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Die Weltwoche

Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus dem Institut für fortgeschrittene Gegenwartskunde und angewandte Wirklichkeitsstudien zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und... zuversichtlich am Montag, den 13. Juli 2026. Das letzte Wochenende habe ich nicht in Moskau verbracht oder in Kiew, sondern in den Schweizer Bergen im Engadin. Dort habe ich getroffen einen berühmten deutschen Musiker, den Star-Trompeter Till Brönner. Meine Kollegen sollten unser Podcast Interview vor prächtiger Alpenkulisse mittlerweile aufgeschaltet haben. Till Brönner, Er ist eine herausragende Persönlichkeit, er ist ein genialer Künstler, er ist aber auch ein kultureller Brückenbauer, er ist Hochschullehrer und er ist der mit Abstand berühmteste, beste und auch bekannteste Jazz-Trompeter der Bundesrepublik, der es auch geschafft hat, in die obersten amerikanischen Umlaufbahnen vorzustossen. Wir haben uns unterhalten vor entspannten... Hintergrundbildern mit dieser wunderschönen, ewigen Landschaft des Oberengadins mit Blick auf die Gletscher, Piz Pali, Roseg, dann der St. Moritzasee und eben dieses Bergpanorama, diese wunderbaren, magnetisierenden Landschaften, die ja so viele Leute anziehen, gerade auch aus Deutschland, Pontresina, St. Moritz, Zellerina, Samaden. Silva Plana, Sils Maria, wo einst Friedrich Nietzsche verkehrte. Das ist schon eine ziemlich magische Umgebung. Und dort ist Till Bröner aufgetreten am Festival der Jazz. Und wir haben das zum Anlass genommen, etwas über Berge und Jazz zu sprechen, dann aber auch über sein Leben. Die sehr eindrückliche Laufbahn, die er hingelegt hat. Und vor allem auch, was ist eigentlich die Botschaft des Jazz? Was hat uns diese Musik heute noch zu sagen? und vor allem... was ist die Botschaft der Kultur, was ist der Auftrag der Kultur in kriegerischen Zeiten. Wir sind ja in einer Welt der Eskalationen. Wir sehen da in den Nachrichten jetzt wieder die Militärschläge der Amerikaner im Nahen Osten, die Strassenstraße von Hormuz, das ist eine eiternde, offene Wunde. Gleichzeitig tobt der Ukraine-Krieg, Eskalation allen Talben. Und die Eskalation, wenn man sie nicht stoppt, führt... früher oder später zwangsläufig zu einem ganz grossen Krieg. Und das ist ja die Sorge, die ich hier schon öfters zum Ausdruck gebracht habe. Und ich habe Till Brönner natürlich gefragt, was kann die Musik machen? Was ist da eure Aufgabe, um dieser Eskalationslogik, einer anderen Logik entgegenzustellen, einer Versöhnungslogik, einer Logik des Ausstiegs aus dieser Falle der Eskalation? Und das ist natürlich das ganz grosse Thema. Und ich bin... Ich glaube und ich bin absolut hoffnungsfroh, dass es den Menschen gelingen kann, aus dieser Eskalation auszusteigen, in die man sich jetzt politisch hat hineinreissen lassen. Und das Gefährliche ist, dass alle Seiten das Gefühl haben, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen und dass niemand glaubt, dem anderen nachgeben zu können, weil das ein Zeichen der Schwäche wäre. Und die ganze Eskalation hat sich auch von den ursprünglichen Kriegszielen, das ist ja auch so etwas, der Krieg frisst sozusagen alles in sich hinein und niemand will eigentlich einen grossen Krieg. Niemand hat je einen grossen Krieg gewollt. Weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg ist in dieser Dimension je gewollt worden. Aber die, die das angesteuert, die, die dann jeweils eskaliert haben und so eben auch Gegeneskalationen ausgelöst haben, die sind am Schluss dann selber. von einer Dynamik erfasst worden, die sie nicht mehr kontrollieren konnte. Und das ist das Thema, das wir mit Till Bröner besprechen. Aber das ist ein Thema, das mich jetzt an diesem Wochenende intensiv beschäftigt hat, vor allem auch nach meinen Russlandreisen, nach den vielen Gesprächen, die ich dort geführt habe. Das ist ein ganz wichtiges Kapitel. Ich werde dazu dann gleich noch etwas sagen. Aber jetzt zum Thema Eskalation. Und da ist mir dieses Buch begegnet. Das ist mir empfohlen worden von einem Weltwoche-Daily-Zuschauer. Er hat gesagt, Schauen Sie sich das mal an. Das ist unglaublich aktuell. Es ist geschrieben worden, nicht unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs. Das wird in den frühen 2000er Jahren verfasst worden sein. Es ist ein Interviewbuch, ein Buch, in dem aber die Gedanken eines der bedeutendsten Philosophen und Kulturanthropologen des 20. Jahrhunderts hier ganz deutlich zur Geltung kommen. René Girard. René Girard ist ein Name, vielleicht haben Sie ihn auch schon gehört. Er lebte von 1923 bis 2015, war Franzose, lehrte zuletzt an der hochrenommierten Stanford University in Palo Alto, also im Silicon Valley. und dort ist in einem seiner Seminare auch ein gewisser Peter Thiel aufgetaucht. Und René Girard hat das Denken von Peter Thiel sehr stark beeinflusst. Und der Begriff der Apokalypse, des Antichristen und eben auch der Nachahmung, das ist ein ganz wichtiges Thema, die Mimetik, die Mimesis, dass eben Menschen den anderen alles nachmachen und dass man sich quasi in spiegelbildlicher Verkettung und wechselseitiger Bezogenheit, sowohl im Guten wie auch im Schlechten daneben. hochschaukelt an sich selbst. Und das ist die Thematik, die er hier beschreibt, anhand der Schriften des preussischen Kriegstheoretikers Clausewitz, der unter dem Eindruck der napoleonischen Kriege den Krieg als etwas beschrieben hat, das zum Äussersten strebt, zum Äussersten. Und diese Formulierung, diese Beobachtung, die beschäftigt Rene Girard. Und er leitet daraus ab eine ganze... Welttheorie des Krieges und er sagt, dass eben die Kriege aus ihrer ursprünglichen auch kultischen Begrenztheit mit all den hemmenden Institutionen, die dem Aberglauben, dem heidnischen Glauben, aber dann auch in früherer Zeit in der europäischen Kriegsgeschichte noch vorhanden gewesen sind, dass der Krieg sich immer mehr entfesselt, dass der Krieg immer totalitärer und totaler wird und dass der Krieg immer mehr dazu tendiert, die Gewalt, die dort zum Ausdruck kommt und zum Ausbruch kommt, dass diese Gewalt eben von den Menschen nicht mehr beherrscht werden kann. Und dass die Menschen, ohne es zu wollen, ohne es zu wissen, in einer Eskalationsdynamik gefangen sind, an deren Ende die Apokalypse stehen muss. Das ist eine sehr düstere Beschreibung, aber vieles von dem, was er darlegt, das sieht man heute vor allem im Blick auf den Ukraine-Krieg, der mir viel gefährlicher erscheint als die gleichzeitigen kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Das ist für mich ein Regionalkrieg. Natürlich schlimm. Auch was die Opferzahlen angeht, die Doppelmoral, die Heuchlerei, die man dort beobachten kann. Aber das ist ein regionaler Krieg, der in einem ganz spezifischen Kontext zu sehen ist. Ich würde sagen, in einem biblischen Kontext. Und der Ukraine-Krieg ist aus ganz anderem Material. Und der Ukraine-Krieg ist meines Erachtens eben geeignet, tatsächlich sich zu einem Weltkrieg auszuwachsen. Und wir sehen diese Gnadenlosigkeit der Eskalation jetzt dort angelegt. Die westliche Seite, die ukrainische Seite, die sich angegriffen fühlende Seite, die sagen, ja, wir sind von den Russen angegriffen worden. Wir sind also berechtigt, auch jetzt endlich alles zu tun, um uns zu verteidigen. Wir eskalieren, wir tragen den Krieg jetzt mit europäischer Unterstützung auch tief ins russische Territorium, versuchen die Russen da zu schlagen, versuchen ihnen die Realität des Krieges auch fühlbar nahezuziehen. Man möchte auch die russische Regierung abbringen mit dieser... Gewalteskalation natürlich vor ihrem Kurs. Man möchte die Leute aufbringen, man möchte letztlich die Machtstatik in Moskau ins Wanken bringen, was natürlich wiederum in Russland eine Antwort notwendig macht. Und in Russland diskutiert man eben darüber, dass das gar kein Krieg ist gegen die Ukraine, so ist ein Brudervolk, sondern gegen den kollektiven Westen, insbesondere gegen Europa. Das heisst, in der Eskalationslogik der Russen, rücken allmählich die Europäer und rücken die Deutschen ins Zielfernrohr, ins Visier. Und die Eskalation hat die Neigung, so haben es Klausewitz beschrieben, so nimmt es René Girard auf, dass eben die Eskalation sich immer bestätigt. Die Leute sehen dann nur noch den anderen, den Feind, sie kommen da nicht mehr raus, sie werden richtiggehend hineingesaugt in diese Eskalationsdramatik, bis man am Schluss dann eben in einem... in einem nicht mehr zu kontrollierenden Krieg ist. Und diese Enthemmung, diese Entgrenzung, diese Unkontrolliertheit der Gewalt, das ist das ganz grosse Thema von René Girard. Und er beschreibt das in einer Art düsteren Determinismus, in einer düsteren Zwangsläufigkeit, fast Schicksalshaftigkeit, mit der er das betrachtet. Und ich habe mich dann gefragt, was spricht eigentlich gegen diese Theorie? Ich sehe die Gefahr natürlich als sehr, sehr gross an. Ich teile da die Sorge von Girard. Auf der anderen Seite unterschätzt er natürlich einen ganz wesentlichen Faktor. Es hat Kriege gegeben, deren Eskalation gebrochen wurde. Und das ist vielleicht ein hoffnungsfrohes Zeichen. Der Vietnamkrieg. Zum Beispiel, der ist nicht zuletzt deshalb gestoppt worden, weil die Leute nicht mehr mitgemacht haben. Und das ist natürlich auch denkbar in der Ukraine, dass plötzlich die Russen sagen, Entschuldigung Putin, das ist für uns nicht eine existenzielle Auseinandersetzung. Wir haben genügend Territorium erreicht, wir haben genügend Quadratkilometer erobert. Hör jetzt auf, vergiss noch die letzte Festungsstätte auch nehmen zu wollen, sonst machen wir nicht mehr mit, steigen wir aus. Diese Situationen hat es gegeben. in der russischen Geschichte. Oder die Ukrainer haben genug und sie sagen, nein, das ist doch Unsinn, dass wir uns da instrumentalisieren lassen in einem Stellvertreterkrieg, wo es um die strategische Schwächung Russlands geht, während unser Land da zu Schanden geritten wird. Hört mal auf in Kiew mit diesem Wahnsinn. Und natürlich ist in Europa auch ein Aufstand der Bevölkerung denkbar. Also die Bürger können hier der Eskalationslogik der Politiker... in die Speiche greifen gewissermassen, können sich dagegen zur Wehr setzen. Aussichtslos, ausweglos, zwangsläufig ist diese Eskalationsdynamik nicht. Aber es ist wichtig, sich diese Bedrohung ins Bewusstsein zu rufen. Und das ist genau mein Auftrag, das ist meine Aufgabe als Journalist hier bei der Weltwoche, dass ich die Gefahren, die Bedrohung versuche ins Bewusstsein zu rufen, damit man wenigstens geistig einmal... aus dieser Eskalationsdynamik heraustritt und sich die Frage stellt, anstatt sich in allem in der eigenen Wahrnehmung bestätigt zu fühlen, durch die eigene Propaganda beflügelt gewissermassen, natürlich verstärkt noch durch das Verbot ausländischer, russischer Quellen, sodass man nur noch in dieser betonierten Einseitigkeit gefangen ist, dass wenigstens in einem Medienportal hier immer wieder der Versuch unternommen wird, die Gefährlichkeit, die Bedrohlichkeit ins Bewusstsein zu holen No. Und da ist dieses Buch natürlich sehr, sehr stark. Und das ist genau die Argumentationslinie von René Girard. Er schreibt sogar auf Seite 139 in diesem Aufsatz. Es ist ein Interviewbuch mit Frage-Antwort auf sehr hohem Niveau. Nur das Bewusstsein der unmittelbaren Bedrohung kann unsere mimetischen Verhaltensweisen in verantwortliche Akte umwandeln. Mimetische Verhaltensweisen, das heisst eben, wenn die Europäer eskalieren, Dann nahmen wir das nach, dann machen wir das auch, dann gleichen wir uns an, sagen sich die Russen und eskalieren ebenfalls, was dann wieder die anderen zum Anlass nehmen, ihrerseits zu eskalieren und so schaukelt sich das eben hoch bis zum ganz Grossen, bis zum absoluten Krieg, wie es Clausewitz nannte, bis zur Raserei der Zerstörung, bis zur Apokalypse, wie Rene Girard sagt. Ich bin nun kein Apokalyptiker, ich würde sogar die kühne These wagen, Auch der Weltuntergang ist kein Weltuntergang. Und so schlimm diese Kriege sind, und verstehen Sie mich richtig, wir müssen alles daran setzen, sie nicht entstehen zu lassen. Aber die Apokalypse ist ja nicht das Nichts, das Ende im Nichts, sondern es ist der Untergang einer Welt und die Entstehung einer neuen. Also ich bin da frei von dieser vielleicht auch etwas theologischen Düsternis, von dieser Finsternis bin ich nicht angekränkelt. Ich glaube, dass die Menschen die Fähigkeit haben, die Gewaltmittel zu kontrollieren. Das ist vielleicht etwas die Differenz zwischen dem reformierten und dem katholischen Denker. Der katholische Denker traut den Menschen vielleicht etwas weniger zu. Es erfordert Autoritäten, Institutionen, um den Menschen in Schach zu halten. Der Reformierte, der Protestant, der Aufwiegler könnte man sagen theologisch, der traut den Menschen eben schon zu. diese Gewalteskalationen von sich aus zu stoppen. Also das sind die Themen, die mich bewegen. Und ich sehe, wir sind schon 13 Minuten dran. Dabei bin ich noch gar nicht in den neuen Aktualitäten drin. Vielleicht noch etwas ganz Kurzes im Anschluss. Ich bekomme immer wieder Mails, die mir sagen, ja, Herr Köppel, warum fahren Sie nach Moskau? Viele finden das natürlich gut, dass man auch mit den russischen Seiten spricht usw. Aber in Medienkreisen werde ich dafür natürlich kritisiert. Vielleicht eine ganz wichtige Feststellung aus meiner Sicht in dieser Hinsicht. In kriegerischen Zeiten, wo es darum geht, wichtige Entscheidungen zu treffen, ist das Allerbedeutungsvollste, dass sie vor der Beschlussfassung eine saubere Lagebeurteilung machen. Das ist im Militär das A und O, eine saubere Lagebeurteilung. Und eine saubere Lagebeurteilung heisst, Was sind unsere Bestände? Wo stehen wir? Aber auch, was macht der Feind? Oder der potenziell Verbündete, unser Bundesgenosse? Und das muss man mit schonungsloser Ehrlichkeit analysieren, diese Standortbestimmung, diese Lagebeurteilung. Und da ist es wichtig, dass man eben auch beim Feind nachschaut, dass man sich beim Feind umhört. Und das ist genau das, was wir hier bei der Weltwoche machen, jetzt Feind in Anführungszeichen. Ich bin ein neutraler Schweizer, für mich ist Russland... Kein Feind. Die EU ist auch kein Feind. Wir haben zum Teil interessenmässige Gegensätze. Aber ich bin ein Journalist aus einem neutralen Land. Ich bin selber nicht neutral mit meinen Meinungen, selbstverständlich nicht. Aber unsere Regierung wäre verpflichtet, neutral zu sein. Sie ist es allerdings nicht vollumfänglich. Sie macht mit im Wirtschaftskrieg. Ich finde das sehr, sehr schlecht. Aber das neutrale Land hätte hier und hat hier eine ganz besondere Bedeutung, denn es kann sich eben aus neutraler Perspektive ein Bild... verschaffen und ich kann, das können viele deutsche Kollegen nicht, die würden vielleicht sogar verhaftet, ich kann mit Russen reden. Nicht weil ich mir diese Sichtweise zu eigen mache, bestimmte Dinge kann ich nachvollziehen, andere nicht, aber viel wichtiger ist es, dass man diese Sichtweise hat, um eben ins Bewusstsein zu rufen. Mögliche Gefahren, die ausgeblendet werden durch die allzu einseitige Lagebeurteilung, die bei uns vorgenommen wird, weil unsere Medien nicht mit den Russen reden, weil die EU jetzt auch... das Zitieren russischer Quellen unter Strafe gestellt hat. Müssen Sie sich das mal vorstellen. Das ist ein Zensurhammer, der also mittelalterlich anmutet. Das hat mit Demokratie und Freiheit überhaupt nichts zu tun. Aber es ist vor allem gefährlich, weil es natürlich ein einseitig propagandistisch schlagseitiges Bild, eine Lagebeurteilung heraufkocht und heraufbeschwört, die eben nur eine Seite der ganzen... Problematik betrachtet. Und wenn du nur eine Seite betrachtest, dann sind eben auch deine Entscheidungen nicht brauchbar. Und darum ist es sehr, sehr wichtig, dass Journalisten, das ist eigentlich ein Jammer, dass ich der Einzige bin, mehr oder weniger, der das tut, dass Journalisten sich nicht gerade in solchen Zeiten der auch politisch gewollten Einseitigkeit dagegen halten und die andere Sicht zur Sprache bringen, um eben hier das Bild abzurunden. Das ist der ganz entscheidende Punkt. Oder eben auch der ukrainischen Seite etwas kritischer begegnen. Jetzt ist es ja so, dass alles, was die Ukraine sagt, das wird kritiklos hochgejubelt, mehr oder weniger. Alles, was Russland sagt, das wird als Lügenpropaganda weggewischt. Und das ist nicht ein objektives, ein um Objektivität bemühtes Bild. Das ist keine Lagebeurteilung, aufgrund der sich dann vernünftige Beschlüsse fassen lassen können. Aber das merken ja auch in Deutschland immer mehr Leute, das sehe ich an den Zuschriften, das finden ja auch sie letztlich Absolut abwegig und absurd. Selenskyj will neuen Regierungschef, Umgestaltung der Regierung. Keine Wahlen nach wie vor, während in Russland, interessant, im Herbst dann Parlamentswahlen stattfinden. Der Krieg im Iran wird von den deutschen Medien höher gewichtet als der Krieg in der Ukraine. Ich halte das für einen Gewichtungsfehler aus den erwähnten Gründen. Stefan Evers. Designiert der neue Spitzenkandidat der Berliner CDU, hat die Entscheidung seiner Partei verteidigt, lange am bisherigen Spitzenkandidaten Kai Wegner festgehalten zu haben. Er tritt jetzt in Erscheinung und will vor allem die Vermüllung Berlins stoppen und hat verschiedene andere Vorschläge da in petto. Ich muss Ihnen sagen, dass ich mit deutschen Behörden, wo immer ich mit deutschen Behörden und Beamten zu tun gehabt habe, hervorragende Eindrücke. gesammelt habe. Und das muss man vielleicht auch einmal hier herausstreichen, in Zeiten der grassierenden Kritik und der Staatsverdammung, die da zum Teil stattfindet. Und auch wir haben ja schon Teile der Verwaltung und des Staatsapparates kritisiert, insbesondere der Verfassungsschutz. Aber ich sage Ihnen, es gibt also in Deutschland nach wie vor selbstverständlich ganz hervorragende, brillante Staatsangestellte, das klingt jetzt extrem gönnerhaft aus schweizerischem Mund, aber ich sage Ihnen, meine Erfahrungen, die ich gemacht habe mit deutschen Behörden, gerade auch mit Berliner Behörden, und Berlin wird immer wieder als dysfunktional beschrieben, diese Erfahrungen sind hervorragend und natürlich haben sie in Deutschland eine riesige Qualität nach wie vor. Sie haben allerdings auch beträchtliche Identitätsprobleme aufgrund natürlich der Tatsache, dass der Zweite Weltkrieg noch nicht so lange zurückliegt. Das sind acht Jahrzehnte. Wir haben ein Land, das erst zusammenwachsen muss, ein Ostteil, der unter sowjetischer Knute war, ein Westteil, der sich sehr stark am amerikanisch-europäischen Vorbild entwickelt hat. Und jetzt merkt man, die Amerikaner sind keine sichere Bank, da sind auch nicht immer die Interessen identisch. Und die EU ist zu einem Problemherd, zu einem Trümmerhaufen geworden, mit Politikern, wo man mit dem Kopfschütteln nicht mehr aus dem Kopfschütteln herauskommt. Und im Osten Deutschlands stellt man fest, dass die immer wieder unterschätzten Ex-DDR-Bürger über ein viel intakteres Sensorium, eine geistige Kläranlage verfügen, was eben Störfrequenzen der Demokratie angeht, auch echte Störungen der Demokratie. Aber das Ganze muss jetzt irgendwie richtig noch zusammenkommen. Aber ich bin zuversichtlich, weil eine AfD, diese verteufelte Partei, ist eine... Sie ist ein Gewächs dieser Wiedervereinigung. Sie ist sozusagen aus der Wiedervereinigung entstanden, im Westen gegründet, dann im Osten gross geworden, jetzt wächst sie wieder in den Westen zurück, von unten nach oben, also echt demokratisch und eben gesamtdeutsch in ihrer Aufstellung. Das heisst, intellektuell eine interessante Herausforderung für die anderen Parteien. Und die zwingt natürlich, die AfD zwingt natürlich die anderen Parteien auch dazu, als Opposition, Farbe zu bekennen. Und das ist jetzt, was wir in der deutschen Demokratie beobachten, natürlich auch verbunden mit dem Versuch der Mächtigen, der Etablierten, die neue Konkurrenz da in die Nazi-Ecke zu stellen. Aber auch da, meine Damen und Herren, siehe die Welt ist nicht verdammt und die Bundesrepublik eben auch nicht. Diese ganzen Verleumdungs- und Verteufelungs- und Dämonisierungsstrategien, die funktionieren nicht, weil die Deutschen sind ja nicht blöd. Die lassen sich ja da nicht für dumm verkaufen von den Medien und von den Etablierten. Und deshalb ist ja die Intensität, das hat man jetzt am Parteitag in Erfurt gemerkt, diese Intensität lässt nach, sie können 30 Prozent einfach nicht verbieten. Und auch wenn sich da die Journalisten in einer zum Teil unsäglichen Arroganz aufplustern, das würde ich mir also nie bieten lassen als AfD-Wähler in Deutschland. Ich meine, das sind deutsche Steuerzahler, das sind vielleicht frühere SPD-Wähler, CDU- oder FDP-Wähler, die jetzt da plötzlich zusammengeschichtet und gescheitert werden. In einer deutschen Diskussionssendung, ich glaube, ARD hat sich eine AfD-Wählerin gemeldet und gesagt, sie kenne keinen einzigen AfDler, den sie irgendeiner Art und Weise auch nur entfernt als rechtsextrem bezeichnen würde. Die soll doch einfach mal aufhören, so dumm rumzuquatschen. Und da war also betretenes Schweigen in dieser Talkshow mit Publikumsbeteiligung. Also, das sind schon auch Durchbrüche zur Demokratie. Ja, Deutschland ist noch eine junge Demokratie, Freunde. Ich sage es euch aus der Schweiz. Da muss man auch zuerst ein bisschen lernen, wie das geht. Bei uns haben wir schon eine ausgedehntere Übung. Seit über 700 Jahren praktizieren wir Demokratie in immer vollendeter, aber auch in stets gefährdeter Form. Demokratie ist nie selbstverständlich und die Demokratie dürfen Sie nie den Politikern überlassen. Darum ist es eben auch die Volkswirtschaft. USA bombardieren 140 Ziele in Iran. Wir haben darüber geschrieben. Dann Düsseldorf. Bekennerschreiben nach Anschlag auf Bahnstrecke. Die linksextreme Gruppe Kommando Angry Birds hat sich dazu bekannt, abermals Brände in einem Kabelschacht der Deutschen Bahn gelegt zu haben. Wenn Sie mich fragen, das grosse Problem der politischen Kriminalität in Deutschland ist der Linksextremismus, nicht der Rechtsextremismus. Aber wenn Sie natürlich jede islamistische Tat auch noch zum Rechtsextremismus zählen, dann verfälschen Sie. Und verschieben Sie die Statistiken. Ich weiss nicht, ob das in Deutschland passiert. In der Schweiz ist das zum Teil schon registriert worden. Aber mein Eindruck ist, mein Gefühl ist, dass der Linksextremismus viel virulenter und jetzt auch mit solchen Bahnanschlägen in Erscheinung tritt, ist ja nicht der erste. Während da auf der anderen Seite natürlich auch der rechte Extremismus, so es ihn gibt, ist abzulehnen, wenn er zu Gewalt greift. Aber wenn ich mir dann vor Augen führe, Diese Prozesse gegen die Rentnergang der sogenannten Reichsbürger und dann haben wir hier diese hochaktiven linksextremistischen Gruppierungen, die sich ja gewissermassen noch ermutigt und ermächtigt fühlen können in ihrem Tun, weil ja eben der Mainstream auch in der Verteufelung der Rechten sozusagen den Boden bereitet oder das Feuerholz aufschichtet, auf dem sich dann eben diese Verrückten da brandstiftend betätigen können. AfD Sachsen-Anhalt stellt 100. Tagesprogramm vor. Spitzenkandidat Ulrich Sigmund hat das am Samstag getan. Zehn Punkte, darunter Ausstieg aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das finde ich mutig, aber ich glaube, das finden gar nicht so wenige Deutsche eine schlechte Idee, eine nicht so schlechte Idee, Entschuldigung, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber, die Abschaffung von Ministerien und die Streichung von Fördergeldern, etwa für Parteistiffern und Demokratiearbeit. Ja, man muss die Sozialgelder für Asylbewerber und Asylberechtigte ganz tief ansetzen, damit sich eben das Arbeiten lohnt. Vor allem müssen sie aber dafür sorgen, dass die abgelehnten Asylbewerber auch wirklich nach Hause transportiert werden. Das sind die Themen, die wir heute anschneiden können. Ich danke Ihnen herzlich für die Aufmerksamkeit. Das war's. Ich wünsche Ihnen einen beschwingten Start in diese Woche. Ich freue mich, dass Sie dabei sind. Morgen geht es dann weiter. Bleiben Sie auf unserem Kanal. Viele interessante Interviews. Mein Kollege Roman Zeller, der Überzeller sozusagen, hat sich mit Richard Linsen... Unterhalter Richard Linsen ist einer der ganz bedeutenden Klimaexperten, hat sich da mit Atmosphärenphysik auseinandergesetzt am MIT und ist nach wie vor hellwach in der Debatte dabei. Ein grosses Gespräch mit ihm, aber auch viele weitere Dialoge. Steven Seagal ist noch drauf, jetzt Thiel Bröner dann neu, die Universalsprache des Friedens, des Jazz. Bleiben Sie dabei und kommen Sie mit, steigen Sie ein, abonnieren Sie die Weltwoche. Vielen Dank und Ihnen jetzt unwiderruflich einen guten Start in diese neue Woche. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und... Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut, wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche, jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt, denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de, sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen... Bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.

Friedenssprache Jazz: Mein Gespräch mit Startrompeter Till Brönner. Selenskyj: Regierungsumbildung in Kiew. Eskalation in der Ukraine – wie kommen wir raus? Linksextreme bekennen sich zu Bahnanschlag. AfD-Siegmund: Regierungsprogramm

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Friedenssprache Jazz: Mein Gespräch mit Startrompeter Till Brönner. Selenskyj: Regierungsumbildung in Kiew. Eskalation in der Ukraine – wie kommen wir raus? Linksextreme bekennen sich zu Bahnanschlag. AfD-Siegmund: Regierungsprogramm
Friedenssprache Jazz: Mein Gespräch mit Startrompeter Till Brönner. Selenskyj: Regierungsumbildung in Kiew. Eskalation in der Ukraine – wie kommen wir raus? Linksextreme bekennen sich zu Bahnanschlag. AfD-Siegmund: Regierungsprogramm
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Kapitel

  1. Einleitung und Begrüssung
  2. Wochenendaktivitäten und Treffen mit Till Brönner
  3. Auftritt von Till Brönner und Diskussion über Jazz
  4. Diskussion über Eskalationen und Krieg
  5. Buchvorstellung und René Girards Theorien
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