Russland hat die Verladungen am sanktionierten Flüssigerdgas-Terminal Arctic LNG 2 in diesem Jahr drastisch erhöht. Zwischen Januar und Juli wurden dort 1,71 Millionen Tonnen LNG verladen. Das ist mehr als achtmal so viel wie im gleichen Zeitraum 2025 mit 0,21 Millionen Tonnen. Dies berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf Daten des Börsenbetreibers LSEG.
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Die USA hatten 2023 Sanktionen gegen Arctic LNG 2 verhängt und das Projekt damit zunächst weitgehend zum Erliegen gebracht. Betreiber Novatek versucht seither, die Beschränkungen zu umgehen. Laut Bloomberg stehen inzwischen rund zwanzig Tanker für Lieferungen bereit. China ist bislang der einzige bekannte Abnehmer von Arctic LNG 2.
Seit August 2025 importierte China laut Reuters 41 Ladungen mit insgesamt rund 2,6 Millionen Tonnen über das Terminal Beihai. Zudem soll das neue chinesische LNG-Terminal Longkou künftig Lieferungen aus Arctic LNG 2 abwickeln können.
Auch die EU importiert weiterhin grosse Mengen russisches Flüssigerdgas, allerdings aus der Anlage Yamal LNG. Im ersten Halbjahr 2026 bezog die EU laut Kpler rund 9,89 Millionen Tonnen aus Yamal – mehr als je zuvor. 136 von 140 Ladungen gingen in EU-Häfen.
Nach Angaben des Brüsseler Think-Tanks Bruegel lagen die gesamten LNG-Importe der EU aus Russland im ersten Halbjahr 17 Prozent über dem Vorjahresniveau.