Die Einstellung zur Migration ist laut einer Studie der wichtigste untersuchte Faktor für die Unterstützung der AfD und deutlich bedeutender als die persönliche wirtschaftliche Lage. Die Forscher werteten Daten von fast 32.000 Menschen aus. Dies berichtet Bild über eine Untersuchung von Martin Schröder, Moritz Rehm und Anja Röcke auf Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels.
Peter Grecke/Keystone
Nach Angaben der Autoren erklärt die Haltung zur Einwanderung mehr als 90 Prozent der in der Studie erklärbaren Unterschiede im Wahlverhalten. Berücksichtigt wurden unter anderem Einkommen, Bildung, berufliche Stellung, Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen und Lebenszufriedenheit. Werden Einstellungen zur Migration einbezogen, tragen diese anderen Faktoren demnach kaum noch zusätzlich zur Erklärung bei.
Die Forscher vergleichen zwei Personengruppen: Ein Mensch mit niedrigstem Einkommen und Bildungsniveau, grossen finanziellen Sorgen und geringer Lebenszufriedenheit, aber ohne Sorgen wegen Einwanderung, erreicht eine AfD-Unterstützungswahrscheinlichkeit von 3,7 Prozent. Bei einer wirtschaftlich sehr gutgestellten Person mit grossen Sorgen über Einwanderung liegt sie dagegen bei 8 Prozent.
Auch Veränderungen bei denselben Befragten wurden untersucht. Wird eine Person im Zeitverlauf migrationskritischer, steigt demnach die Wahrscheinlichkeit einer AfD-Unterstützung. Veränderungen der wirtschaftlichen Lage wirken sich deutlich schwächer aus.