Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Montag, dem 29. Juni 2000. 26. Vielen herzlichen Dank für die überwältigend zahlreichen Zuschriften und Feedbacks, die wir erhalten haben, auf die verschiedenen Beiträge, die da aufgeschaltet wurden. Interviews, Ansprachen, Reden, auch Sondersendungen. Und wir sehen es an den Zuschauerzahlen, auch an den Abonnentenzahlen auf YouTube, dass wir da wieder stark zugelegt haben, nähern uns jetzt der 460'000. Personenmarke, Abonnentenmarke allein auf YouTube. Und das wäre natürlich nicht möglich ohne Ihren Zuspruch. Ganz herzlichen Dank, Weltwoche Daily, Ihr kundiger Begleiter in unruhigen, in unsicheren, ja in brandgefährlichen Zeiten. Ich habe in den letzten Tagen ja vor allem meine grosse Sorge zum Ausdruck gebracht, dass ich ein wirklich ganz ungutes Gefühl habe. was die geopolitische Situation in Europa angeht, dass wir da auf einen grossen Krieg zusteuern. Viele halten das für unmöglich, halten das für jenseits des Denkbaren. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto zwingender erscheint mir hier die Mahnung, dass wir uns in einer sehr, sehr gefährlichen Eskalationsspirale befinden. Und das, was die Lage besonders bedrohlich macht, ist eben die Tatsache, dass man in den politischen Kreisen in der Schweiz, aber auch in der massgeblicheren Europäischen Union, vor allem auch in Deutschland, eben die Möglichkeit eines grossen Kriegs, einer Eskalation. nicht einmal in Erwägung zu ziehen bereit ist. Und dies verbunden mit einer nun über vierjährigen, mehr oder weniger totalen Gesprächsverweigerung mit Russland. Und wenn man sich in so einem Vakuum der Informationen bewegt, dann reitet man sich natürlich zwangsläufig immer tiefer in das Loch hinein, in dieses schwarze Loch der Informationslosigkeit, das man sich da gegraben hat. Und deshalb diese Mahnung und deshalb auch der ernste Ton. Ich kann in diesem Zusammenhang auf die Rede verweisen, die ich im Reichstagsgebäude im Paul-Löbe-Haus, das gehört zum unmittelbaren Regierungsbezirk, zum Parlamentsbezirk in Berlin, da fand am Freitag und am Samstag ein Demokratiekongress statt, der Deutschen Partei AfD, mit internationaler Beteiligung, unter anderem anwesend und auch als Keynote-Speaker am Mikrofon Watzlaw Klaus, der frühere Staats- und Ministerpräsident von Tschechien, eine der ganz grossen liberalen und konservativen Persönlichkeiten der Gegenwart. Auch ich durfte da zweimal eine Ansprache halten und habe dort neben der Meinungsvielfalt oder der Redefreiheit als wichtiges Thema vor allem über diese meine Sorge gesprochen. Aber Sie kennen das vielleicht, wenn Sie die Sendungen von Ende letzter Woche sich angeschaut haben. Auf jeden Fall ganz, ganz herzlichen Dank hier für Ihren Zuspruch, für die Rückmeldungen und auch das steigende Interesse, das wir da zu unserer grossen Freude beobachten können. Hoffen wir, dass es gelingt, diese Botschaft, diese Sensibilisierung, diese Problembewusstseinsschärfung, dass wir die zustande bringen. Denn man jongliert da einfach mit Risiken, die man nicht in Kauf nehmen darf. Das ist ja etwas vom Allerwichtigsten im Leben, in der Politik, überall, dass man keine Risiken eingehen darf, die einen umbringen können. Und ich beobachte wirklich mit grosser Sorge, dass da jetzt unversöhnliche Fronten sich gegenüberstehen, vor allem die westliche Seite weigert sich einfach. Die russischen... Motive, Beweggründe, Darstellungen überhaupt nur zur Kenntnis zu nehmen. Man wischt das weg als reine Propaganda, auch in der Schweiz. Man redet sich ein, man steht da in einer Art Konflikt mit Russland. Man sieht sich angegriffen, bedroht, redet sich da einen unmittelbar bevorstehenden imperialistischen Übergriff ein. Ohne jemals... seriös und ernsthaft darüber diskutiert zu haben, was denn eigentlich die Kriegsgründe sind und vor allem, was auch der Anteil des eigenen Verhaltens ist. Krieg ist ja die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Ja, was ist denn genau die Politik, als deren Fortsetzung der Krieg jetzt gedeutet werden muss? Und das ist ein Muster, meine Damen und Herren, auch und gerade in der Schweiz, das uns alarmieren müsste. Dass wir im Begriff sind, die Fähigkeit zu verlieren, ernsthafte Fragen, politische Entscheidungen wirklich im Rahmen kontroverser Auseinandersetzungen zu Boden zu diskutieren, Rede und Gegenrede, uns auch die Gegenargumente anzuhören. Und diese arrogante Überheblichkeit, diese Selbstzufriedenheit, vor allem auf Seiten der Journalisten, die da bestimmte Interpretationen als absolute Wahrheit verkünden und dann mit einer erheblichen Aggressivität alles wegzubeissen versuchen, das dem widerspricht, umso wichtiger ist es, dass wir wenigstens hier bei der Weltwoche, und ich glaube, wir sind so ziemlich weit und breit die Einzigen, die das noch tun, dass wir das Gespräch auch über diese gewaltige Brandmauer, über diesen neuen eisernen Vorhang der Selbstverblindung, der Selbstverblindung, der Selbstverblödung hinweg führen. Und seit einigen Wochen findet hier ja ein einzigartiges Format statt, nämlich meine Diskussion mit Wladimir Solovyov, einem der führenden russischen Kommentatoren. Und es ist ja... Wirklich bedenklich, dass so ein Gespräch im Journalismus mittlerweile Seltenheitswert hat oder Exklusivitätswert. Aber es ist ja kein Wunder, dass es so ist, denn in der Europäischen Union werden sie ja bestraft, werden sie sanktioniert, wenn sie mit Russen reden, wenn sie «Russia Today» zitieren, dann drehen die vor allem deutschen Zeitungen durch, aber auch die Schweizer, die den Deutschen alles abschreiben. Also meine Damen und Herren, Das ist eine ganz gefährliche Lage, denn wir haben einen Krieg und im Krieg muss man sich sehr genau immer wieder die Frage stellen, was können die Konsequenzen unseres Handelns sein? Und verstehen wir eigentlich die andere Seite richtig? Und verstehen wir eigentlich unsere Motive? Sind wir uns darüber im Klaren, was bei uns passieren kann? Also das sind Gedanken, die mich natürlich nach wie vor beschäftigen. Und ich bitte um Verzeihung, sie beschäftigen mich etwas mehr als diese Hitzewelle in der Schweiz. Das ist ja auch so etwas Beelendendes, dass Sie über Alltagsthemen wie den Sommer gar nicht mehr frei sprechen können. Sie sind bereits im Minenfeld der Politik und der Gesinnungsinquisition. Wehe, da freut sich einer über die warmen, über die heissen Tage. Wehe, da ist jemand glücklich, dass es jetzt nicht mehr so verregnet, feucht und kalt ist wie während des ganzen Frühlings. Dass wir jetzt schon im Juni heisse Tage haben, natürlich, das ist für manche eine Belastung, für andere ist es eine Befreiung. Man stellt sich darauf ein, ich bin jetzt am Sonntag in die Berge gefahren, wunderbar, herrlich, heute Morgen dichter Nebel wie im Herbst, gestern Abend mussten wir Pullover anziehen, um nicht zu frösteln, und dies, ja, zwei Stunden von der Stadt Zürich entfernt. Stellen Sie sich vor, es ist möglich, auch unter dieser Hitzeglocke ein schönes Leben zu führen, aber die allgemeine grassierende, alltagsbezogene Freudlosigkeit, eben dieses Inquisitionsgehabe, diese politische Bevormundung, die einem da sogar aus den Thermometern entgegendrückt, die irritiert, die nervt und deshalb... Bitte um Verständnis, bitte um Verzeihung, dass wir nicht in dieses Jammern und Wehklagen und in dieses Zetern über die heissen Tage da verfallen. Wenn ich den Wetterbericht richtig verstanden habe, dann wird es heute auch in der Schweiz wieder etwas kühler. Selbst in dem zur Hitzigkeit neigenden Medien-Zürich dürften sich da einige Journalisten gemüter abkühlen. Die Themen. Stadtrat, höhere Löhne fallen durch. Das ist ja eine Realsatire aus der Wirklichkeit. Der Zürcher Stadtrat möchte sich den Jahreslohn von 257'000 auf 296'000 Franken erhöhen. Es ist ja wirklich nicht zumutbar, dass diese rot-grüne Regierung in der Stadt Zürich für lächerliche 257'000 Franken Jahressalär pro Person sich da dieser sehr anspruchsvollen Aufgabe stellt, Zürich in eine Art Freiluft-Kolchose, in eine grüne Kolchose umzubauen. Da muss natürlich hart geschuftet werden, bis kein Autofahrer mehr es wagt, in diese Stadt zu fahren, bis wir alle Trottinett fahren oder Velo oder eine Fussgängerzivilisation, wie übrigens die Indianer in Nordamerika hier wieder. einrichten, das sind natürlich alles ganz wichtige, erstrebenswerte Ziele, die den Politikern das Äusserste und noch mehr abverlangen. Deshalb 296'000 Franken ist ja im Grunde ein Klacks, ist ja noch viel zu wenig, was sie da verlangen. Also das ist eine unglaubliche Story. Und wissen Sie, was ich so grossartig finde? Wie jetzt diese linken, hauptsächlich linke Politiker argumentieren. Sie sagen nämlich, wenn wir nicht Die Löhne erhöhen, also unsere Löhne, dann finden wir niemanden mehr, der diesen Job macht. Also meine Damen und Herren, wenn ich mir da etwas die Ausbildung der Stadträte in Zürich anschaue, dann muss ich Ihnen sagen, die würden also in der Wirtschaft, in der freien Wildbahn, mehr oder weniger nirgends, auch nur annähernd in diese Salärstufe kommen. Also schon mit... 257'000 Franken. Ich glaube, man könnte das auf 157'000 Franken senken. Und da müssten Sie immer noch Danke sagen, dass man Ihnen hier einen Job gegeben hat. Das sind unglaubliche Dinge. Und die gleichen Linken und Grünen, die ja, man hat es immer noch im Ohr, des Zornes voll sind, wenn CEOs börsenkotierter Unternehmen... ihre Lohnforderungen damit begründen, dass sie damit eben im internationalen Wettbewerb bestehen müssen, dann gibt es ja nur Hohn und Spott von der Politik. Aber wenn man sich selber den Lohn erhöhen will, meine Damen und Herren, dann haben wir natürlich die genau gleichen Argumentationsmuster. Die gute Nachricht besteht darin, dass also alle Parteien, und da lobe ich mir vor allem die alternative Liste, früher noch mit dem... unsterblichen Niklaus Scherr, den ich geschätzt habe, mit dem war ich oft auch jetzt nicht persönlich verbunden, aber man hat sich so etwas aus der Distanz gesehen. In der Zürcher Badiletten, das ist ein Flussbad, in der Limmat eine Kultstätte und auch zu Zeiten der Drogenszene fast im Weltfokus eine damals starke Mitleidenschaft gezogene Badeanstalt. Auf jeden Fall selbst die linke alternative Liste. ist hier also gegen diese Lohnerhöhungen einzig. Die Grünliberalen scheinen ein gewisses Musikgehör zu haben. Das also ist beruhigend, dass das Parlament da nicht mitmacht und die rote Karte zeigt. Dann beginnt jetzt an der Fussball-WM, und das ist auch eine gute Nachricht, beginnen wir mal mit den etwas besseren Nachrichten zur Abwechslung. An der Fussball-WM hat jetzt die K.O.-Runde begonnen. gestern Abend das erste Spiel Kanada gegen Südafrika, in der Nachspielzeit dann das dringend geforderte 1 zu 0 für Kanada. Es war jetzt nicht das aufwühlendste und prickelndste Spiel. Ich glaube, viele Zuschauer sind da sogar eingeschlafen. Aber diese Fussball-WM ist ein Triumph für den Schweizer. Der FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Und ich weiss auch, für so einen Satz kann einem heute der Kopf abgefetzt werden. Wird er auf einen Stock gepflanzt zur allgemeinen Verachtung? Hingestellt, wie kann einer nur, er muss bezahlt sein von der FIFA. Das ist ja auch so ein Muster, das wir immer wieder sehen. Wenn du eine andere Meinung vertrittst als der Mainstream, dann bist du entweder korrupt, geisteskrank, moralisch minderwertig Oder du hast ein schweres Kindheitstrauma, das dir nach wie vor zu schaffen macht. Aber dass jemand vernünftigerweise einfach eine andere Meinung vertreten könnte, das ist ja im Horizont, im unglaublich weiten, weltoffenen Horizont unserer Chronisten und Medienschaffenden gar nicht mehr denkbar. Das ist jenseits jeder Diskussion. Nein, Freunde, auch da stellt euch vor, diese WM ist ein Triumph für den Schweizer. FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Denn Infantino ist kritisiert worden, weil er die WM vergrössert hat, 48 Teams. Man hat tonnenweise Artikel produziert, voller Vorwürfe, das sei jetzt der absolute kommerzielle Ausverkauf. Das ist ja auch so ein Ladenhüter. Wenn den Journalisten gar nichts mehr einfällt, dann beklagen sie die Kommerzialisierung, die sie natürlich im eigenen Fall grossartig finden. Wenn ihre Zeitungen Inserate bekommen, wenn die Firmen nicht zuletzt wegen der Fussball-WM ein paar schöne Anzeigen schalten, Werbung machen, dann ist das natürlich nicht teuflische Kommerzialisierung, sondern das nimmt man dann gerne in Kauf. Also da hat man einmal mehr auf Vorrat massiv kritisiert. Aber Infantino hat recht behalten. Und mit diesem Überdruck von Fussball, das ist vor allem jetzt in der Vorrunde spürbar geworden, diese Omnipräsenz. Der Spiele, auch die Vielfalt, die neuen Länder, die da plötzlich das Interesse wecken, hat für einen Moment zumindest die Leute auch etwas weggeführt, eben von diesem politischen Wahnsinn, den wir überall sehen, wo du eben nicht mal mehr über das Wetter reden kannst, ohne gleich beim Klimawandel, bei der Klimapolitik und bei den Grünen zu sein, ein schlechtes Gewissen haben musst, wenn du da einen Kühlschrank zu Hause bedienst und nicht eben lautstark leidest unter der Sonne. Das sind Sport. deutliche Fluchtwege aus den Verstrickungen der Politik. Und mit dieser Überdosis Fussball hat Gianni Infantino den richtigen Riecher bewiesen. Denn er hat gemerkt, wir leiten an einer völlig massiven Überdosis an Politik, an Konfrontation, an Krieg. Und deshalb ist es wichtig, dass man eben jene Gebiete forciert, dass man die pflegt und dass man die etwas nach vorne bringt, in denen eben der Mensch sich von diesen... Konfliktzonen erholen kann und vielleicht auch wieder feststellt, dass in Curaçao, Cap Verde und auf diesen Inseln und Gegenden der Welt, die man sonst nicht auf dem Radar hat, dass auch dort interessante Persönlichkeiten, ja Menschen leben, mit denen man sich unterhalten kann, mit denen man fruchtbare Beziehungen aufbauen kann und dass einem da auf dem Fussballfeld wenigstens vorgeführt wird. wie man sich über all diese Zerklüftungen und Grabenbrüche und Schützengräben hinweg wieder verständigen kann. Und deshalb habe ich das auch gelobt letzte Woche, dass Infantino offensichtlich mit seinen FIFA-Leuten beschlossen hat, Russland jetzt wieder in den Weltfussball aufzunehmen. Er hat das ja immer wieder gesagt, dass man dies tun müsse. Aber natürlich ist auch die FIFA unter Druck von Sponsoren und der ganzen Wirtschaft, die diesen Politik... Wahnsinn diesen Moralismus auch mitmachen, diesen Mangel an Realpolitik, die glauben eben auf der richtigen Seite der Geschichte stehen zu müssen. Das ist übrigens der grösste Unsinn, den man jemals anstreben kann. Ich komme dann vielleicht mal in einer philosophischen Sendung darauf zu sprechen. Nein, das ist grossartig, was Gianni Infantino hier entschieden hat. Auch wieder mal gegen den Mainstream, aber er hat Recht bekommen. Und seien wir froh, dass... dass der Weltfussball hier eine Möglichkeit bietet, Brücken zu bauen. Es ist noch nicht vollständig. Natürlich, die Russen sind nicht an dieser WM, aber es geht wenigstens in diese Richtung. Aber eben einmal mehr die geballte Freudlosigkeit und Inquisitionswut unseres Medienbetriebs tobt sich da nach Kräften aus. Parmelin und Reuss, die verhinderten... strengere Regeln, die Jans wollte. Das ist ein interessanter Artikel am Samstag im Tagesanzeiger gewesen. Da geht es darum, dass ja linke Kreise in der Schweiz die sogenannte Konzernverantwortungsinitiative, die abgelehnt wurde damals, leicht verändert, noch mal vors Volk bringen wollen. Diese Konzernverantwortungsinitiative möchte, grosse Konzerne weltweit gerade stehen müssen, wenn irgendwo in ihren Lieferketten nicht schweizerische Standards eingehalten werden. Diese Initiative ist für mich Ausdruck eines modernen Moralismus, Imperialismus, einer unglaublichen Arroganz jener Kreise, die glauben, dass man der Welt die sozialen und Umweltstandards der Schweiz aufnötigen könnte, ungeachtet der dortigen Lebensverhältnisse. Also das ist schlimmster Moralkolonialismus, der da stattfindet. Zutiefst unmoralisch, denn alles ausblendend, was in diesen Ländern passiert. Sozusagen die eigenen Wertmassstäbe, die eigenen Vorlieben, die eigene politische Präferenz soll damit der Brechstange über die Wirtschaft anderen Ländern aufgenötigt werden. Und ob diese Länder das wollen, ob das in deren Interesse oder in deren Sinn ist, das interessiert gar nicht. Das ist also dieser moderne... Imperialismus, das ist diese Verblendung, das ist tatsächlich diese kleinkarierte Suprarodanz, die sich da aufschwingt, die ganze Welt zwangsbeglückend zu wollen und dann natürlich den Konzernen, den Firmen, riesige Korsette anzulegen, entschlossen ist. Um das geht es hier. Und der Bundesrat hat einen... riesigen Fehler gemacht, meines Erachtens, dass er da dieser Initiative noch einen Gegenvorschlag entgegenstellt. Und jetzt berichtet der Tagesanzeiger, natürlich im Tonfall des Bedauerns, dass Barbele und Rösti, die beiden SVP-Bundesräte, verhindert hätten, dass Justizminister Jans, die in der Schweiz beheimatete Rohstoffindustrie, mit speziellen Auflagen noch besonders geplagt hätte. Und ich Ich war ziemlich entsetzt, wobei nicht überrascht, als ich das gelesen habe, mit was für einer Vehemenz. Dieser SP-Justizminister, der ja in seinen Dossiers nichts auf die Reihe kriegt, wie der jetzt einen Kreuzzug anzuleihen versucht hat gegen die Rohstoffbranche, die für die Schweiz ein Segen ist, dass wir all diese Handelsunternehmen bei uns haben. Was das an Steueraufkommen bringt, was das an Arbeitsplätzen bringt, was das an Nutzen bringt für unser Land, das spielt in diesen geschlossenen Abteilungen der Linken, aber auch zum Teil der Bürgerlichen im Bundesbären offensichtlich überhaupt keine Rolle. Das ist eine Wohlstandsverwahrlosung, in der man sich da befindet. Das ist erschreckend, denn nur aus dieser Wohlstandsverwahrlosung heraus ist zu erklären, dass man hier Frisch und fröhlich, munter, drauflos säbelt an Wohlstandssäulen unseres Landes. Zum Glück konnte das verhindert werden. Sehr interessant, was der Tagesanzeiger da berichtet. Eine weitere Facette des Unheils im Wirken von Justizminister Jans. Dann hat mich noch etwas anderes gefreut. Schweiz führt Beamtendeckel ein. Der Kanton Schweiz geht voran. Mit 49 zu 42 Stimmen hat der Schweizer Kantonsrat. der Kantonsverwaltung einen Wachstumsstopp verordnet. Künftig darf die Zahl der Kantonsangestellten nicht mehr stärker wachsen als die Bevölkerung. Das ist ja auch noch eine bis jetzt viel zu wenig besprochene Dimension, was die Massenzuwanderung angeht und warum die Politiker sich dermassen ins Zeug legen für diese die Schweiz zerstörende Entwicklung. Da haben wir schwarz auf weiss. Je stärker die Bevölkerung in der Schweiz wächst, desto noch stärker wächst die Verwaltung. Und selbst in einem konservativen, soliden, grossartigen Kanton wie dem Kanton Schwyz ist das Wachstum der Beamtenschaft noch grösser gewesen als das Wachstum der Bevölkerung. Und es ist ein grosser Bevölkerungsdruck auf den Kanton Schwyz, weil eben der Kanton Schwyz sich in den 90er Jahren ganz neu aufgestellt hat mit wegweisenden Steuergesetzen. Und das hat natürlich sehr, sehr viele Unternehmer angezogen. Aber eben auch Politiker. Und da sehen Sie eben diesen Interessenskonflikt. Es gibt einfach mehr Politiker, mehr Beamte, mehr Angestellte, die diese Zuwanderung glauben, bewältigen zu müssen. Jetzt immerhin wird da ein Riegel geschoben, aber dass man überhaupt einen Riegel schieben muss, ist ja auch ein Alarmzeichen. Der Bundesrat will eine digitale Offensive starten. 3,5 Millionen Franken soll dafür eine App. bezahlt werden und der Schweizer Fussballverband verklagt. Da ist in einem Rechtsstaat, schreit mit dem TikToker Birreweich, der sich offensichtlich erfrecht hat, ein paar unfreundliche Aussagen zu machen über die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Hört doch auf, da gerichtlich vorzugehen, diese Überempfindlichkeit. Ihr müsst das sportlich nehmen im Schweizer Fussball. Seid froh, dass diese Mannschaft Emotionen auslöst und da muss man einen, ja eben. sportlich humorvollen Umgang finden und sicherlich nicht im Stile der allgemeinen Überempfindlichkeit hier mit dem Richter drohen. Dann stehen ja die neuen Verhandlungen zum Thema Zölle mit den USA in den Schlagzeilen. Bundesrat Parmalat, Bundespräsident Parmalat wird mit Helen Budliger nach Washington fliegen, um Jameson Greer zu treffen. Das ist ein grosses Thema in den Schweizer Medien. Ganz nebenbei erfahren wir, dass Peter Spuler in den USA, und zwar im Staat Utah, eine riesige Geschichte hinbaut. Stadler Rail schafft in Utah 300 neue Arbeitsplätze. Es ist ja fantastisch, was unsere Unternehmen da zustande bringen. Noch eine wichtige Nachricht, das führt uns schon etwas in die internationale Sendung. Passen Sie einfach auf bei der Berichterstattung unserer Medien über den Krieg in der Ukraine. Da wird Ihnen vorgegaukelt, Russland pfeife aus dem letzten Loch, die Wirtschaft liege am Boden. Nun, im aktuellen Economist ist zu lesen, und der Economist ist nun beileibe nicht ein pro-russisches Blatt, ganz im Gegenteil, dass die Kriegswirtschaft und die generelle Wirtschaftsentwicklung in Russland erstaunlich solide und wie es neuerdings heisst, da dieses Modewort resilient, also widerstandsfähig, verlaufe. Dass es ein Wirtschaftswachstum gäbe, ja, es seien da auch ein paar negative Entwicklungen zu beobachten, aber ich finde es schon ziemlich kühn, wenn da vor allem auch natürlich beeinflusst durch deutsche Medien von einem nahen Kollaps der russischen Wirtschaft gesprochen wird, dies vor allem aus Deutschland, wo man sich vielleicht etwas intensiver mit dem Zustand der eigenen Wirtschaft zu beschäftigen hätte. Und da jetzt nur stellvertretend die NZZ, die ja quasi von einer Hiobsbotschaft zur nächsten geht, was da die angebliche Lage Russlands betrifft. Die Abschnürung der Krim trifft Putin empfindlich. Putin hat eine grosse Rede gehalten jetzt vor seiner Partei und da eine Standortbestimmung vorgenommen, auch über Probleme gesprochen. Aber eben auch über Erfolge. Und Sie müssen einfach zur Kenntnis nehmen, wenn Sie heute Morgen auch die Zeitungen unvoreingenommen lesen, dass der angebliche Totalstillstand im Donbass der russischen Truppen ein Produkt des Wunschdenkens ist. Die Russen sind jetzt, wie ich Ihnen schon letzte Woche gesagt habe, in Konstantinovka drin. Offensichtlich stehen sie kurz davor, diese Stadt zu übernehmen. Die ist zentral in diesem Festungsriegel. Aus Russland höre ich, dass da eine ganze Reihe von... interessanten, wie sie sagen, Entwicklungen stattfinden. Gleichzeitig eskaliert der Westen via Selenskyj diesen Krieg, im Glauben, dass mit jeder Drohne, die da irgendwo in Moskau einschlägt, die Chancen steigen für Friedensverhandlungen. Aber nach meiner Beurteilung ist genau das Gegenteil der Fall. Man erhöht einfach nur die akute Kriegsgefahr in Europa, bei jenen Ländern, die Russland am meisten... die die Ukraine am meisten unterstützen, die sich da auch in eine Totalfeindschaft hineingesteigert haben. Und aus Schweizer Sicht gilt es da einfach nüchtern abzuwägen. Was machen wir eigentlich, wenn dieser Krieg tatsächlich auf Polen oder sogar auf Deutschland übergreifen könnte? Wenn russische Raketen, es müssen ja nicht Atomraketen sein, Überschallraketen, da deutsche Firmen, die Drohnen produzieren, die Drohnentechnologie an die Ukraine liefern, wenn die dann plötzlich ... beschossen werden als legitime Kriegsziele, dann ist der Krieg in einem Nachbarland. Wie führen wir dann die Diskussion über die Neutralität? Hat dann die NZZ immer noch recht, wenn sie sagt, man muss die Neutralität flexibel handhaben, wenn ein Krieg in weiter Entfernung von unseren Landesgrenzen tobt? Vielleicht braucht es sogar noch eine Kriegseskalation, um den Leuten in der Schweiz die Notwendigkeit der Neutralität vor Augen zu führen. Ich hoffe es nicht. Aber ich halte die. Möglichkeit für sehr, sehr real und ich glaube, wir sollten ernsthaft jetzt die Gelegenheit benutzen, vor allem mit Blick auf die Neutralitätsinitiative, über die wir am 27. September abstimmen, die Frage, die Dringlichkeit, die Notwendigkeit der Neutralität in Zeiten der Eskalation sehr, sehr ernsthaft und seriös zu besprechen, vielleicht sogar noch etwas intensiver als die Frage von einigen Heissen Sommertagen, man kann ja... Vielleicht auch etwas augenzwinkernd immerhin festhalten, dass ein Land, das sich vor allem mit der Sommerhitze beschäftigt, zum Glück noch keine grösseren Sorgen zu haben glaubt. Aber ich fürchte eben, dass da doch einige andere Prioritäten... intensiver zu diskutieren werden. Meine Damen und Herren, das war es von Weltwoche Daily Schweiz. Ich melde mich gleich zurück mit der internationalen Ausgabe und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, wünsche Ihnen einen schönen Start in diese neue Woche. Wenn es Ihnen zu Hause wird in der Stadt und wenn Sie das machen können, fahren Sie in die Berge, kühlen Sie sich etwas ab. Aber ich glaube, das muss man einem Schweizer nicht erzählen. Da bin ich fast etwas überbestimmt von diesen Schlagzeilen. Habe ich mich zu sehr in den Sumpf des Mainstreams hineinziehen lassen. Bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... Niemand so unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. 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