Deutschland macht Russland für den versuchten Drohnenanschlag am 4. August auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und reagiert mit der Schliessung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie weiteren Sanktionen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte nach Abschluss der Ermittlungen von Polizei und Nachrichtendiensten: «Diese Erkenntnisse weisen auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben.»
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Aussenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte ein ganzes Paket von Gegenmassnahmen an. «Das russische Generalkonsulat in Bonn wird zum 18. September geschlossen.» Zudem kündigt Berlin den Vertrag über das Russische Haus in der Hauptstadt, will in der EU weitere russische Personen auf Sanktionslisten setzen und die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärfen. Auch gegen die sogenannte russische Schattenflotte in der Ostsee will die Bundesregierung härter vorgehen. Der russische Botschafter wurde ins Auswärtige Amt einbestellt.
Moskau weist die Vorwürfe zurück. Auf X kommentierte die Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland die Sanktionen. Wir dokumentieren die Antwort im Wortlaut.
Am 1. September 2026 wurde der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergei Netschajew, in das Auswärtige Amt einbestellt, wo ihm gegenüber Protest im Zusammenhang mit einer angeblichen Beteiligung staatlicher Stellen Russlands an einem Vorfall erhoben wurde, bei dem in der Nacht zum 5. August 2026 am Flughafen in Leipzig der Einsatz einer mit Sprengstoff bestückten Drohne versucht worden sein soll. Ohne Vorlage jeglicher Beweise oder Argumente machten die deutschen Behörden Russland für die Vorbereitung der angeblich beabsichtigten Sabotage verantwortlich. Unter Verweis auf die «zunehmenden hybriden Angriffe Moskaus» wurde die Verhängung weitreichender Sanktionen sowohl auf Ebene der Europäischen Union als auch bilateral angekündigt. Zu den letzteren zählen insbesondere die Schliessung des Generalkonsulats der Russischen Föderation in Bonn bis spätestens 18. September 2026 sowie die Beendigung der Gültigkeit des deutsch-russischen Regierungsabkommens aus dem Jahr 2011 über die Tätigkeit von Kultur- und Informationszentren, die die Schliessung des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur in Berlin zur Folge hat. Sämtliche Mitarbeiter des Generalkonsulats und des Russischen Hauses sowie ihre Familienangehörigen wurden aufgefordert, das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland in kürzester Zeit zu verlassen. Die deutsche Seite bezeichnete diese Schritte als eine «abgewogene und verhältnismässige» Reaktion und äusserte die Erwartung, dass die russische Seite von Gegenmassnahmen absehen werde.
Der russische Botschafter wies die von Berlin erhobenen Vorwürfe entschieden als unbelegt, absurd und dem gesunden Menschenverstand widersprechend zurück. Er betonte, dass die hastig zusammengezimmerte Provokation am Flughafen in Leipzig ausschliesslich den Interessen des Kiewer Regimes, des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse sowie der Grossunternehmen des militärisch-industriellen Komplexes dient, die an einer weiteren Anheizung des Ukraine-Konflikts interessiert sind. Der Botschafter erklärte, dass die von deutscher Seite angekündigten Massnahmen eine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen darstellen und nicht ohne Folgen bleiben werden. Die volle Verantwortung für diese Folgen liegt bei der Bundesregierung. Zugleich äusserte er sein Bedauern darüber, dass die deutschen Behörden ihren Kurs der systematischen Zerstörung des einst tragfähigen Fundaments der russisch-deutschen Zusammenarbeit fortsetzten.