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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern, von wo aus auch immer Sie uns zuschauen mögen. Ich freue mich, dass Sie da sind und ich begrüsse Sie einmal mehr und zum letzten Mal. Dann fliege ich nämlich zurück heute Abend aus Moskau zur... Die internationale Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt. Das fällt nicht so leicht dieser Tage und in den letzten Wochen, aber zuversichtlich, das bleiben wir auf jeden Fall. Optimismus bleibt Pflicht, auch und gerade an diesem Montag, dem 6. Juli 2026. Im Hintergrund das russische Aussenministerium, das geleitet wird von... Sergej Lavrov, dem dienstältesten Diplomaten auf der Weltbühne, der allerdings zusehends einen verbrauchten Eindruck hinterlässt, der etwas verzweifelt, erschöpft und abgelöscht wirkt. Wer will es ihm verargen? Seit bald 20 Jahren redet Lavrov im Grunde an eine Wand. Das Verrückte und das Vertragte, was wir erleben, ist, dass seine Widerparts auf der anderen Seite vermutlich genau das gleiche Gefühl haben, dass sie bei Russland und bei Lavrov an eine Wand treten. Und beide Seiten fühlen sich absolut im Recht und glauben, aus den korrekten Motiven richtig zu handeln. Und das ist der Grund, warum ich in meiner Analyse zum Schluss komme, dass ein grosser Krieg in Europa noch nie so wahrscheinlich gewesen ist, seit dem Zweiten Weltkrieg, wie jetzt. Vergessen Sie die Kubakrise, die 13 Tage 1962. Vergessen Sie den Jugoslawienkrieg. Ich glaube, wir haben hier eine ganz neue Dimension der Gefahr. Und weder ist man in Europa sich dessen bewusst, noch ist man dem gewachsen, worauf man sich einlässt. Und ich habe erneut viele Gespräche geführt in Moskau, natürlich um meine Besorgtheit zu... Zerzausen, um sie zu widerlegen, um vielleicht zu optimistischeren Schlüssen zu kommen. Aber ich kann leider keine Entwarnung geben. Im Gegenteil, es bestätigt sich eigentlich eher und verdichtet sich, was ich Ihnen in den letzten Tagen und Wochen da vorgetragen habe. Wir sind in einer verdammt gefährlichen Situation. Und ich treffe heute Nachmittag den Sprecher des Kreml, Dimitri Peskov. den langjährigen Putin vertrauten. Und das ist bemerkenswert. Seit kurzem redet er nicht mehr von einer militärischen Spezialoperation, sondern von einem Krieg. Und in Moskau ist die Rede von einer neuen Rekrutierungswelle. Und es ist die Rede von grosser Nervosität im Kreml, von Druck auf Putin, der natürlich vordergründig sich ungerührt gibt. Man geht davon aus, dass die russische Seite die von Europa, und so wird das hier interpretiert, die von Europa aus betriebene Eskalation dieses Kriegs nicht einfach so hinnehmen wird. Und nicht Selenskyj oder die Ukraine wird da als primär Handelnder gesehen. Darüber habe ich mich gestern lange unterhalten mit Margarita Simonia, und sie gibt eigentlich nie Interviews, was schade ist, was auch ein Fehler ist. Der Irrtum der Russen, dass sie zu schnell beleidigt sind, zu schnell eingeschnappt, dass sie ihren Standpunkt nicht erschöpfend erklären und versuchen deutlich zu machen, sich zu schnell zurückziehen in den Schmollwinkel, auch der Rechthaberei. Aber es ist mir irgendwie gelungen, diese Margarita Simonian vor das Mikrofon zu bringen und sie richtet einen eindringlichen Appell, vor allem an die Deutschen, meine Damen und Herren, schauen Sie sich das an, wenn wir es dann aufschalten. Und sie sagt, Stoppt diesen Krieg Hört endlich auf mit diesem Wahnsinn Und es sind nicht wir die Russen, die das eskalieren. Es sind die Europäer, die es eskalieren. Denn die Europäer stellen den Ukrainern all die Waffen zur Verfügung. Und die Ukraine ist das Werkzeug eines Krieges, der in Europa betrieben wird. Jetzt können Sie darüber streiten und sagen, ja nein, aber Putin ist doch dort einmarschiert. Und dann wird Putin sagen, nein, wir haben reagiert auf die NATO-Osterweiterung. Und da können Sie Seminare abhalten und da können Sie Völkerrechtler einladen, die gelehrte Abhandlungen schreiben. Aber Tatsache ist, dass wir uns in einer Eskalationsspirale befinden. Und zwar in einer Eskalationsspirale, meine Damen und Herren. die von westlicher Seite angetrieben wird. Es sind nicht die Russen, die Flugkörper oder Drohnenangriffe auf europäische Staaten lancieren. Aber es sind die von den Europäern finanzierten und aufmunitionierten Ukrainer, die jetzt tief in russisches Gelände angreifen. Und noch vor zwei Jahren war das eine rote Linie, vor allem auch in Deutschland. Noch bis zu den letzten Wahlen war das unter Kanzler Scholz eine rote Linie. Aber diese rote Linie gibt es nicht mehr. Man wünschte sich, dass da eine Brandmauer wäre in Deutschland, dass da der Kanzler an einer unüberwindbaren Schranke festhielte. Aber das Gegenteil ist der Fall. Und anstatt sich darum zu bemühen, die Sache zu entschärfen, eskaliert man sie im Irrglauben, in der Selbsttäuschung, die natürlich daherkommt. weil man sich selber in ein schwarzes Loch der Informationen begeben hat, durch die Gesprächsverweigerung mit Russland, dass man sich einredet, dass mit jedem Drohnenschlag der Krieg schneller an sein Ende käme und Putin in den Seilen hängt. Und ich halte das einfach nach meiner Betrachtung, nach meiner Analyse für einen ganz fatalen Irrtum und für eine Verantwortungslosigkeit. Und am gefährlichsten ist, dass dieses Worst-Case-Szenario Dass mir hier jeder russische Gesprächspartner erschöpfend darlegt, dass man gar nicht bereit ist, in den offiziellen Kreisen der Europäischen Union dieses Worst-Case-Szenario überhaupt in Betracht zu ziehen. Man wischt das weg, man lacht das weg als russische Propaganda und man sanktioniert womöglich noch die, die jetzt nicht als Journalisten, sondern sozusagen in anderer Funktion. Diese Dinge erzählen, das ist doch geisteskrank, meine Damen und Herren. Da stimmt doch etwas einfach nicht mehr. Das kann man sich auch nicht bieten lassen. 80, 85 Jahre nach dem letzten Krieg mit Russland, vor allem die Deutschen, wo ist denn da eigentlich das Geschichtsbewusstsein? Meine Damen und Herren, stattdessen betreibt man einen sinnlosen Kult der Vergötterung des ukrainischen Präsidenten Zelensky. Und auch da regen sich bei mir Rümpfen sich bei mir die Sorgenfalten bzw. wundere ich mich, wie denn so etwas möglich ist? Natürlich, man versteht aus der ersten Empörung heraus, weil man die Geschichte, die Vorgeschichte des Kriegs nicht kennt, die angegriffene Ukraine, vordergründig das kleinere Land, die Sympathien liegen dort. Aber man hat daraus jetzt eine Religion gemacht, einen Kult, wie bei Corona, wie beim Klima, wie bei der Migration. Und man sieht die Realität nicht mehr. Ist Ihnen aufgefallen? Dass der ukrainische Geheimdienst, also so berichten es die Medien, so habe ich das gelesen, dass der ukrainische Geheimdienst in Monaco letzte Woche einen Anschlag auf einen ukrainischen Geschäftsmann, einen Regimegegner, verübt hat. Bei diesem Anschlag sind der Frau oder der Freundin des Betreffenden beide Beine abgerissen worden, ein Kind war auch dabei. Jetzt weiss ich gar nicht, ob der Geschäftsmann selber mit dem Leben davon kam. Ich glaube, er kam mit dem Leben davon. Aber er ist haarscharf. einem Attentat entgangen. Margarita Simonian, die RT-Chefredaktorin, eine Journalistin. Sie ist nicht waffentragende Soldatin oder Teil einer Terroreinheit oder eines Spezialkommandos der Streitkräfte Russlands. Sie ist einfach eine Journalistin, die ein einflussreiches Medienunternehmen seit 21 Jahren leitet. Und auf sie wurde auch von Seiten der ukrainischen Geheimdienste Ein Mordattentat verübt und dieser Tage sind die mutmasslichen Attentäter nun tatsächlich auch verurteilt worden vor einem russischen Gericht. Und wer wundert sich denn da noch, dass eben Leute wie diese Margarita Simonian verhärtet und auch zynisch vor die Kamera treten und... Ich habe natürlich auch Gegensteuer gegeben in unserem Interview, aber man merkt einfach die grosse Entschlossenheit, aber auch die Argumentation, hören Sie sich das an und bilden Sie sich da selber ein Urteil. Aber wir können doch nicht eine Regierung vergöttern, uns quasi bedingungslos, die Belungentreue hinter eine Regierung stellen, die nachweislich solche Terrorakte verübt. Jetzt sagen einige, ja, aber Putin ist auch einer, der seine Gegner umbringen lässt. Da wird auch viel durcheinandergewirbelt, aber gehen wir mal davon aus, dass auch dies stimmt. Ja, mag ja sein, aber hinter Putin stellt sich ja auch niemand. Den unterstützt man ja nicht. Und die Frage ist, ob man, auch wenn jetzt der ein solcher Schurke ist, wie da behauptet wird, ob man deswegen einen Atomkrieg gegen Russland riskieren sollte. Oder ob es nicht eine viel bessere Strategie wäre, Russland zu helfen, auf seinem Weg aus einem historischen Zusammenbruch, aus einer Zäsur. Nämlich dem Untergang der Sowjetunion, der noch nicht allzu lange zurückliegt. Warum eigentlich diese Konfrontation, dieser Krieg mit einem Nachbarn Europas, der ja Europa im Grunde nie angegriffen hat, sondern immer angegriffen worden ist aus Europa, die ganz grossen Kriege, Napoleon Hitler. Sicher hat es auch andere Grenzstreitigkeiten gegeben mit den Litauern, mit den Polen, mit den Schweden. Selbstverständlich, aber die ganz grossen Dinger. Die sind ja von den Franzosen und von den Deutschen angeschoben worden, diese Gewaltskriege, die zu den heutigen geopolitischen Verhältnissen indirekt geführt haben. Also mit deutschen Steuergeldern, mit europäischen Steuergeldern, wird ein Regime finanziert in Kiew, das terroristische Gewaltakte verübt. Auf Regimegegner aus dem eigenen Land, auf Journalisten, russischer Provenienz und auch Wladimir Soloviev, mit dem ich mich ja... Einmal pro Woche unterhalte. Ganz wichtig, dass eben diese russischen Sichtweisen bei uns auch einmal angehört werden. Man muss sie ja gar nicht teilen, aber man soll sie mal hören. Auch auf ihn haben sie Mordattentate verübt. Oder auf den Publizisten Alexander Dugin, der bei uns immer so verteufelt wird. Der ist auch mit dem Leben davon gekommen, aber seine 29-jährige Tochter ist durch den ukrainischen Geheimdienst umgebracht worden. Und das sind nicht alle Fälle, die ich da erwähne. Und ich sage das nicht, um jetzt quasi die andere Seite heilig zu sprechen. Aber ich sage das, um einfach ins Bewusstsein zu rücken und dass man sich eben klar wird, wen man da unterstützt mit den europäischen Steuergeldern. Und die Schweiz macht ja auch mit, mit ihren Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Wir sind zum Glück nicht Teil des Militärkriegs. Also der Krieg wird zunehmend dreckig. Jetzt auch mit diesen Anschlägen auf eigene Leute in Monaco. Er eskaliert, er wird eskaliert von Seiten Europas. Und die Frage ist, wie reagiert Russland? Wird Russland einfach tatenlos zuschauen? Und ich glaube, obwohl jetzt hier ein endgültiges Urteil nicht gefällt werden kann, aber ich komme mit meinen Befunden, meiner Analyse zum Schluss. dass es eben Eskalation gegen Eskalation produziert. Und dass der Druck auf den russischen Präsidenten steigt, hier diesen Krieg entsprechend zu beantworten, der da geführt wird mit europäischem Geld, mit europäischer Unterstützung, mit europäischen Waffen, mit europäischer Duldung. Das einzige gewichtige Argument, das hier vielleicht etwas dagegen spricht, ist die Tatsache, dass wir entgegen unseren Nachrichten, die wir bei uns lesen, die russischen Truppen tatsächlich Fortschritte machen an der Front. Sie haben jetzt die Stadt Konstantinovka anscheinend erobert. Was wir hören, ein Durchbruch, das ist ein ziemlicher Erfolg, so wie das beurteilt wird. Jetzt könnte man davon ausgehen, dass wenn sie ihre Ziele ja erreichen, jetzt die Donbass-Eroberung und auch diese letzten Festungen da einnehmen, dass dann eine Eskalation gar nicht nötig ist. Aber das ist eben auch Wunschdenken. Und wenn der Westen einfach eskaliert im Glauben, da passiert nichts, dann ist das eine brandgefährliche, hasardierende Strategie. Darüber habe ich auch gesprochen mit einem anderen Zeitzeugen, mit Steven Seagal, der amerikanischen Actionlegende. Heute lebt er Schauspieler und Aikidomeister und Filmemacher in Moskau. ist. Teil auch des diplomatischen Friedenskurs, wenn man so will, Russlands. Persönlich befreundet mit Putin seit vielen, vielen Jahren. Mit Russland auch durch familiäre... Hintergrundverwandtschaften bekannt und vertraut. Und Steven Seagal, wenn sie da in die Foren gehen, wird oft kritisiert. Und man macht sich zum Teil auch etwas lustig über ihn, weil seine Hollywood-Karriere nach einem grossartigen Anfang dann irgendwie einen Knick bekam. Aber ich muss Ihnen sagen, er hatte einen ganz hervorragenden Eindruck. Er ist ein... Ein beeindruckender Mann mit einem ungewöhnlichen Leben. Wir sprechen natürlich auch über die ganze Bedeutung Asiens, der buddhistischen Philosophie. Er hat jetzt einen Film gemacht, einen Dokumentarfilm, sehr akribisch, gegen die Kriegstreiber, vor allem auf der westlichen Seite. «The Final Countdown». Und Steven Seagal macht sich auch grösste Sorgen und befürchtet, dass wir viel, viel näher an einem Dritten Weltkrieg stehen. Als uns das eigentlich bewusst ist, dieses Interview werden wir auch, wie das mit Margarita Simonian, demnächst aufschalten. Heute Nachmittag dann noch eine abschliessende Diskussion mit Dimitri Peskov, dem Sprecher Putins. Und ihn werde ich dann natürlich fragen, wie er das jetzt genau mit seiner Begriffsprägung gemeint hat, eben mit der ganzen Thematik, dass er jetzt von Krieg spricht und nicht mehr von einer militärischen Spezialoperation. Noch ganz kurz die Schlagzeilen. AfD-Parteitag, ich habe es in der Schweizer Ausgabe schon gesagt. Es ist einfach eine Schande für die Demokratie in Deutschland, dass man da zuschaut, wie 20'000 viele Linksextreme einfach eine demokratisch legitimierte Partei daran hindern wollen, ihre Versammlung durchzuführen. Stellen Sie sich einmal vor, wenn 20'000 Rechtsextreme in einer deutschen Stadt so etwas machen würden. wenn die Linkspartei oder die SPD ihren Parteitag durchführte. Dann würden durch GSG 9 Spezialkommandos der Armee deutsche Schäferhunde sofort eingreifen. Nicht wie ein Riesenskandal. Aber diese Linksextremen können sogar noch Journalisten zusammenschlagen, Menschenjagden veranstalten. Und dann gibt es Journalisten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, etwa diese Dunja Haldali, die das Ganze auch noch verharmlost, beziehungsweise gar nicht erwähnt. Sie sieht das einzige Übel in der AfD. Also diesem Deutschland ist im Moment wirklich nicht zu helfen. Da müsst ihr euch selber helfen. Da müsst ihr selber der Demokratie zum Durchbruch verhelfen. Müsst ihr das durchziehen. Weil das ist nur noch verrückt, was man da sieht. Das ist abstrus. Und man kann nur hoffen, dass jetzt aufgrund eben auch dieser Übergriffe auf Journalisten, die dann doch verurteilt wurden, auch in den Mainstream-Medien, wenn auch zögerlich, Dass das den Deutschen die Augen öffnet. Es wird ihnen die Augen öffnen, das ist völlig klar. Aber es ist einfach unglaublich, dass solche Dinge zuerst passieren müssen. Und diese Selbstgerechtigkeit der Linken, aber denen darf man nicht einmal den ersten Vorwurf machen. Denn die können sich ja ermutigt geradezu aufgerufen fühlen in dem gesellschaftlichen Klima, das die Medien und die Politik, diesem Hetzklima gegen die AfD, das dort veranstaltet und gezüchtet wurde, geschürt wurde. Die AfD selber hat ihren Willen bekräftigt, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Man hat das Führungsgespann wiedergewählt. Tino Chrupalla hat ein bisschen weniger Stimmen bekommen als beim letzten Mal. Aber die AfD muss und will jetzt zeigen, dass sie Regierungsverantwortung übernehmen kann. Das ist Demokratie und das kann man nicht einfach gewaltsam abwürgen. Dann sind sie eben wieder in den 20er und 30er Jahren, als am Schluss dann tatsächlich rote und braune Banden aufeinander. losgegangen sind in den Städten. Und wie das herausgekommen ist, das wissen wir. Und dahin zurück will niemand. Türkei und Israel, Moral ist keine Aussenpolitik. Der türkische Aussenminister Hakan Fidan nennt Israel ein Problem der Menschheit und eine Last, die nicht länger zu tragen sei. Ja, das ist natürlich keine normale Kritik mehr. Das geht dann also schon in Richtung Entmenschlichung. Und die deutschen Aussenpolitiker, unter anderem der Aussenminister, Der hat sich auch bereits geäussert, das sei unangemessen. Und es ist auch unangemessen. Aber hier betreibt natürlich die Türkei auch etwas Grossmachtpolitik im Nahen Osten. Ich glaube, am Ende des Tages ist Erdogan immer noch der grössere Pragmatiker. Aber das muss man sehen, die Türkei ist ein NATO-Staat. Und da prallen dann irgendwann schon einmal die Interessen der Türkei und der Vereinigten Staaten von Amerika aufeinander. Für die deutsche Aussenpolitik kann nur gelten, Realismus ist entscheidend. Und die Türkei bleibt ein wichtiger Partner für Deutschland, auch wenn man jetzt in den Ost... Sicht nicht teilt. Also auch Deutschland muss sich aussenpolitisch hüten, jetzt auf Konfrontationskurs zu gehen gegenüber der Türkei. Also auch da Realismus statt Moralismus. Auch wenn man nicht einverstanden ist mit dem, was Erdogan da sagt. Man muss aber auch seine Interessenlage hier in Betracht ziehen. Lettland und NATO. Lettlands Präsident Rinkewitz. Er hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung interessante Dinge gesagt. Er hat nämlich gesagt, dass er nicht damit rechnet, dass Russland jetzt da das Baltikum angreift. Aber Aufrüstung ist wichtig, Verteidigungsfähigkeit. Wir können nicht darauf warten und hoffen, dass die Amerikaner uns raushauen. Da hat er recht. Polen und Ukraine, Waffenlieferungen im Geheimen. Ja, das fliegt jetzt da dem Donald Tusk um die Ohren. Sind da heimlich Patriot-Abfangraketen, die Polen eigentlich brauchte an die Ukraine? geliefert worden. Gleichzeitig läuft da ein Geschichtsstreit, weil Selenskyj feiert da irgendwelche Nazi-Brigaden ab, die Tausende, Zehntausende von Polen abgeschlachtet haben. Das ist schon ein schwerwiegender Vorgang, jetzt auch mit den ganzen heimlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. Das ist eben auch eine dieser Eskalationsverschärfungen, die zeigen, dass in der EU eine sehr gefährliche, Gebrötelnde, ja eben ein Sie tanzen den Apokalypso am Rand eines explodierenden Vulkans. Trump telefoniert mit Putin und Putin telefoniert mit Trump. 90 Minuten Diplomatie. Der russische Präsident mit Gratulationen, mit Anerkennungen und Gesprächen, wie man hier den Frieden zurückbringen kann. Das ist Diplomatie. Man redet auch mit... potenziellen Gegnern oder mit Mächten, deren Interessen die eigenen kreuzen. Das ist eine gute Sache, sollte man machen. Iran nach Khamenei, Trauer, Rache und nationale Mobilisierung. Ja, die Trauerfeierlichkeiten zur Ermordung des iranischen Staatsoberhaupts. Da zeigt sich einfach, dass diese Angriffe, dass diese Liquidierungsschläge der Israeli und der Amerikaner eben nicht dazu geführt haben, dass da jetzt ein Land in sich zusammengebrochen ist, sondern dass das eben auch mobilisierende Effekte hat. Und auch wenn es Opposition gibt zu dieser Mullah-Regierung im Iran, man darf das nicht verwechseln mit Zustimmung zu Gewalt oder dass jetzt die Iraner einverstanden wären, dass man immerhin auch ein geistliches Oberhaupt auf diese Art und Weise umgebracht hat. Das ist schon auch entsetzlich, wenn man die westliche Seite, und da habe ich dann grosses Verständnis für die Kritiker dieser Politik von Israel und den Vereinigten Staaten, wenn man so vorgeht, dann muss man nie mehr über Völkerrecht sprechen und über Werte. Aber vielleicht hat das ja auch sein Gutes, weil das war dermassen heuchlerisch, dass jetzt mit der Brutalität dieser Mordpolitik, die da betrieben wird, eben eine dermassen... Desillusionierung eintritt, dass auch für den Westen diese Rhetorik, diese selbstbeweihräuchernde Werte-Rhetorik, dass die eben auch an Triftigkeit verliert. Und das wäre ja dann immerhin ein Durchbruch zur Ehrlichkeit. Wobei, dazu braucht es dann also nicht das Ermorden, das Umbringen auswärtiger Staatsoberhäupter. Ja, meine Damen und Herren, also eine ziemlich düstere Nachrichtenlage hier zum Start. Aber das wichtigste Thema ist... die Eskalation im Ukraine-Krieg. Wir müssen diesen Krieg stoppen. Wir müssen da raus. Und Europa eskaliert im Moment und ist nicht dem gewachsen, den Kräften, die man da unter Umständen entfesselt. Alles andere ist Wunschdenken. Vielen Dank, meine Damen und Herren. Bleiben Sie dran. Schauen Sie sich die Interviews an, die wir demnächst aufschalten werden, hier bei Westwoche Daily. Ihnen trotz allem einen schwungvollen... Start in die neue Woche, aber wir müssen uns mit Politik beschäftigen. Man muss alles daran setzen, dieses Worst-Case-Szenario zu vereiteln, über das ich mir grosse Sorgen mache. Machen Sie es gut. Vielen Dank. Bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. 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«Europäer, hört auf mit dem Krieg»: Russische Appelle an den Westen. Meine Interviews mit Simonjan, Seagal, Peskow. Schande von Erfurt: Linksextreme verprügeln Reporter

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Kapitel

  1. Begrüssung und Einleitung
  2. Optimismus in schwierigen Zeiten
  3. Sergej Lavrov und die geopolitische Lage
  4. Analyse zur Gefahr eines grossen Krieges in Europa
  5. Gespräche in Moskau und Einschätzung der Lage
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