Die Ukraine und Russland stellen eine Wiederaufnahme der von den USA vermittelten Friedensgespräche in Aussicht – doch Moskau schliesst eine Feuerpause während der Verhandlungen aus. Der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, rechnet bereits im Oktober mit neuen Gesprächen zwischen Vertretern der USA, Russlands und der Ukraine. «Wir bereiten uns vor, auf Oktober», sagte er vor Journalisten.
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Budanow bestätigte, dass erneut im Dreierformat verhandelt werden soll. Einen Termin und einen Ort nannte er nicht. Auch der Kreml hält eine Fortsetzung des Dialogs für möglich. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland gehe davon aus, dass die drei Staaten die Gespräche «in absehbarer Zeit» wieder aufnehmen könnten. Ob diese erfolgreich sein würden, lasse sich jedoch schwer vorhersagen.
US-Unterhändler hatten am vergangenen Wochenende Moskau und Kiew besucht, um Möglichkeiten für eine Friedenslösung auszuloten. Dabei wurde eine Wiederaufnahme der seit Monaten unterbrochenen Dreiergespräche ins Auge gefasst. Zuletzt hatten Vertreter Russlands und der Ukraine im Februar unter amerikanischer Vermittlung in der Schweiz direkt miteinander verhandelt. Ein Treffen der Präsidenten Donald Trump, Wladimir Putin und Selenskyj wäre erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow stellte beim Brics-Gipfel in Neu-Delhi zugleich klar, dass Moskau die Kämpfe während neuer Verhandlungen nicht einstellen will. «Wir sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit, aber für die Dauer der Verhandlungen wird die Militäroperation nicht ausgesetzt», sagte Lawrow laut der russischen Staatsagentur Tass.
Lawrow erneuerte ausserdem Putins Angebot für ein direktes Treffen mit Selenskyj in Moskau. «Wenn er sich treffen möchte – soll er doch kommen», sagte der Aussenminister. Eine Einladung in die russische Hauptstadt sei bereits «eine enorme Geste des guten Willens unsererseits». Selenskyj hatte diesen Vorschlag zuvor kategorisch abgelehnt. Damit zeichnet sich zwar erstmals seit Monaten eine neue Gesprächsrunde ab – eine Unterbrechung des Krieges während der Verhandlungen ist jedoch vorerst nicht in Sicht.