, was er in diesem und jenem Fall zum Beispiel verfassungsfeindliches unternommen hätte, sondern einfach als Loyalist von Orbán, als jemand, der gewählt wurde vom alten Parlament, wird er jetzt ins reinigende Feuer geworfen. Soll er in dieses Feuer geworfen werden? Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber das ist ein Sprachgebrauch, der mir jetzt also nicht besonderes Vertrauen einflösst, wenn ich da auf Ungarn schaue, sondern das ist diese Rhetorik des Absolutismus, die da um sich greift. Und umso schmerzlicher die Stimme eines Viktor Orbán vermissen lässt jetzt auf der internationalen Bühne. Wir müssen jetzt nicht über die ungarische Innenpolitik sprechen, der ungarische... Volksentscheid ist zu respektieren und offensichtlich haben da die Orban-Leute gravierende Fehler gemacht, sonst wäre es ja nicht zu diesem Entscheid gekommen. Aber in der Beurteilung jetzt auch aus der schweizerischen Sicht, und da bekümmert uns natürlich diese Zuspitzung, da bekümmert uns diese Eskalationskette, die läuft. Und niemand in der Europäischen Union ist da jetzt in den offiziellen Kreisen bereit, auch die Medien überhaupt nicht, zu sagen Stopp, Achtung, wir müssen da raus. Und selbst diese Vorstösse, jetzt Gespräche zu führen, werden da im Brustton des Triumphalismus vorgetragen. Wir haben von dieser absolut lächerlichen, egozentrischen Übung des deutschen Bundeskanzlers gesprochen, der sich da herumgestritten hat mit dem EU-Ratspräsidenten Costa, wer jetzt da mit Putin reden soll. Aber Putin, nach meiner Beurteilung, ist gar nicht drauf und dran, jetzt mit diesen Leuten unbedingt reden zu wollen. Wenn ich da die Berichterstattung über die jüngsten Gesprächsangebote von Zelensky lese, die werden immer so geframed, als ob Putin überhaupt kein Interesse an einem Frieden hätte. Nein, Putin hat kein Interesse, nach meiner Beurteilung, mit Leuten zu reden, die ihn permanent beleidigen, die bedrohen, die ihn blöd hinzustellen versuchen und die Gesprächsangebote im Grunde... mehr oder weniger pro forma vortragen, wie das vielleicht bei Selenskyj der Fall ist. Wenn man sein Schreiben anschaut, über das wir letzte Woche gesprochen haben, gleichzeitig machen die Russen Fortschritte an der Front. Also kurzum, das sind gefährliche Entwicklungen, die in den Schlagzeilen Deutschlands eine viel zu geringe Rolle spielen. Stattdessen haben wir fast den Neben... Schlagzeilen in Kurzmeldungen, allerlei Wunschdenken, dass da geradezu zelebriert wird. Und hier ist der Artikel aus dem Economist, all quiet on the home front, alles ruhig an der Heimatfront. Also die Vorstellung, die Idee, dass Russland da wirtschaftlich das Wasser zum Hals stehe, das weist der Economist zurück. Umgekehrt. findet sich aber in dieser Ausgabe eine sehr drastische Darstellung der wirtschaftlichen Probleme Deutschlands. Und die haben natürlich auch mit diesem Krieg zu tun, mit der Verweigerung, natürlich das alte Erfolgsmodell weiterzuführen der günstigen russischen Energie. Man hat sich da auch eben geopolitisch in eine wirtschaftlich ganz schwierige Situation hineinmanövriert. Aber auch das spielt in den deutschen Medien kaum eine Rolle. Man hat jetzt immerhin... angefangen, die grüne Politik zu kritisieren und das Ganze natürlich begleitet von diesen Hiobsbotschaften bei Volkswagen. 100'000 Stellen könnten gestrichen werden. Gut, Volkswagen beschäftigt insgesamt 664'000 Arbeitnehmer. Das ist eine gewaltige Zahl. Und in diesem Konzern spielt natürlich auch die Politik eine sehr unheilvolle Rolle, zu 20% beteiligt. Die ganze gewerkschaftliche Dimension ist sehr stark. Das heisst, es ist für den Konzernchef Blume nicht einfach, hier unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig verändern sich die Märkte, die Absatzmöglichkeiten brechen ein. Ich glaube nicht, dass ein Unternehmen wie Volkswagen so schnell zusammenbricht. Und da ist sicherlich noch eine riesige Qualität vorhanden. Es gibt auch Schlagzeilen, ich habe gerade in den Schweizer Medien gesehen, die von den Qualitäten... Volkswagens sprechen, aber ungeachtet all dessen, also hier verändert sich etwas strukturell und es zeigt sich jetzt einfach, dass dieses deutsche Modell eines überbordenden Staates, einer überbordenden Regulierung, einer überbordenden Besteuerung, dass das einfach nicht funktioniert unter den verschärften Wettbewerbsbedingungen. Und wenn man dann gleichzeitig die Energie-Lebensader auch noch kappt, ja dann schafft das eben nicht einmal mehr die tüchtige Deutsche Industrie Was da auffällt, ist die tatsächliche Verweigerung der Medien, den Ukraine-Krieg, die Notwendigkeit, eine Friedenslösung, einen Ausstieg, einen Fluchtweg aus dieser Eskalationsspirale zu finden. Das kommt überhaupt nicht vor. Da fragt man sich dann schon, was braucht es denn noch alles, bis die deutsche Politik realisiert, wie gefährlich diese Situation ist. Wie weit will man denn da gehen? wie viele Opfer will man bringen für eine Politik, die sowieso nicht funktionieren kann. Ich meine, eine Kriegspolitik gegen Russland wird für Deutschland im Verderben enden, wird für Europa im Verderben enden. Aber man ist selbst für so eine letztlich ausweglose Perspektive bereit, die eigene Wirtschaft auf den Opferaltar zu legen. Da muss man sich nicht wundern, wenn immer mehr Deutsche dieser offiziellen Politik überhaupt nichts mehr abgewinnen können. Und umgekehrt auch das immer wieder daran zu erinnern, ich meine diese Schläge von Zelensky gegen Putin, zum Beispiel während des Petersburger Wirtschaftsforums, als der Präsident in St. Petersburg war, hat ja Zelensky mit Drohnen, die gar nicht so weit haben fliegen können aus der Ukraine, vermutlich aus dem Baltikum, lanciert. Auch die baltischen Staaten spielen da mit dem Feuer. Das ist eine ganz gefährliche, riskante Politik, die man offensichtlich... Nicht zurückgebindet von Seiten der EU, von Seiten der Deutschen. Man hat sich da komplett am Nasenring führen lassen von den Balten und von den Ukrainern, was die Bestimmung der Eskalation, was die Bestimmung der Aussenpolitik angeht. Nun stellen Sie sich vor, was los wäre, wenn in Washington oder in Dallas während des Besuchs eines amerikanischen Präsidenten ukrainische, Entschuldigung, iranische Drohnen eingeschlagen wären. Ich meine, wie hätten die Amerikaner so etwas beantwortet? Und bei Putin beobachten wir immer noch eine riesige Zurückhaltung. Und diese Zurückhaltung wird eben in westlichen Kreisen nach meiner Beurteilung als Schwäche interpretiert. Und auch das ist eine möglicherweise sehr gefährliche Fehlbeurteilung, die da vorgenommen wird im Sinne des eigenen Wunschdenkens. Und in meinen Augen... Also wäre Putin schon bald einmal ein Kandidat, um einen Nobelpreis für Geduld verliehen zu bekommen. Dem nicht auszudenken, was los wäre, wenn kriegerischere Exponenten der russischen Politik im Kreml das Sagen hätten. Aber der Druck auf den russischen Präsidenten steigt massiv. Und ich glaube, man gibt sich einfach einer Illusion hin, wenn man der Auffassung ist, dass die Russen diesen Puffer Ukraine abgeben wollen. Genauso wenig, wie die Amerikaner ihren Puffer Südamerika, Kuba abgeben werden. Und die Chinesen werden immer schauen, dass in Nordkorea nicht die Südkoreaner und die Amerikaner... ihre Zelte aufschlagen. Und das werden die Russen tun, weil sie darin eine existenzielle Bedrohung sehen. Also für sie ist das eine sehr ernste Sache. Ist das für Merz und Co. auch eine ernste Sache? Ist man bereit, diese Konflikte, diese Konsequenzen auf sich zu nehmen? Und die Wirtschaft ist da nur eine Dimension, aber das geht noch viel, viel weiter. Wechseln wir auf ein erfreulicheres Terrain, den Fussball, die FIFA des Friedens. Ich habe in der Schweizer Ausgabe den Schweizer FIFA-Präsidenten Gianni Infantino gelobt. Diese WM ist für den FIFA-Präsidenten ein Triumph, obwohl ja die Medien einmal mehr auf Vorrat heftigst kritisiert haben. Das Programm sei überfrachtet, viel zu gross. Aber ich sehe das anders. Klapperti Unglaubliche Dichte des Fussballs in der Vorrunde, die hat... eine willkommene, nicht nur Ablenkung, sondern auch eine Vergegenwärtigung vor Augen geführt, nämlich eine Vergegenwärtigung der Tatsache, dass es auf diesem Planeten noch möglich ist, dass sich die Leute im friedlichen Wettbewerb begegnen können auf dem Fussballplatz. Und Gianni Infantino ist meines Erachtens auch zu loben dafür, dass er sich immer wieder dafür eingesetzt hat und das jetzt auch mindestens auf Juniorenstufe realisiert, die Russen wieder zurückzuholen in den Sport. Und das ist für mich etwas ganz Entscheidendes, und das hat Infantino erfasst, dass eben in dieser kriegerischen Zeit, wo alle Brücken abgerissen und verbrannt werden, der Fussball eine enorme Wichtigkeit hat, eine jetzt nicht unmittelbar friedensstiftende, aber eine vielleicht friedensermöglichende, im atmosphärischen Verständnis friedensermöglichende Funktion, dass man eben zumindest noch ein Feld hat, auf dem man sich begegnen kann. und eine etwas andere Ablenkung erfährt, eine gewisse Entspannung vielleicht auch der allgemeinen Situation. Das ist etwas sehr, sehr Wichtiges, was hier geleistet wird. Und diese Fussball-WM in den USA, wieder extrem viel Negativschlagzeilen auf Vorrat, diese Fussball-WM ist meines Erachtens etwas sehr Wohltuendes und eben für den FIFA-Präsidentin, ein persönlicher Erfolg, eine FIFA des Friedens unter dem Schweizer Gianni Infantino. Das wird natürlich viel zu wenig gewürdigt. Man wird da ausgelacht, wenn man so etwas sagt, aber das ist egal. Es ist notwendig, darauf hinzuweisen. In Graz, in Leningrad, scheint sich da die KPÖ, die Kommunistische Partei, einmal mehr durchzusetzen. Wir haben da ja auch eine Berichterstattung in der... Weltwoche. Putin glaubt weiter an Sieg in der Ukraine. Ja, etwas ironisch da die Berichterstattung über die grosse Ansprache des russischen Präsidenten und ich warne hier einfach einmal mehr vor Wunschdenken. Schauen Sie sich auch die angelsächsischen Zeitungen an, die einfach weniger voreingenommen über dieses Thema schreiben als die deutschen Zeitungen, die sehr stark da die propagandistisch in meinen Augen eingefärbt sind und die Eventualitäten, die Konsequenzen dieses Kriegs viel zu wenig in Betracht ziehen. Meine Damen und Herren, das war es von Weltwoche Daily International. Fürs Erste, ich danke Ihnen ganz herzlich für die Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen trotz allem guten Start und zuversichtlichen Start in diese neue Woche. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. 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