Bundesaussenminister Johann Wadephul fordert von der Ukraine mehr Aufträge für deutsche Rüstungsunternehmen und zeigt sich mit den bisherigen Bestellungen aus Kiew unzufrieden. «Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht ganz zufrieden mit dem, was es an [...] Bestellungen in Deutschland gibt», sagte der CDU-Politiker im Podcast «Ronzheimer». Die Bundesregierung habe die ukrainische Regierung deshalb gebeten, ihre Beschaffungspolitik zu überprüfen und für Verbesserungen zu sorgen.
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Wadephul begründet die Forderung mit dem Umfang der deutschen Unterstützung für die Ukraine. Deutschland sei mittlerweile insgesamt der stärkste Unterstützer des Landes. «Und es muss naturgemäss so sein, dass die deutsche Verteidigungsindustrie davon profitiert.» Diese Erwartung habe er bei seinem jüngsten Besuch auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt.
Deutschland stehe weiter an der Seite Kiews, müsse die milliardenschwere Unterstützung aber gegenüber den eigenen Steuerzahlern rechtfertigen, sagte Wadephul. «Und das Mindeste ist, dass ihr bei allen Beschaffungsmassnahmen auch die deutsche Verteidigungsindustrie beteiligt.» Der Minister formulierte den deutschen Anspruch noch deutlicher: «Wir müssen auch etwas davon haben.»
Als Beispiel nannte Wadephul deutsche Start-ups im Drohnenbereich. Zugleich profitiere Deutschland von den Erfahrungen der ukrainischen Streitkräfte mit moderner Kriegsführung. Diese Erkenntnisse könnten auch die eigene Sicherheit erhöhen. Es sei deshalb «ganz legitim», deutsche Interessen gegenüber Kiew ausdrücklich zu vertreten.
Die Ukraine erhält seit Beginn des russischen Angriffs umfangreiche Waffen- und Finanzhilfen westlicher Staaten. Seit die USA unter Präsident Donald Trump ihre Unterstützung zurückgefahren haben, tragen die europäischen Staaten einen grösseren Teil der Last. Deutschland kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu. Wadephul sicherte Kiew weitere Hilfe zu – verbindet diese nun aber offen mit der Erwartung, dass auch deutsche Unternehmen stärker zum Zug kommen.