US-Präsident Donald Trump hat die Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach zusätzlichen Patriot-Abfangraketen abgelehnt. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mehrere mit dem Gespräch vertraute Personen. Trump habe bei einem Treffen im Oval Office erklärt, die Bestände der USA seien zu knapp. Die Patriot-Systeme würden derzeit zum Schutz amerikanischer Einrichtungen im Nahen Osten sowie in den Golfstaaten benötigt.
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Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter russischer Luftangriffe auf die Ukraine. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland in der Nacht auf Mittwoch 24 ballistische Raketen, vier Anti-Schiff-Raketen und 115 Drohnen auf Kiew ab. Während 98 Drohnen abgefangen worden seien, habe keine einzige der ballistischen Raketen abgewehrt werden können. Nach ukrainischen Behördenangaben kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, weitere 44 wurden verletzt.
Selenskyj machte den Mangel an Patriot-Abfangraketen für die hohen Opferzahlen verantwortlich. «Abfangraketen für ballistische Raketen hätten das Leben der heute Getöteten retten können», schrieb er auf X. Später erklärte er, die Zahl der von westlichen Partnern gelieferten Flugabwehrraketen sei gegenüber 2025 auf ein Drittel gesunken. Die Verbündeten verfügten über ausreichend Raketen, müssten nun aber «die notwendigen politischen Entscheidungen» treffen.
Bereits zuvor hatte Trump Vorbehalte gegen eine langfristige Lizenz zur Produktion von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine oder Europa geäussert. Der Financial Times sagte er letzte Woche: «Wir schauen es uns an», fügte jedoch hinzu, man müsse «vorsichtig sein, wem wir Lizenzen erteilen». Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, erklärte zudem, ein entsprechendes Produktionsabkommen werde bis zum kommenden Winter keine Entlastung bringen.