Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin und Wahlsiegerin Elif Eralp war bis 2025 Mitglied der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Roten Hilfe. Der Berliner Verfassungsschutz bezeichnet den Verein als mitgliederstärkste Gruppierung des linksextremistischen Spektrums; zugleich hält die Behörde fest, dass nicht jedes Mitglied selbst verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, berichtet die Welt.
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Nach Angaben der Berliner Linken trat Eralp der Roten Hilfe während ihres Jurastudiums bei. Sie habe Menschen, die sich für linke und soziale Anliegen engagierten, den Zugang zu juristischem Beistand erleichtern wollen und sei danach «über Jahre passives Mitglied» gewesen. 2025 sei sie «wegen teilweise anderer politischer Ansichten» ausgetreten – noch vor ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin. Die Mitgliedschaft war öffentlich: In den Handbüchern des Berliner Abgeordnetenhauses von 2022 und 2023 wurde die Rote Hilfe neben Verdi, Amnesty International und dem VVN-BdA aufgeführt. Im Oktober 2025 fehlte der Eintrag.
Die Rote Hilfe versteht sich als linke Solidaritätsorganisation und unterstützt Personen, die wegen politisch motivierter Taten strafrechtlich verfolgt werden, unter anderem finanziell und juristisch. Der Verfassungsschutz schreibt ihr eine wichtige Funktion innerhalb der linksextremistischen Szene zu. Die Berliner Ortsgruppe zählte 2024 rund 2600 Mitglieder. Nach Angaben der Behörde agiert die Organisation gewaltfrei, knüpft ihre Unterstützung aber unter anderem daran, dass Beschuldigte nicht mit Strafverfolgungsbehörden kooperieren.
Politisch kommt die frühere Mitgliedschaft zu einem heiklen Zeitpunkt ans Licht. Die Linke gewann die Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 20. September mit 25,7 Prozent und will mit Eralp das Rote Rathaus übernehmen. Sie hat Grüne und SPD zu Gesprächen über eine mögliche Koalition eingeladen. Beide Parteien sprechen zunächst von einem «gemeinsamen Vorgespräch». Dabei soll auch der Umgang mit Antisemitismus und der Schutz jüdischen Lebens eine zentrale Rolle spielen.