Der Iran steht nach monatelangen Verhandlungen mit den USA, Oman und weiteren Vermittlern offenbar vor einem Abkommen, das Teheran deutlich mehr Einfluss auf den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus verschaffen würde. Das berichten mehrere mit den Gesprächen vertraute Regionalquellen sowie ein US-Regierungsvertreter, wie das US-Portal Axios berichtet. Washington strebt demnach eine Bekanntgabe der Vereinbarung bereits am Mittwoch an.
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Nach Angaben der beteiligten Vermittler soll zunächst eine auf sechzig Tage befristete Übergangsregelung gelten. Sämtliche einlaufenden Schiffe in den Persischen Golf würden künftig durch eine nördliche Fahrrinne in iranischen Hoheitsgewässern geleitet. Auslaufende Schiffe sollen über eine südliche Route durch omanische Gewässer verkehren, allerdings in Abstimmung mit dem Iran. Gebühren oder Durchfahrtsabgaben sind für die Übergangsphase nicht vorgesehen. Parallel dazu soll die bislang verminte mittlere Fahrrinne geräumt werden, um später wieder für den Verkehr in beide Richtungen genutzt zu werden.
Mit der geplanten Regelung würde der Iran einen Einfluss auf den Schiffsverkehr erhalten, über den das Land vor dem jüngsten Krieg nicht verfügte. Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt zählt seit Jahren zu den strategischen Kerninteressen Teherans. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls wird über die Strasse von Hormus transportiert.
Das Abkommen soll zugleich die seit Wochen laufenden Bemühungen unterstützen, den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran zu stabilisieren und die Gespräche über das iranische Atomprogramm wieder aufzunehmen. US-Präsident Donald Trump hatte nach Angaben aus Washington am Wochenende auf einen angekündigten massiven Militärschlag verzichtet, um der Diplomatie mehr Zeit einzuräumen. Vermittelt wurde die Vereinbarung neben Oman auch von Katar, Saudi-Arabien und Pakistan. Nach Angaben der beteiligten Quellen hat die iranische Führung der Vereinbarung inzwischen grundsätzlich zugestimmt. Eine offizielle Bestätigung aus Washington oder Teheran steht noch aus.