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Musik Grüezi wieder an, ich begrüsse Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily, Spezialmeilenscheine der Schweizer Geschichte. Mein Name ist Roman Zeller und neben mir bereits steht schon Professor Christoph Mörgeli. Hinter uns sehen Sie ein Flugzeug. Wir sind unweit von einem Flugplatz entfernt. Es sind die Flugzeugwerke der Piloten. Pilatusanlage, Christoph, was ist das Thema der heutigen Sendung? Grüezi miteinander. Wir sprechen über den grössten Flugzeughersteller der Schweiz, seine wirkliche Erfolgsgeschichte. Wir sprechen über den Zweck dieser Flugzeuge, die hier produziert werden. Pilatusstrasse 1 in Stanz. Wir sehen nur einen ganz kleinen Teil der Anlage hinter uns. Und wir sprechen wohl auch noch etwas über die Schweizerische Luftwaffe. Warum ist dieser Flugzeughersteller Ein Meilenstein der Schweizer Geschichte. Es ist eine ganz grosse industrielle Leistung, die im Jahr 1939 begann. Emil Georg Bürle, der bekannte Waffenfabrikant Zürich-Oerlikon, wir kennen die entsprechende Maschinenfabrik, wollte hier für die Schweiz eine eigene Luftwaffe, eine Möglichkeit der Luftverteidigung aufbauen. Dabei hat der Hilfe, ein österreichischer Waffenproduzent war am Anfang noch dabei und dann auch die Elektrobank, die frühere Alu-Swiss, das wurde dann daraus und gegründet wurde diese Firma Anfang Dezember 1939 und zwar in den Räumlichkeiten der Nidwaldner Kantonalbank. Und das sollte sich zwar zu einem natürlich auch volatilen Geschäft, nicht immer gleich gut laufend, aber letztlich zu einer grossen schweizerischen Industrie-Erfolgsgeschichte entwickeln. Wie waren die ersten Jahre? Wie lief das an? Die ersten Jahre waren natürlich nicht sehr einfach. Es kam dann rasch der Zweite Weltkrieg. Er war sogar bereits im Gange, als man diese Firma gründete. Es gab aber bereits seit Kurzem, nämlich seit 1938, den Flugplatz Bwoks. Und darum hat man hier auch in der Nähe diese Firma gegründet. Man glaubte zuerst auch, man könne noch Kavernen bauen, dann in die hier naheliegenden Gebirge. Das hat man dann unterlassen. Aber es wurde hier begonnen mit dem Flugzeugbau. Man war allerdings relativ spät, dann kriegerisch konnte man... nicht mehr etwas erreichen für die Landesverteidigung. Die eigentlichen ersten funktionierenden Flugzeuge P2 und P3 standen erst dann im Sommer 1945 zur Verfügung. Warum Pilatus? Die Firma ist benannt nach dem nahen Berg Pilatus. Und PC, das sind dann die erfolgreichen... Flugzeuge, sowohl Mehrzweckflugzeuge wie Schulungsflugzeuge, Trainingsflugzeuge. PC heisst dann eigentlich Pilatus Commercial. Das waren also dann privatwirtschaftliche genutzte Flugzeuge. Was war die bahnbrechende Erfindung, das bahnbrechende Werk Flugzeug Kampfjet, die die Pilatus Werke so dermassen gross gemacht haben? Man muss vielleicht wissen, dass die Pilatus Flugzeugwerke, Pilatus Aircraft wie es heute heisst, nicht im Kampfflugzeugbau engagiert waren. Also es wurden nicht Jäger gebaut oder eben Kampfjets. So weit kann man dann doch nicht. Aber sehr, sehr erfolgreiche Mehrzweck-Trainingsflugzeuge, auch Transportflugzeuge, vor allem dann in der Nachkriegszeit. Was eben die... Kriegszeit betraf, so musste man für Jäger in den 1930er Jahren auf Messerschmitt zurückgreifen. Die Deutschen waren hier natürlich sehr viel weiter in der Entwicklung. Die schweizerische Flugwaffe ist natürlich sowieso immer etwas der Entwicklung hinterher gerannt. Wenn man denkt, zu Beginn des Ersten Weltkriegs gab es irgendwie acht Privatflugzeuge für den Einsatz der Armee und neun Piloten. Am Schluss waren es dann irgendwie 60 Piloten und gut 60 Flugzeuge. Also das hat sich sehr, sehr langsam entwickelt. In der Zwischenkriegszeit gab es auch wenig Möglichkeiten. Man musste sparen in diesen Krisenzeiten. Und man hat dann erst eigentlich... begonnen aufzurüsten in den 30er Jahren. Das ist tatsächlich dann mit diesen, allerdings nicht Pilatus-Maschinen, zu Luftkämpfen gekommen, 1940 vor allem. General Guisson hat dann solche Zweikämpfe, auf welche die Schweiz sehr stolz war, weil die Schweizer Piloten haben sich da wirklich todesmutig, vor allem den Deutschen entgegengestellt, die den schweizerischen Luftraum verletzt haben. Aber das wurde dann untersagt. Die Deutschen hatten sich nicht mehr so gut verstanden. Man hat natürlich nicht Freude an diesen Aktionen. Man hat dann nur noch mit der Flugabwehr solche Flugzeuge bekämpft. Und so wurde dann natürlich der Schweizerische Luftraum verschiedentlich verletzt, sowohl durch die Deutschen wie aber dann auch durch die Alliierten. Waren Pilatus-Flugzeuge hauptsächlich für die Schweiz gedacht oder waren auch andere Länder Abnehmer für diese Flugzeuge? In der Nachkriegszeit sind es dann doch sehr viele andere Staaten, Interessen gehabt haben, solche entsprechenden Flugzeuge zu beschaffen. Ein ganz grosser Erfolg nach diesem unmittelbaren Krieg anschliessenden P3, P4 war die PC-6, auch multifunktional einsetzbar, der sogenannte Pilatus Porter. Eine wirkliche Erfolgsgeschichte, den man auch sehr gut exportieren konnte als Typ. und es ist kommen dann später andere hinzu. Dieser PC-6 ist Ende der 50er Jahre entwickelt worden und wurde dann in den 60ern sehr gut verkauft. Es kommen dann PC-7 und PC-9, auch die dann am Beginn der 70er, 80er Jahre ein wirklicher Erfolg. Aber sie wurden halt eben auch im Ausland dann Und so kam es zu einem sogenannten Pilatus-Skandal 1978, in dem eben diese sehr erfolgreichen Flugzeuge auch dazu verwendet werden konnten und dazu auch missbraucht wurden. Das war nicht vorgesehen, aber es geschah dann, dass man eben diese Flugzeuge mit Bomben belud und dann eben gewisse Bevölkerungen, auch Bürgerkriege führte im Ausland. Was dann natürlich in der Schweiz zu heftigen Diskussionen geführt hat, ob man solche Flugzeuge aus Neutralitäts- und friedenspolitischen Gründen ausführen darf. Wie wurde diese Debatte damals geführt? Wie hitzig war die? Wir führen ja heute eigentlich eine ähnliche Debatte. Wie war das damals? Es war eine sehr hitzige Diskussion, denn man konnte natürlich in der Tat nachweisen, dass diese Pilatus-Flugzeuge durchaus bewaffnet wurden. Es war relativ einfach zu bewerkstelligen, dass man diese Flugzeuge von bestimmten diktatorischen Regimes auch eingesetzt hat, gegen Aufständische in Bürgerkriegsaktionen, dass man beispielsweise eben auch vielleicht chemische Substanzen da eingesetzt hat, was man nicht hätte tun sollen, um eben Leute und vielleicht auch Herren. zu bekämpfen, die man so nicht wollte. Und so gesehen kam es dann wirklich zu ganz, ganz heftigen Diskussionen, die vor allem natürlich die politische Linke angeheizt hat. Es kam dann 1982 auch zu einem Terroranschlag hier bei den Pilatuswerken im Zuge dieser grossen Flugzeug- oder Waffenausfuhrdiskussion. Mit Toten? Es gab da keine Toten zum Glück, nein. Aber es war ein ernstzunehmender Anschlag. der natürlich schon für Schrecken und für Sorgen gesorgt hat. Und worin mündete diese Neutralitätsdebatte? In einem Gesetz in mehr Neutralität, in Rückbesinnung auf Schweizer Werte? Neutralität gehört dazu? Oder war die Aufgabe der Neutralität quasi das Fazit? Es gab dann immer wieder Diskussionen bis in die neueste Zeit hinein. Die Pilatuswerke haben weitere sehr erfolgreiche Modelle. Es kam dann P12, P24 zum Transport von Menschen, kleinere Transportflugzeuge für den Privatflugverkehr sehr geeignet. Auch der Bundesrat hat einen entsprechenden Jet angeschafft und das war dann durchaus ein Erfolg. Denn nach dem Kalten Krieg musste man sich ja neu erfinden. Vielfach wurden eben die Pilatus-Flugzeuge auch als Trainingsflugzeuge. für Armeezwecke eingesetzt, auch in der Schweiz. Man hat sie nicht als Kampfjets einsetzen können, aber eben zum Training der Piloten waren sie außerordentlich geeignet. ...wendig, relativ klein und es war dann wirklich ab dem Jahr 2000 ein eigentlicher Boom von diesen sehr, sehr leistungsstarken und guten Maschinen. Wollte ich gerade fragen, was ist das Alleinstellungsmerkmal von Pilatus Flugzeugen? Was hebt Pilatus von anderen Flugzeugherstellern ab? Es ist natürlich ein hart umkämpfter Markt, aber man kann sagen, dass Pilatus mit der Schweizer Qualität, die sie eben anbieten kann, ein Welterfolg wurde. Es werden etwa 150 Flugzeuge im Jahr heute abgeliefert. Es waren mal irgendwann 250 Angestellte beschäftigt. Und es sind heute meines Wissens weit über 2000, die hier arbeiten. 90 Prozent übrigens in der Schweiz. Man macht 250 Millionen Gewinn, einen Umsatz von über 1,6 Milliarden. werden. Also das ist wirklich ein sehr, sehr wichtiger Arbeitgeber auch hier. Der grösste in Nidwalden und einer der grössten in der Zentralschweiz. Und der Bundesrat hat jeweils natürlich schon genau geschaut, dass diese Arbeitsplätze nicht einfach verloren gehen. Er hat sich immer wieder eingesetzt, dass eben auch ein Export möglich ist und dass man hier nicht allzu rigide ist. Im Jahr 2019 sind dann allerdings diese Ausfuhren verboten worden durch den Bundesrat, durch das Aussendepartement, vor allem nach Jemen, wo eben Krieg herrschte, oder eben auch in die Emirate, wenn ich mich recht erinnere, Saudi-Arabien war damals ein Problem. Und das wurde dann aber durch ein entscheidendes Bundesverwaltungsgericht wieder aufgehoben. Wie war es möglich, dass Pilatus durch diese politisch... mit Sprengstoff bestückte Grosswetterlage durchnavigierte. Zum einen ist es eine unternehmerische Wahnsinnsleistung, was hier hochgezogen wurde. Zum anderen ist es, wie du gesagt hast, immer wieder durch Kritik beschallt worden, weil man von Kriegen profitiert hat. Es ist ein Kriegsgeschäft, das man da quasi beliefert. Wie ist man da durchgekommen? Wie hat man da dieses Minenfeld beschritten, dass eben diese Unternehmung immer noch so floriert, wie sie heute floriert? Man hat schon aufgepasst, dass man an die richtigen Leute liefert. Und das waren dann mehr und mehr natürlich private Kunden, Unternehmer, grosse und sehr vermögende Menschen rund um den Erdball, die sich so ein Flugzeug leisten konnten. Und diese Flugzeuge haben sich in der Tat sehr bewährt. Die Qualität ist natürlich ausgezeichnet. Es gibt auch verschiedene Investoren, die diese... Firma besitzen. Die Familie Bührle ist noch immer drin. Übrigens hat Emil Georg Bührle die Firma dann 1942 mitten im Krieg allein übernommen. Also er hat dieses Risiko auf sich genommen und das wurde dann wirklich zu einer grossen Erfolgsgeschichte. Vor allem im 21. Jahrhundert ist auch verbunden mit einem Namen, der hier sowohl CEO war dieser Firma wie dann auch Verwaltungsratspräsident. Das war Oskar Schwenk. Danke, 2023 verstorben. Heute steht an der Spitze Markus Bucher als Geschäftsführer, als CEO. Und Hans-Ueli Losli ist Verwaltungsratspräsident. Wir kennen ihn von der Firma Coop. Was würdest du sagen, was macht diese Firma zu einem Meilenstein für die Schweizer Geschichte? Was ist die grosse Bedeutung der Pilatuswerke für die Eidgenossenschaft? Was macht sie speziell? Sie ist sehr interessant, indem sie in der Kriegszeit, in der beginnenden Kriegszeit des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde, natürlich auch zu militärischen Zwecken. Man hat hier auch Montagen durchgeführt, man hat geholfen, die Kampfflugzeuge zu konstruieren. Also da gab es durchaus auch mit dem Bund gewisse Verbindungen und gewisse Aufträge. Man muss bedenken, dass die Schweizer Luftwaffe... in den 1950er-Jahren zwischen 600 und 700 Kampfflugzeugen besass. Die hat natürlich nicht die Qualität der heutigen, aber heute haben wir noch 30 Kampfjets. Das war damals im Kalten Krieg eine wirklich bis auf die Zähne bewaffnete Luftwaffe. Sie heisst übrigens Luftwaffe erst seit 1995. Früher war der mir vielleicht etwas sympathischere Begriff Flugwaffe dann in der Schweiz noch gebräuchlich. Aber man hat sich hier vom Militärischen dann weiterentwickelt in die zivile Luftfahrt. Das war das eigentliche Erfolgsrezept, weil man natürlich bei der Kampfjetproduktion mit den Grossen nicht mithalten konnte. Das hat man bald gemerkt. Die Schweizer entsprechende Produktion war nie sehr erfolgreich. Aber hier im Transportbereich sehr erfolgreich. Man macht übrigens auch Segelflugzeuge hier und wie gesagt Mehrzweck. Flugzeuge, vor allem die einmotorigen PCs, sind sehr erfolgreich geworden. Es wird im Bereich von Transportkapazitäten und den entsprechenden Mehrzweckmöglichkeiten Gebrauch gemacht. Das ist sehr begehrt auf dem Markt. Standort Stans, wie ist es möglich, dass hier zentral in der Schweiz, weit weg von den grossen flughäfen genf basel zürich dass hier so viele aviatiker flugzeugexperten angelockt werden können das hat natürlich auch mit der geschichte zu tun Emil Georg Bürle wollte in die Zentralschweiz, die war etwas weniger gefährdet. Man glaubte hier, dass der Feind nicht so rasch durchdringen kann. Und, wie gesagt, das ist zu betonen, es war bereits seit kurzem hier ein Militärflugplatz im Gange. Neben Bayern zum Beispiel ist natürlich berühmt dann auch der Flugplatz da im Haslital. Es gab da verschiedenste Flugplätze. Man hat in den 60er Jahren auch die Autobahnen ausgerüstet, um militärisch da landen zu können mit unseren Jets. Aber wie gesagt, hier in Stanz bei den Pilatuswerken hat man dann eben auf die zivile Luftfahrt gesetzt. Und das war wirklich ein Erfolg. Das hat man gut gemacht. Was haben wir vergessen? Was gibt es sonst noch? die Pilatuswerke zu sagen und deren Flugzeuge? Vielleicht könnte man noch ein Wort, wenn wir bei den Namen sind, zu einem bestimmten Chefpiloten sagen. Chefpilot hier bei Pilatus war ein gewisser Rehs Schmied und er wurde dann Regierungsrat im Kanton Nidwalden. 16 Jahre lang hat er für die SVP das Erziehungsdepartement geleitet und ist heute immer noch aktiv in der Bildungspolitik, ist er auch prägnant in Erscheinung getreten. als Kritiker gewisser allzu moderner und vielleicht vom Ziel abweichender Erziehungs- und Bildungsmodelle. Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank für diese Ausführungen. Ihnen danken wir ganz herzlich für die Aufmerksamkeit, wünschen Ihnen ein wunderschönes Wochenende und bis zum nächsten Mal bei Weltwoche Daily Spezial und vor allem den Meilenstein der Schweizer Geschichte. Vielen Dank.

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Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über die Pilatus-Werke, das faszinierende Flugzeugunternehmen aus der Innerschweiz

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Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über die Pilatus-Werke, das faszinierende Flugzeugunternehmen aus der Innerschweiz
Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über die Pilatus-Werke, das faszinierende Flugzeugunternehmen aus der Innerschweiz
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Kapitel

  1. Einleitung und Begrüssung
  2. Thema der Sendung: Grösster Flugzeughersteller der Schweiz
  3. Gründung und erste Jahre der Pilatus Flugzeugwerke
  4. Bedeutung des Namens Pilatus
  5. Erfolgsgeschichte der Pilatus Flugzeugwerke
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