Der 3. Oktober ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag und erinnert an die Wiedervereinigung des Landes im Jahr 1990 – in der «Tagesschau» bekam er am Samstag jedoch noch eine zweite «Tradition» zugeschrieben. «Der Tag der Deutschen Einheit ist traditionell auch der Tag der offenen Moschee», sagte Sprecher Thorsten Schröder in der 20-Uhr-Ausgabe. Mehr als 700 Moscheen hätten an diesem Tag ihre Türen geöffnet. Über die Formulierung berichtet Apollo News.
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Der Tag der offenen Moschee wurde 1997 vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ins Leben gerufen. Dass die Aktion ausgerechnet auf den Nationalfeiertag gelegt wurde, war als Zeichen der Zugehörigkeit gedacht: Mit dem Datum wollten die Initiatoren nach eigenen Angaben das «Selbstverständnis der Muslime» demonstrieren, «Teil des 1990 wiedervereinigten deutschen Staates zu sein». Moscheegemeinden nutzen den symbolträchtigen Tag seither zugleich, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen und Einblicke in das islamische Gemeindeleben zu geben.
Die «Tagesschau» zeigte dazu Bilder aus der Kölner Zentralmoschee. «Wie hier in der Kölner Zentralmoschee werden vielerorts Führungen und Diskussionsrunden angeboten», erklärte Schröder. Ziel sei es, «den Austausch [zu] fördern und religiöses Leben sichtbar [zu] machen». Zum Programm gehören auch Vorträge, Ausstellungen, Gespräche und Informationsstände.
Kritik entzündete sich an der engen sprachlichen Verbindung mit dem Nationalfeiertag. Der Autor Felix Perrefort schrieb auf X: «Nein, liebe ‹Tagesschau›, der Tag der Deutschen Einheit ist nicht der Tag der offenen Moschee, schon gar nicht traditionell.»
Kritiker werfen der «Tagesschau» deshalb vor, mit dem Wort «traditionell» den Eindruck zu erwecken, beide Anlässe seien gleichermassen historisch mit dem 3. Oktober verbunden. Tatsächlich ist der eine der staatliche Nationalfeiertag, der andere eine seit 1997 parallel dazu veranstaltete Verbandsinitiative.