Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Freitag, dem 24. Juli 2000. 26. Zuerst eine Voranzeige in eigener Sache. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, liebe Freunde des Instituts für fortgeschrittene Gegenwartskunde und angewandte konservative Studien, es ist soweit. Wir gönnen uns eine Pause. Nicht aus Erschöpfung, aus Prinzip. Auch der kritische Geist braucht Sonneferien, ein Glas Wein am Abend. Weltwoche Daily macht Pause. Bis und mit erst Augustwoche. Aber keine Sorge, meine Damen und Herren, wir verschwinden nicht in der Bedeutungslosigkeit. Wir laden lediglich die Akkus. Am 7. August sind wir zurück mit voller Kraft und wie immer mit qualifiziert guter Laune. Und bis dahin lassen wir sie nicht im Stich. Wir haben ein Sommerspezialprogramm zusammengestellt, reichhaltig, vielfältig, eigenwillig, ganz nach unserem Geschmack, täglich unabhängig, kritisch und selbstverständlich zuversichtlich, damit auch Sie in der Ferienzeit bestens im Bilde sind, während andere im Mainstream einschlafen. Geniessen Sie den Sommer. Wir sehen uns am 7. August wieder. Aber jetzt gibt es natürlich eine Sendung. Gibt es noch ein Vollprogramm. Übrigens werde ich auch eine 1. August-Ansprache aufzeichnen zu den sehr ernsten Themen, die wir zu gewärtigen haben. Meine Damen und Herren, Sie kennen meine Sorge. Nach meiner Beurteilung wird... steuert Europa auf einen grossen Krieg zu. Wie gross dieser Krieg sein wird, wie sehr er eskalieren wird, das wage ich nicht zu prognostizieren, aber es ist sehr, sehr gefährlich. Und über dieses Thema habe ich gestern ein Gespräch aufgezeichnet, aber nicht nur über dieses Thema, aber wir haben das intensiv durchleuchtet mit dem Zürcher Ständerat Daniel Josic. Früher SP, jetzt Partei Unabhängig. Sicherlich einer der interessantesten Schweizer Politiker. Ja, lebenslang bei den Grünen und dann bei der Sozialdemokratie. Höher Offizier in der Schweizer Armee, ein Befürworter unserer Neutralität und auch ein sicherheitspolitischer Realist. Und er teilt die Sorgen, die wir hier Ihnen schon mitgeteilt haben, dass sich die Lage um die Ukraine sehr unheilvoll zuspitzt und immer weiter eskaliert. Und das Problem ist ja, wenn man in so einem Eskalations-Teufelskreis steckt, wie kommst du wieder raus? Und das ist genau das Problem, das auch Serbiens Präsident Aleksandar Vucic in unserem Gespräch, das wir demnächst aufschalten werden, glasklar anspricht. Er sagt, Niemand ist bereit einzuknicken, niemand ist bereit nachzugeben. Alle sind überzeugt, dass sie gewinnen. Und das hat mich frappiert. Als er mir erzählte, dass beim Ministerpräsidententreffen, beim Treffen der Staatsoberhäupter am 14. Juli in Frankreich, ihm die Vertreter der Europäischen Union siegestrunken vorgekommen sind. Also die sind überzeugt, obwohl sie ja gar kein Militär haben. Obwohl es in diesem Krieg ja gar nicht für sie ums Eingemachte, ums Lebendige geht, dass sie wild entschlossen sind, Russland zu besiegen, auf keinen Fall zuzulassen, dass Russland gewinnt. Und man bildet sich ein, man sei überlegen, 500 Millionen EU-Bürger, überlegenes technologisches Potenzial. Gut, die Armeen könnten in besserem Zustand sein, aber wenn man alle fliegt, wenn man alles zusammen addiert, dann sei man konventionell im Vorteil und man... glaubt nicht, dass die Russen ihre nuklearen Waffen, bei denen sie massiv überlegen sind, einsetzen werden. Und das ist eine hochgefährliche Mischung, denn auch auf der russischen Seite ist man wild entschlossen, dort das Bewusstsein... Die Wahrnehmung, dass das Ganze eine existenzielle Herausforderung ist. Ja, Russland sieht sich im Krieg gegen den kollektiven Westen. Und im Moment brennen da Logistikzentren. Und die Angriffe, diese Präzisionsangriffe, wären ja auch nicht möglich ohne westliche Technologie, ohne amerikanische Technologie. Stichwort Palantir, Stichwort Starlink. Und das ist ein brandgefährliches Spiel, meine Damen und Herren. Und deshalb sage ich mit Blick auf den 1. August, die Schweiz muss sich darauf vorbereiten, dass wir auf einen grossen Krieg in Europa zusteuern. Nicht, weil jemand oder alle diesen Krieg wollen, aber weil einige sind kriegsbesoffen, sind kriegstrunken, sind kriegsverrückt und der grassierende Moralismus, auch diese Überheblichkeit, dieser Triumphalismus, der auch in der Schweiz Besitz ergriffen hat von einigen Köpfen, dass man eben diesen Russen, diesen Autokraten da den Meister zeigen möchte, das... ist nicht geeignet, diese Einstellung trägt nicht dazu bei, dass eine Deeskalation stattfindet. Und für die Schweiz, wir können diese Ereignisse nicht beeinflussen, wir können ja nicht diese Grossmächte, sei es Russland oder sei es die Möchtegern-Grossmacht, Europa, die EU, die können wir ja nicht zwingen aufzuhören mit diesem Wahnsinn. Aber wir müssen uns darauf einstellen, dass der Krieg sich... ausweitet, auch auf europäische Länder, dass er näher an unsere Grenze rückt. Und da ist bemerkenswert, was Ständerat Josic sagt, er lehnt ab, dieses verwahrloste Neutralitätsverständnis seiner flexiblen Neutralität, quasi je weniger neutral, desto weiter entfernt der Krieg von unseren Grenzen stattfindet. Und die Gefahr, dass er näher rückt, die ist enorm gross und deshalb die Notwendigkeit, lieber spät als nie, Zurückzukehren zur klassischen schweizerischen Neutralität, meine Damen und Herren, das ist das Thema der Stunde. Und das ist nicht das Thema der Lederhosen und dieser Heidi-Romantik, da der SVP des Kantons Zürich, sondern hier geht es ans Lebendige, ans Existenzielle. Hier geht es um sein oder nicht sein unserer schweizerischen Eidgenossenschaft. Zu den Themen des Tages. Bundesrat will Millionen für eigene News-Apps ausgeben. Trotz Sparauftrag, die Regierung plant einen Kommunikationskanal, um die Bevölkerung direkt zu informieren. Dabei hat das Parlament es kürzlich entschieden, Geld für die Kommunikation der Verwaltung zu streichen. Das ist ein ausgemachter Skandal, was hier läuft. Dass der Bundesrat jetzt als oberste Informationsbehörde, als Wahrheitsinstitut, als Wächterrat in Erscheinung treten will, unter Umgehung der Journalisten, das ist... Indoktrination, die jetzt da stattfinden soll, Direktinformation, also Propaganda und die lästigen Journalisten, die sollen da ausgebremst werden. Medien und auch Politiker, die da Kritik anmelden. Der Bundesrat will jetzt neben dem Schweizer Fernsehen auch noch weitere Informationskanäle monopolisieren. Als ob wir nicht schon zu viel Kommunikationsspezialisten in Bundesbern hätten. als ob die Propagandaabteilungen nicht jetzt schon überquellen würden von Personal. Die Fassadenreiniger, die wir da haben, diese Schaufenster-Dekorateure im Auftrag des Bundes, die sollen nun noch ergänzt werden um so eine Millionen-App. Das ist eine absolute Irrlehre, das ist ein Irrweg der Politik und das müsste vom Parlament gestoppt werden. Samuel Schmid, der frühere SVP-Präsident, Der einstige halbe Bundesrat der SVP nennt das politische Ringen um die Armeefinanzen ein Trauerspiel. Damit das Militär in nützlicher Frist verteidigungsfähig wird, fordert im Gespräch mit der NZZ die Lockerung der Schuldenbremse. Ich lehne die Neutralitätsinitiative klar ab. Samuel Schmid gegen die Neutralitätsinitiative und gegen die SVP, ohne die er gar nichts geworden wäre. Und er hat ja keinen Erfolg gehabt in seinem... Zusammen mit seinem Armeechef Roland Schmid ist ein Trümmerhaufen angerichtet worden, Führungsschwächen, Organisationsschwächen und er musste zum Rücktritt regelrecht gezwungen werden. Auch Armeeübungen haben nicht funktioniert. Und jetzt hier dieses Zeitgeist-Statement für mich höchst fragwürdig, dass ein SVP-Politiker, ein ehemaliger SVP-Politiker aus dem Kanton Bern, aus der Familie Schmid, und der Bruder von Samuel Schmid, war ein aufrechter und senkrechter Schweizer Patriot, aber dass dieser ehemalige Bundesrat sich angesichts jetzt dieser Lage, wie wir sie haben, gegen die Neutralitätsinitiative ausspricht und damit gegen ein klar festgezurrtes, verbindliches, unflexibles Verständnis der Neutralität. Das hinterlässt einem fassungslos und zeigt einfach auch charakterliche Abgründe, dass jemand, der alles seiner Partei verdankt, jetzt dieser Partei dermassen in den Rücken fällt. Aber das ist ja nur die parteipolitische Dimension. Es geht ja um weit mehr. Es geht eben um die Frage der schweizerischen Neutralität. Und es ist einfach intellektuell zutiefst unseriös, wie hier argumentiert wird. In der Neuen Zürcher Zeitung ist mir noch ein weiterer Artikel aufgefallen von der Christina Neuhaus, der Inlandschefin, die sich mit der Wecker-Kampagne der FDP auseinandersetzt, also Schweiz aufwachen. diese... Ja, frühgymnastische Politkampagne, die jetzt mit Blick auf die nächsten Wahlen da lanciert wurde. Die SVP, Entschuldigung, die FDP als Partei für alle, die den Wecker stellen. Und da gibt es ja ein schönes Bonmot des SVP-Doyens. Christoph Blocher hat gesagt, wenn die FDP den Wecker stellt, dann ist die SVP schon aufgestanden. Hells Angels wehren sich gegen Fettpol. Sensible Dokumente angefordert. Bei der Bundespolizei gelten die Mitglieder des Motorradclubs offenbar als Gefahr. Die Hells Angels wollten genau wissen, was man ihnen vorwirft, aber blieben chancenlos. Bundesanwaltschaft und Fettpol machen immer noch Jagd auf die Hells Angels. Schon unter Bundesanwalt Rorschacher war das ein Schlag ins Wasser, eine gigantische Peinlichkeit. Man bekommt den Eindruck, dass die Bundesanwaltschaft und FEDPOL unterbeschäftigt seien. Sie sprechen von einer Bedrohung für die innere und äussere Sicherheit der Schweiz. Die wahre Bedrohung für die innere und äussere Sicherheit der Schweiz ist, wenn schon, der Islamismus, sicherlich nicht die Hells Angels, an denen man sich da abarbeitet. Ein grosses Interview auch der Kollegin mit Milo Rau, dem Schweizer Regisseur, der sich zum einen positioniert als ein Mann, der auch mit politischen Gegnern spricht, aber gleichzeitig auch für ein Parteiverbot eintritt. Ja, Milo Rau, zumindest ein sehr umtriebiger Theatermacher aus der ganz linken Szene, der aber einen Sport sich daraus gestaltet hat, immer auch Andersdenkende einzubinden. Zuletzt furoremachend, aber im negativen Sinn mit seinem Plan Peter Thiel. nach Wien zu holen, um mit den Antichristen zu diskutieren. Man hat auch einen Theologen entsprechend aufgeboten, aber das Ganze ist dann abgeschossen worden, weil es angeblich eben nicht stadthaft sein soll, mit Peter Thiel zu sprechen. Jetzt Milo Rau im grossen Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung, mit unserem ehemaligen Weltwoche-Kollegen Rico Bandle. Über die Daily-Pause haben wir schon gesprochen. Die wird nicht... ganz so streng auch von mir durchgezogen werden aufgrund der Interviews, die ich noch aufgezeichnet habe und eben auch aufgrund meiner 1. August-Ansprache, die dann folgen wird auf den entsprechenden Termin. Aber die wichtigste Botschaft, ich habe es noch nicht formuliert, ich habe es noch nicht fertig, aber im Kopf das Wichtigste, meine Damen und Herren, ist, der Krieg kehrt zurück, der Krieg ist wieder in Europa. Wir sind umgeben von ideologisch fanatisierten Politikern. von Moralisten, von Moralisierern, von Gutmenschen, die ihre Vorstellung der Gerechtigkeit über den Frieden stellen. Und das ist eine ebenfalls sehr gefährliche, aber in der europäischen Geschichte bestens bekannte Tendenz. In kriegerischen Zeiten ist es meines Erachtens entscheidend, die Waffen zum Schweigen zu bringen. Einfach einmal aufzuhören und nicht die Sache noch anzuheizen mit Schuldzuweisungen. Und hören wir nur mal auf die Rhetorik, hören wir nur auf die Worte, die ja zu Waffen geworden sind. Und angesichts der enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Länder in Europa, flüchten sich, glauben sich, die Regierungen retten zu können, in eine Kriegsrhetorik, in eine Kriegsbesoffenheitsrhetorik und damit verbunden natürlich auch in eine Umstellung der zivilen Industrie in militärische Produktion. Ein gigantisches Geschäft. In den USA brechen die Dämme ebenfalls. Das ist eine Tragödie, meine Damen und Herren. Und wo sind die Friedensbewegungen, wo sind die friedensbewegten Menschen? Wo ist das Bewusstsein auch der Familien für ihre Kinder, für die kommenden Generationen, dies nach einem Jahrhundert der Weltkriege? Und wo sind da die Medien, die das kritisch hinterfragen? Ich sehe sie nicht, meine Damen und Herren, weit und breit ausserhalb dieser Redaktion. Ich sehe Kriegstreiberei, ich sehe Rechthaberei, ich sehe moralisierenden Dünkel und ich sehe eine Weigerung, überhaupt nur in Erwägung zu ziehen, dass unser... angeblicher Feind, nämlich Russland, auch einen Punkt haben könnte. Ganz im Gegenteil, in Europa wird man verurteilt, wird man sanktioniert, wird man eingesperrt, wenn man auch mit den Russen redet. Wie krank ist das denn, meine Damen und Herren? Und das ist jetzt nur vorweggenommen ein Teil sicherlich meiner 1. August-Ansprache. Wir Schweizer dürfen da nicht mitmachen. Wir Schweizer sagen Nein zum Krieg. Und ja zur Neutralität. Wir sagen Nein zu diesem Wahnsinn und Ja zur Schweiz. Wir sagen Ja zu einer unabhängigen, zu einer direktdemokratischen und zu einer neutralen Schweiz. Zu einer Schweiz des Friedens, zu einer Schweiz der Meinungsvielfalt, zu einer Schweiz des offenen Gesprächs, die sich auch nicht einmischt in diese Kriege, weder mit Wirtschaftssanktionen noch mit militärischen Instrumenten. Das ist die wichtigste Priorität. für unser Land in kommender Zeit. Das ist mindestens so wichtig wie die Zurückweisung dieser Unterwerfungsverträge mit der Europäischen Union, wo wir einfach noch mehr zahlen müssen, um noch weniger zu sagen zu haben, um aus Brüssel die Gesetze, die Gesetzesdiktate zu empfangen und damit natürlich auch institutionell noch enger angebunden werden an eine Kriegspartei, an eine Kriegspartei, die diesem Krieg, den sie mit heraufbeschwört, nicht gewachsen ist, meine Damen und Herren. Doch dazu in der internationalen Ausgabe gleich mehr. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede. die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelernt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de, sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen... Bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.