Westliche Militärveteranen sollen gemäss einem Geheimdienstbericht in Bulgarien russische Staatsbürger und möglicherweise aktive russische Militärangehörige ausgebildet haben. Eine für das Geheimdienstbündnis «Five Eyes» erstellte Einschätzung komme mit «hoher Wahrscheinlichkeit» zu diesem Schluss, berichtet der britische Telegraph, der den Vermerk einsehen konnte. Der Fall wird demnach vom australischen Geheimdienst untersucht.
Ukrainian 65 Mechanized brigade
Im Zentrum steht das Unternehmen Alfa-Metal, das im Norden Bulgariens militärische Trainings anbietet. Laut dem Bericht sollen dort ehemalige Angehörige westlicher Eliteeinheiten gearbeitet haben, darunter Veteranen des britischen SAS, australischer Kommandotruppen und der amerikanischen Navy Seals. Spezialkräfte- und Scharfschützenkurse kosten demnach rund 4000 Euro.
Brisant: Russische Staatsbürger sollen auch nach Beginn des Ukraine-Krieges 2022 weiter ausgebildet worden sein. Befragte australische Spezialkräfte-Veteranen hätten angegeben, von Mitarbeitern erfahren zu haben, dass noch 2025 Russen an Kursen teilnahmen. Angeboten worden sei unter anderem fortgeschrittener Nahkampf.
Alfa-Metal weist die Vorwürfe zurück. «Alfa-Metal weist die Behauptung kategorisch zurück, dass wir ehemalige Mitglieder des britischen SAS oder anderer westlicher Spezialkräfte eingesetzt haben oder einsetzen, um russische Staatsangehörige oder Personen auszubilden, die beabsichtigen, im Auftrag Russlands am Krieg in der Ukraine teilzunehmen. Diese Behauptung ist falsch.»
Der Telegraph verweist allerdings darauf, dass Alfa-Metal auf seiner Website mit einem SAS-Logo warb und noch vor sechs Monaten ausdrücklich einen britischen Staatsbürger mit operativer Erfahrung als Ausbilder suchte. Zudem soll auf der Website ein US-Veteran aufgeführt sein, der nach eigenen Angaben zwölf Jahre beim Special Operations Command der US-Armee diente.
Ehemalige SAS-Angehörige bewerten die Vorwürfe unterschiedlich. Ex-Stabsfeldwebel Phil Campion erklärte: «Es wäre unethisch, wenn unsere Truppen Soldaten ausbilden würden, die am Ende gegen unsere eigenen Leute kämpfen.» Ob Teilnehmer der Kurse tatsächlich für russische Streitkräfte in der Ukraine kämpften, geht aus dem Bericht nicht hervor.