Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Steuergelder für Staatsparteien: Wieso können sich CDU und SPD protzige Hauptquartiere und mehr als 10.000 Angestellte leisten – trotz bitterer Wahlniederlagen?

Anhören ( 2 min )
KI-Stimme
Steuergelder für Staatsparteien: Wieso können sich CDU und SPD protzige Hauptquartiere und mehr als 10.000 Angestellte leisten – trotz bitterer Wahlniederlagen?
Steuergelder für Staatsparteien: Wieso können sich CDU und SPD protzige Hauptquartiere und mehr als 10.000 Angestellte leisten – trotz bitterer Wahlniederlagen?
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Die jüngsten Wahlniederlagen sind für die im Niedergang befindlichen Volksparteien SPD und CDU schmerzlich. Weniger weh tun allerdings die finanziellen Einbussen. In Deutschland bekommt jede Partei pro Wählerstimme bis zu 1,24 Euro. Nicht in einem Wahljahr, sondern jedes Jahr. Das läppert sich schon mal bis zu einer Obergrenze von 232,37 Millionen Euro insgesamt. Aber das sind Peanuts.

MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE
Friedrich Merz und Lars Klingbeil im Bundestag
MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE

Dazu kommen direkte staatliche Zahlungen. Im Jahr 2025 waren das 57,79 Millionen Euro für die CDU und 54,36 Millionen für die SPD. Aber das ist längst nicht alles. Die Bundestagsfraktionen der Parteien bekommen jährlich insgesamt 140 Millionen. Aber auch damit ist der Steuergeldsegen noch nicht ausgeschöpft.

Denn es gibt noch die Parteistiftungen. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung bekam 2025 knapp 212 Millionen Euro vom Steuerzahler. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung kassierte über 191 Millionen. Dazu kommen noch Zuschüsse an die Landtagsfraktionen.

Also gibt der Staat für die beiden Staatsparteien rund 700 Millionen Euro im Jahr aus.

Auch das ist noch nicht alles. Denn wer der SPD oder der CDU Geld gibt oder Mitgliederbeiträge zahlt, kann damit seine Einkommenssteuer reduzieren. Für Ehepaare um bis zu 6600 Euro im Jahr.

Damit lassen sich natürlich protzige Parteizentralen, ein Fuhrpark und jede Menge Propagandamaterial bezahlen. Und das Geld sprudelt munter weiter, auch nach schmerzlichen Stimmverlusten. Wenn man als Berechnungsgrundlage für die Bezahlung pro Wählerstimme die Bundestagswahl von 2025 nimmt, bekamen CDU und SPD zusammen knapp 21 Millionen Euro. Obwohl sie den Betrag seither jährlich kassieren, ist das nur ein Klacks bei insgesamt über 700 Millionen Einnahmen durch Steuergelder.

Hinzu kommen noch weitere happige Einnahmen von insgesamt knapp 200 Millionen Euro pro Jahr. Sie setzen sich aus Mitgliedsbeiträgen (CDU und SPD zusammen 91,35 Millionen), Mandatsträgerbeiträgen (51 Millionen), Spenden durch Privatpersonen (40 Millionen) und von Unternehmen (17,7 Millionen) zusammen. Soweit die ausgewiesen sind. Denn seit der Parteispendenaffäre weiss man, dass es nebenher noch schwarze Kassen gibt.

Der deutsche Steuerzahler gibt also viele Millionen dafür aus, dass er diese Parteien wählen darf. Die hängen im Wesentlichen am Staatstropf. Müssten sie ihr Budget allein aus Spenden, Mitgliederbeiträgen und Mandatsabgaben finanzieren, sprächen wir hier nicht mehr von einem Milliardenkonzern CDU/SPD mit rund 10.000 Mitarbeitern. Es handelt sich um Staatsparteien, die sich ihren aufgeblasenen Apparat im Wesentlichen durch Steuergelder bezahlen lassen.

Ganz anders die Schweiz. Geld pro Wählerstimme, das ist hierzulande völlig unbekannt. Genauso wenig gibt es eine direkte Parteienfinanzierung. Auch die Unterstützung politischer Stiftungen ist unbekannt. Lediglich die Fraktionen in den Parlamenten bekommen Geld vom Bund. Jährlich rund 7,4 Millionen Franken. Selbst wenn man die unterschiedliche Grösse in Betracht zieht, sind das weniger als 10 Prozent der Beträge, die allein die CDU und die SPD in Deutschland kassieren.

Allerdings gibt es in der Schweiz auch eine Dunkelkammer. Das ist die Finanzierung sogenannter NGOs. Diese angeblichen Nichtregierungsorganisationen wie Swissaid, Helvetas, Trial und andere kassieren jährlich rund 500 Millionen Steuergelder, plus Bezuschussung von Projekten. Aber dieser Sumpf wäre ein Thema für sich.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 06.10.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.