Grüezi miteinander und ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie etwas gespenstisch beleuchtet zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Freitag, dem 2. Oktober 2000. Ich muss das in aller Kürze aufzeichnen. Ich bin im Begriff, jetzt gleich abzufliegen aus Moskau nach Istanbul und von dort geht es dann weiter in die westeuropäische Heimat. Ich freue mich, dass Sie da sind und das mobile Haus der schweizerischen Neutralität ist da international am Ball. Wir haben gerade die Abschlussversammlung erlebt. der diesjährigen Valdai-Konferenz in der Nähe von Moskau. Und wie jedes Mal ist da dann auch zum Grande Finale der russische Präsident Wladimir Putin anwesend. Er hat eine interessante Rede gehalten. Ich werde darüber in der internationalen Ausgabe etwas mehr sagen. Wesentlich aus schweizerischer Sicht zwei Dinge. Erstens, er gedenkt nicht die jetzt unter Zwangsverwaltung gestellten Firmen. zu enteignen. Das betrifft das Russland-Geschäft von Nestle. Ich habe ihm dazu eine Frage gestellt. Ich habe ihn gefragt, warum bestrafen Sie die grossartige Schweizer Firma Nestle, die trotz Kritik so lange in Russland geblieben ist und ja, Russland auch versorgt, Kinder versorgt, Familien versorgt mit Nahrungsmitteln und vielen anderen Dingen. Warum diese drakonischen Massnahmen, worauf Putin sagte, ja gut, das sind Gegenmaßnahmen. bei allen Ländern, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland ergriffen haben. Und da gehört eben auch die Schweiz auf die Liste der unfreundlichen Länder. Ich habe ihn auch gefragt, was er insgesamt zu Schweiz denke und was er Kleinstaaten rate in dieser sehr angespannten internationalen Lage. Und die Aussagen da ganz knapp zusammengefasst. Aber ich komme darauf noch zurück von Präsident... Die Schweiz habe an Attraktivität verloren, sie habe die Bankkundengeheimnis preisgegeben und sie habe auch ihre Neutralität teilweise preisgegeben. Und das sei aus seiner Sicht nicht gut für die Schweiz. Er gebe allen Kleinstaaten die allgemeine Empfehlung in dieser neuen multipolaren Unsicherheit, damit sich ringende Grossmächte die eigene Souveränität zu verteidigen, die Freiheit zu verteidigen und die eigenen Werte zu verteidigen. Und jetzt mal ganz grob und knapp. Zusammengefasst, interessanterweise hat mich dann Putin auch noch etwas gefragt. Er hat mich sozusagen noch aufgerufen, einen kleinen spontanen Vortrag zu halten, und zwar über Egon Bahr, den deutschen Aussenpolitiker der 70er Jahre, vor allem ein ganz enger Weggefährte von Willy Brandt. Und Egon Bahr, den hat eben Putin in seiner Ansprache ausgiebig gewürdigt. Und ich habe ihm dann erklärt, dass ich den noch persönlich kennengelernt habe. Wir haben ihn damals mit der Weltwoche eingeladen nach Zürich. und das hat den... russischen Präsidenten offensichtlich interessiert, sodass er mich aufforderte, da im Plenum etwas zu sagen, meine persönlichen Eindrücke von Egon Barth. Ich habe gesagt, ja, das ist einer jener politischen Giganten in der europäischen Nachkriegsgeschichte, die eben gesehen haben, dass auf diesem Europa, in diesem Friedhof der einstigen Grossmächte, jetzt die Friedensleistung entscheidend ist, dass man eine Brücke... zwischen Ost und West, Nord und Süd bauen muss. Und vor allem, dass es in Europa keinen Frieden gegen Russland, sondern nur mit Russland geben könnte. Es kam dazu ein spontaner Austausch. Wir werden den entsprechenden Ausschnitt sicherlich auf unseren Online-Medien noch aufschalten. Was sind die Themen? Keine gute Nachricht aus Bern. In der Herbstsession hat der Ständerat nun also dieses Unterwerfungspaket verabschiedet. Sie haben zugestimmt. Sie haben... Es war festgehalten, es müsse dann bei der Volksabstimmung ein Ständemehr geben, aber das sind alles vorläufige Beschlüsse, denn jetzt tagt dann der Nationalrat und der wird das vermutlich wieder über den Haufen werfen. Ja, nach intensiven Debatten ist eben dieses Abkommen, das ja unter dem irreführenden Titel Stabilisierung und Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Europa fliegt. Es sind keine bilateralen Beziehungen, denn sie sind nicht gleichberechtigt. Und es ist nachricht eine Stabilisierung, denn es ist nicht stabil, wenn eine Seite laufend abändern kann. Den Vertrag unilateral und die Schweiz muss dann übernehmen unter Strafandrohung und der Sache. Aktionsandrohungen. Das ist also ein vorläufiges Resultat, was das Ständemeer angeht. Da müssen wir uns darauf einstellen, dass unsere grössere Kammer dann tatsächlich die Ungeheuerlichkeit abzieht, dieses so wichtige, einschneidende, die schweizerische Souveränität, weiter einschränkende, die Schweiz der EU unterwerfende Abkommen, dass das eben an den Ständen vorbei durchgewinkt werden soll. Unglaublich, was da abgeht. Das Ständemeer ist ja bei wichtigen Volksabstimmungen absolut zentral. Es ist auch Ausdruck der Tatsache, dass man eben die Stimme der Kantone, der Gebietskörperschaften, ungeachtet der reinen Personenzahl, der Bevölkerungszahl in den Kantonen entsprechend gewichtet. Das ist sozusagen ein Zentralmerkmal unseres Staates. Und der Ständerat hat sich dann auch tatsächlich mit 23 zu 17 Stimmen für dieses Ständemeer ausgesprochen. Aber 17 Ständevertreter sind gegen das Ständemeer gewesen, haben also der Entmachtung der Kantone zugestimmt, sich insofern demokratiepolitisch ins Abseits gestellt. Und wir fragen, wer sind da die Beschneider der direkten Demokratie und unserer staatlichen Säulen? Philipp Gut hat in der Weltwoche, auf Weltwoche online, die Namensliste zusammengestellt. Wer hat also das Ständemeer verweigert? Und diese Namen müssen Sie sich merken, meine Damen und Herren, wenn Sie das nächste Mal über Ihre Ständeräte entscheiden können, wenn Sie wählen können. Denn das sind Ständeräte, die sich nicht für die Stände einsetzen, die das kantonsgebietskörperschaftliche Privileg, das Grundrecht, das Volksrecht der Kantone mit Füssen getreten haben. Das sind Marianne Binder-Keller. Mitte Kanton Aargau, Pascal Brulis, FDP Wattland, Isabel Chasson, Mitte Kanton Freiburg, Mathilde Crevasier-Crelies, Sozialdemokratin aus dem Kanton Jura, Fabienne Fiva, Grüne Neuenburg, Johanna Gabbani, FDP Freienburg, Maya Graf, Grüne Basel Land, Eva Herzog, SP Basel Stadt, Daniel Jositsch, Ex-SP Kanton Zürich, Charles Jouillard, Mitte Jura, Pierre-Yves Maillard, SP Wattland, Tiana Angelina Moser, GLP Zürich, Damian Müller, FDP Luzern, Franziska Roth, SP Solothurn, Carlos Omaruga, SP Genf, Benedikt Wirt, Mitte St. Gallen. Enthalten haben sich Andrea Garoni, FDP Kanton Appenzell-Ausserroden, Matthias Michel, FDP Kanton Zug, Benjamin Mühlemann, FDP Kanton Glarus, Das Abwesen waren Baptist Hurny, SP Neuenburg und Mauro Poccia. MCG Genf, Stefan Engler mit Graubünden stimmte als Präsident nicht ab. Parteipolitisch lässt sich also sagen, linke, grüne, grünliberale Ständeräte sind geschlossen gegen das Mitentscheiden der Kantone und ihres Kantons. Viele FDPler, löbliche Ausnahme der grüne Glarner Matthias Zopfi, vielleicht liegt es an der dortigen Landsgemeindekultur. FDP-Mitte insgesamt gespalten, nur die SVP ist durchgehend für das Ständemehr. Der eigentliche Sündenfall hat aber schon in der Eintretensabstimmung stattgefunden. Der Ständerat hat sich ausgesprochen für einen Vertrag, der die Schweiz der Europäischen Union, also einer fremden Rechtsordnung, unterstellt, der eine fremde Gerichtsbarkeit in der Schweiz installiert, einen fremden Gesetzgeber in der Schweiz installiert und die Schweiz auch verpflichtet, sollte sie sich diesen Gesetzesdiktaten aus Brüssel widersetzen, dass sie sanktioniert, also bestraft werden kann. Und zum Dank quasi um dieser Entmachtung, dieser Entmündigung, dieser Kolonisierung auch noch beizupflichten, dürfen wir dann mehr Tributzahlungen leisten, also mehr Abgaben dann pro Jahr. Das kommt auch noch dazu. Außer der SVP haben sich hier nur sehr wenige Ständeräte dagegen ausgesprochen. In Erinnerung geblieben das denkwürdige Votum von Beat Rieder, der Mitte-Partei, der Ständerat aus dem Kanton Wallis. brillant, wie er das zerzaust hat. Ich habe mich einfach gefragt, warum ist Beat Rieder in der Mitte Partei, wenn dieser Vertrag aus seiner Sicht so wichtig ist und, wie er darlegte, schlimmer sei als ein Kolonialvertrag? Warum bist du bei einer Partei, die so einem Ungeheuer von Vertrag zustimmt? Aber das müsste man den Beat Rieder fragen. Sportförderung. Der Nationalrat bewilligte mit grosser Mehrheit 200 Millionen Franken zur Unterstützung einer potenziellen Durchführung Amen. der Olympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz, sowie Bundesmittel für sieben weitere Sportgrossanlässe. Ruth Metzler als Präsidentin von Swiss Olympics soll übrigens die PR-Firma von Peter Lauener engagiert haben, dem ehemaligen Kommunikationschef von Alain Berset, mit der Standleitung zu Ringy während der Corona-Zeit. Dies die in aller Kürze wesentlichen Nachrichten, wesentlichen Die Erkenntnisse habe ich etwas ganz Wichtiges vergessen. Ja, es sind noch Gelder bewilligt worden im Ständerat für das Studienprogramm, Studentenprogramm Erasmus+, was ja nicht wahnsinnig viel bringt. Wir haben das in der Weltwoche, aber auch schon in anderen Zeitungen. Die Zeit in Deutschland hat Erasmus auch schon als grösstes Partyprogramm in der europäischen Universitätslandschaft bezeichnet. Knappen, kompakten Bemerkungen verabschiede ich mich fürs Erste. Ich danke Ihnen, werde vermutlich irgendwann noch von unterwegs eine internationale Ausgabe nachreichen. Und sehen Sie es mir nach, die etwas, ja, Bela Lugosi-hafte Beleuchtung da von unten her, das sieht jetzt nicht wahnsinnig anheimelnd aus. Dafür habe ich Sie vielleicht aus dem Schlaf oder Halbschlaf geschreckt mit dieser doch etwas Hollywood-finsteren, ja, Geisterfilm-Illumination. Bis bald, einen schönen Tag und wenn Sie schon dazukommen, ein wunderbares Wochenende. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt, denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. 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