Lettische Grenzschützer haben an der Grenze zu Belarus erstmals einen Tunnel entdeckt, durch den Migranten illegal ins Land gelangt sind. Innenminister Jānis Dombrava teilte am Dienstag mit, die Beamten hätten am Montag fünfzehn Personen aufgegriffen, die einen rund zehn Meter langen unterirdischen Gang nahe dem Grenzzaun benutzt hätten.
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«Dies ist der erste Fall, in dem ein Tunnel für einen illegalen Grenzübertritt nach Lettland genutzt wurde», schrieb Dombrava auf X. An der betreffenden Stelle seien zuvor weder Hinweise auf Verstösse festgestellt noch Personen wegen illegaler Grenzübertritte festgenommen worden. Alle fünfzehn Migranten seien in ihr «Herkunftsland» zurückgeschickt worden. Die Behörden untersuchen das Gelände rund um den Tunnel weiter.
Nach Angaben lettischer Behörden wurden ähnliche Tunnel bereits im benachbarten Litauen entdeckt. Für Lettland handelt es sich hingegen um den ersten bekannten Fall eines illegalen Grenzübertritts auf diesem Weg.
Der Fund fällt in eine Phase anhaltenden Migrationsdrucks an der EU-Aussengrenze zu Belarus. Lettland wirft Minsk vor, Migranten gezielt an die Grenze zu bringen und damit Druck auf die Europäische Union auszuüben. Dombrava bezeichnet illegale Grenzübertritte aus Belarus als «hybride Bedrohung». Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ist ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und unterstützt Moskau im Krieg gegen die Ukraine.
Nach Angaben des lettischen Grenzschutzes verhinderten die Behörden seit Jahresbeginn bereits mehr als 9000 Versuche, von Belarus aus illegal nach Lettland einzureisen. Am Dienstag startete das Land eine zusätzliche Operation zur Verstärkung der Grenzsicherung. Der Tunnel wird nun ebenso wie das umliegende Grenzgebiet weiter untersucht.