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Ukrainischer Energieminister: Infrastrukturangriffe werden den Ausgang des Krieges bestimmen

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Ukrainischer Energieminister: Infrastrukturangriffe werden den Ausgang des Krieges bestimmen
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Der Kampf um die Energieinfrastruktur entwickelt sich nach Einschätzung der ukrainischen Regierung zum entscheidenden Faktor für den weiteren Kriegsverlauf und mögliche Friedensverhandlungen. Das sagte der ukrainische Vizepremier- und Energieminister Denys Schmyhal in einem Interview mit Politico.

«Putin will unser Energiesystem zerstören und unsere Wirtschaft sowie die Waffenproduktion lahmlegen», sagte Schmyhal. Der russische Präsident hoffe zudem, «dass unsere Gesellschaft im Winter vor Erschöpfung zusammenbricht und die Führung unter Druck setzt, die Kapitulation zu unterzeichnen». Die Ukraine habe ihrerseits nach eigenen Angaben Angriffe auf russische Erdölraffinerien durchgeführt und dabei rund 40 Prozent der russischen Raffineriekapazität ausser Betrieb gesetzt. Gemeinsam mit verschärften westlichen Sanktionen solle dies den Druck auf den Kreml erhöhen und Moskau bereits im Herbst zu einem Kurswechsel bewegen.

LARS SCHRODER / KEYSTONE
epa12508290 Ukraine's Minister of Defense Denys Shmyhal speaks at a joint press conference with Sweden's Minister of Defense Pal Jonson (not seen) announcing new defense cooperation agreement to develop new weapons in Stockholm, Sweden, 06 November 2025
LARS SCHRODER / KEYSTONE

Ob dieser Plan aufgeht, sei offen. «Es ist wie in der zwölften Runde eines Boxkampfs – jeder hofft, dass der Gegner zuerst fällt», sagte Schmyhal. Scheitere diese Strategie, müsse sich die Ukraine auf einen weiteren Winter mit massiven Angriffen auf ihre Energieversorgung einstellen. Russland richte seine Angriffe inzwischen verstärkt gegen die Wasserversorgung. «Im vergangenen Winter griffen sie Strom und Heizung an. Jetzt ist ihr Ziel unsere Wasserversorgung», erklärte Schmyhal. «Ohne Wasser und Kanalisation ist es schwierig, länger als drei Tage zu überleben.» Sollte dies ausbleiben, erwartet die Regierung einen weiteren Winter mit massiven Angriffen auf Strom-, Gas- und Wasserversorgung. Um die kritische Infrastruktur zu schützen, errichtet die Ukraine zusätzliche Schutzanlagen für Energie-, Gas- und Wasserversorgung und setzt verstärkt auf dezentrale Generatoren und mobile Heizsysteme.

Zum Schutz der kritischen Infrastruktur fordert Kiew zusätzliche Patriot-Abfangraketen des Typs PAC-3. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezifferte den Bedarf auf 300 Lenkwaffen. Wegen knapper US-Bestände infolge des Kriegs gegen den Iran bemühen sich die Ukraine und ihre Verbündeten nach Angaben Schmyhals um zusätzliche Lieferungen aus europäischen Staaten.

Dem ukrainischen Energieminister zufolge sind inzwischen mehr als 80 Prozent der ukrainischen Stromerzeugung zerstört oder beschädigt worden. Vor dem russischen Grossangriff verfügte das Land über eine Erzeugungskapazität von 54,5 Gigawatt, derzeit liege die tatsächliche Produktion zeitweise nur noch bei rund 12 Gigawatt. Für die Vorbereitung auf den Winter benötigt die Ukraine nach eigenen Angaben zusätzlich 500 Millionen Euro für den Energiesektor sowie weitere 400 Millionen Euro für den staatlichen Gasversorger Naftogaz.

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