In der AfD Nordrhein-Westfalen verschärft sich der interne Machtkampf: Der Bundestagsabgeordnete Manuel Krauthausen wirft dem Umfeld von Landeschef Martin Vincentz eine umstrittene «35-65-Regelung» bei Mitarbeiterbudgets sowie versuchten Stimmenkauf vor. Vincentz weist die Anschuldigungen zurück, berichtet die Welt.
In einem zehnseitigen Schreiben an die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla behauptet Krauthausen, ihm sei nach der Bundestagswahl 2025 vorgeschlagen worden, 35 Prozent seines Mitarbeiterbudgets für ausgeschiedene Funktionäre oder Mandatsträger zurückzuhalten. Vincentz und dessen damaliger Sprecher hätten ihm erklärt, dies sei nicht illegal, sondern eine «Grauzone». Krauthausen schreibt: «Die 35-/65-Prozent-Regelung kann sich des Schwarzkassenvorwurfs kaum erwehren.»
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Nach seiner Darstellung sollten über solche Beschäftigungsverhältnisse auch Mehrheiten bei Parteitagen und Aufstellungsversammlungen gesichert werden. Bei ihm habe sich deshalb ein «Verdacht des Stimmenkaufs erhärtet». Er habe eine Beteiligung abgelehnt. Vincentz erklärte der Welt: «Krauthausens Vorwürfe sind Unsinn!» Er habe lediglich angeboten, bei der Mitarbeitersuche zu helfen. Sein früherer Sprecher bezeichnete die Anschuldigungen als grundlos.
Ähnliche Vorwürfe hatten zuvor weitere AfD-Mitglieder erhoben. Der Bundestagsabgeordnete Maximilian Kneller behauptete, Vincentz-Vertraute hätten von ihm 35 Prozent seines Mitarbeiterbudgets verlangt. Fünfzehn Bundestagsabgeordnete aus dem Vincentz-Lager widersprechen dem ausdrücklich. Auch 73 von 82 gewählten AfD-Landtagskandidaten erklärten, nie zu einer solchen Abgabe aufgefordert worden zu sein.
Bundestagsabgeordneten stehen monatlich bis zu 27.396 Euro für Mitarbeiter zur Verfügung. Die Bundestagsverwaltung zahlt die Gehälter direkt aus; eine Verwendung dieser Mittel für Parteiarbeit wäre rechtswidrig.