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«Trauen Sie sich?»: Wagenknecht fordert AfD-Chef Höcke zum öffentlichen Rededuell heraus

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«Trauen Sie sich?»: Wagenknecht fordert AfD-Chef Höcke zum öffentlichen Rededuell heraus
«Trauen Sie sich?»: Wagenknecht fordert AfD-Chef Höcke zum öffentlichen Rededuell heraus
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BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat Thüringens AfD-Chef Björn Höcke zu einem öffentlichen Streitgespräch aufgefordert. «Sie und ich live, neutraler Moderator, keine vorbereiteten Reden», sagte Wagenknecht am Sonntag in einer Videobotschaft. Sie reagierte damit auf einen ungewöhnlichen Vorschlag Höckes: Der AfD-Politiker hatte angeboten, Wagenknecht mit den Stimmen seiner Partei zur Ministerpräsidentin von Thüringen zu wählen.

Clemens Bilan/EPA/Keystone
BSW-Chefin Sahra Wagenknecht an einer Medienkonferenz in Berlin
Clemens Bilan/EPA/Keystone

Hintergrund ist die komplizierte Regierungsbildung in dem ostdeutschen Bundesland. Bei der Landtagswahl 2024 wurde die AfD stärkste Kraft, fand aber keinen Koalitionspartner. Regierungschef wurde deshalb Mario Voigt von der CDU. Seine Partei regiert gemeinsam mit SPD und BSW. Diese drei Parteien haben zusammen allerdings keine Mehrheit im Parlament und sind bei Abstimmungen auf Unterstützung der Linken angewiesen.

Höcke brachte nun eine andere Lösung ins Spiel. Seine AfD-Fraktion sei bereit, Wagenknecht zur Ministerpräsidentin zu wählen. «Lassen Sie uns politische Geschichte schreiben und die Brandmauer in Thüringen gemeinsam einreissen», erklärte er. Mit «Brandmauer» ist die politische Abgrenzung der anderen Parteien von der AfD gemeint.

Ganz so einfach ist Höckes Vorschlag allerdings nicht: Wagenknechts eigenes BSW ist in Thüringen zerstritten. Der dortige Landesverband trat nach der Wahl gegen den Willen Wagenknechts und der Bundespartei in Voigts Regierung ein. Wagenknecht kann deshalb nicht davon ausgehen, dass die Thüringer BSW-Abgeordneten sie bei einer Wahl zur Ministerpräsidentin unterstützen würden. Sie bezeichnete Höckes Angebot zunächst als «weder ehrlich noch seriös».

Nun fordert Wagenknecht stattdessen ein direktes Rededuell. Dabei will sie mit Höcke über ihren eigenen Vorschlag sprechen: Thüringen solle von einem überparteilichen Ministerpräsidenten geführt werden, der keiner der konkurrierenden Seiten verpflichtet ist. Ihre Einladung verband Wagenknecht mit einer persönlichen Spitze: «Gerade Sie, der Sie so viel Wert auf Männlichkeit legen, wollen doch sicher nicht als Feigling dastehen.» Auf X legte sie nach: «Nehmen Sie meine Einladung zum Streitgespräch an! Trauen Sie sich?»

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